In üppiger Blüte steht in Gaugenwald zu Ostern nicht nur der auf dem Foto zu sehende Platz am Müllerweg in Gaugenwald, sondern es gibt viele solche Flächen im Dorf. Fotos: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Narzissenblüte: Große Flächen leuchten goldgelb aus dem Grün / An Ostern volle Pracht zu sehen

Eigentlich erfreut man sich um Ostern herum über die goldgelbe Blütenpracht in Neuweilers Ortsteil Gaugenwald. Doch auch in diesem Jahr fällt zumindest das Café-Erlebnis wieder wegen Corona flach. Immerhin die Blüten lassen sich bestaunen.

Neuweiler-Gaugenwald. Was für Zavelstein die Krokusblüte, das ist für Gaugenwald das aus den grünen Wiesen flächig hervorstechende Goldgelb seiner Sternenblumen. Diese schauen schon seit einiger Zeit hervor und wurden in diesem Jahr wieder ihrem zweiten Namen, "Osterglocken", gerecht.

Das vom Verein "Gaugenwald" zu dem Anlass seit Jahren angebotene und in der Umgebung bestens angenommene Sternenblumencafé muss wegen der Corona-Pandemie allerdings zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Aber dennoch wollen sich die Besucher – wie schon die vergangenen Tage zeigten – den Gang durchs blühende Dorf nicht entgehen lassen.

Ausgeschildert hat der Dorfverein um seine Vorsitzende Corinna Kussack einen Rundgang. Ein Faltblatt, das an einigen Stellen aus einem Kästchen entnommen werden kann, begleitet diesen. Auch wenn es keine Einkehrmöglichkeit gibt, kann der Teilort von Neuweiler mit seiner ländlichen Idylle punkten.

Reichhaltige Tierwelt

Da stehen Bücher zum Mitnehmen bereit, dort kann an einem Selbstbedienungstisch vor Ort hergestellter Honig gekauft werden. Das Geld ist einfach ins bereitgestellte Kässchen zu stecken. Erfreuen kann man sich an der Tierwelt in den Freigehegen, die da ein Pferd, dort junge Highländer, Ziegen oder nicht alltägliche Hühner in einem Garten bieten.

Kleines Kulturzentrum

Dem heimatgeschichtlich Interessierten fällt der großflächige Aufbau des einzigen bekannten, sternförmig angelegten Waldhufendorfes auf. Ob wohl auch für diesen Stern vor langer Zeit die Sternenblumen Pate gestanden haben? In der Mitte, auf welche die Wohnzimmer aller alten Bauernhäuser gerichtet sind, stehen das heute als kleines Kulturzentrum dienende Rathaus, die – im Eigentum der bürgerlichen Gemeinde stehende – Kirche und daneben das einstige Schulhaus der bis Ende der 1960er-Jahre in Betrieb befindlichen Dorfschule (heute privates Wohnhaus).

Wie es zu der Naturerscheinung mit den Sternenblumen kam, ist nicht bekannt. Aber wichtiger ist ja auch, dass man sie zu erhalten weiß: Die Gaugenwalder schützen sie, indem sie diese sich vor der ersten Mahd zurückziehen lassen. Andernfalls würden sie nämlich verschwinden. Dies wissen auch einige Hof­stetter und Breitenberger Landwirte, wo es kleinere Vorkommen gibt. Wichtig ist natürlich auch, dass die Besucher die blühenden Flächen nicht betreten oder gar die Osterglocken pflücken. Darauf machen auch Schilder aufmerksam.

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