Das Abschiedswort sprach Margarete Bauschert in der Zwerenberger Kirche.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Pfarramtssekretärin der Verbundkirchengemeinde Zwerenberg genießt jetzt die Rente

Eine Ära geht zu Ende. Nach mehr als 30 Jahren wurde Pfarramtssekretärin Margarete Bauschert mit 67 Jahren in den Ruhestand entlassen. Während eines Januar-Gottesdienstes in der Zwerenberger Kirche wurde die "gute Seele" der Gemeinde nun gebührend verabschiedet. Ein Blick zurück mit vielen Anekdoten.

Neuweiler-Zwerenberg. "Artikel habe ich immer gerne geschrieben", erzählt die frisch gebackene Ruheständlerin im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Sie sei viel im Hintergund aktiv gewesen, habe den Pfarrern zugearbeitet, bei der Gottesdienstvorbereitung mitgewirkt. Jede Woche mussten vier Mitteilungsblätter beliefert werden, Vorschauen für Feste angefertigt werden. Darüber hinaus habe sie 26 Jahre die Sitzungen des Kirchengemeinderats protokolliert – in den Abendstunden. Und obendrein war sie noch für den Gemeindebrief zuständig: "Das war mein Steckenpferd", sagt Bauschert.

Das Büro der 67-Jährigen befand sich über all die Jahre im Pfarrhaus in Zwerenberg. Hier liefen alle Fäden zusammen. Denn Bauschert unterhielt Kontakt zu fünf zugehörigen Teilkirchengemeinden (Zwerenberg, Gaugenwald, Martinsmoos, Aichhalden-Oberweiler und Hornberg) in vier verschiedenen Kommunen (Neuweiler, Neubulach, Simmersfeld und Altensteig). Angefangen habe sie 1987 bei Pfarrer Sayer mit sechs Wochenstunden, berichtet die Ruheständlerin im Plauderton; dann sei die Stundenzahl nach und nach von acht auf zehn, und vor fünf Jahren schließlich auf zwölf erhöht worden. Das ganze habe sie hauptberuflich gemacht.

"Drei Häuser vom Pfarrhaus" wohnt die Mutter dreier Kinder in Zwerenberg entfernt, ein alles andere als langer Weg zur Arbeit. Ursprünglich jedoch, erinnert sich Bauschert, habe sie zunächst eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsleiterin gemacht, bevor das Pfarramt die berufsbegleitende Ausbildung zur Sekretärin angeboten habe.

Gefragt nach Höhepunkten aus ihrem Berufsleben, fallen der jetzigen Rentnerin gleich mehrere ein. Etwa als die Kirchengemeinde zu Besuch bei der thüringischen Partnergemeinde Frießnitz war – damals, als die Grenze noch zu war, und Bauschert "tiefe Eindrücke", wie es damals drüben in der DDR gewesen sei, erhalten habe. Im Gegenzug seien die Frießnitzer nach der Grenzöffnung dann zu Besuch nach Zwerenberg gekommen, so die 67-Jährige.

Auch das 500-jährige Jubiläum des Kirchspiels Zwerenberg, das mitsamt den 150 Jahren Kirchengebäude Zwerenberg gefeiert wurde, sind Bauschert noch bestens in Erinnerung, weil ein Drucktermin feststand und die Festschrift zum Jubiläum unter Hochdruck fertig gestellt werden musste.

Und nicht zuletzt fallen der ehemaligen Sekretärin als ihr "ständiges Highlight" die Zwerenberger Kirchenkonzerte ein, ein Anziehungspunkt für alle Kulturbegeisterte.

Geschenke erhalten

Doch jetzt ist Schluss: Margarete Bauschert will mit ihrem Mann Richard fortan den berüchtigten (Un-)Ruhestand genießen. "Ich reise ja gerne", erzählt die 67-Jährige vergnügt und berichtet von einer größeren Südamerika-Reise, die sie einst mit ihrer Tochter angetreten habe. "Wenn ich noch einmal reise, dann nach Peru", antwortet Bauschert schließlich auf die Frage nach einem möglichen, künftigen Reiseziel.

Im Januar ist die jetzt ehemalige Sekretärin während eines corona-konformen Gottesdienstes in der Zwerenberger Kirche verabschiedet worden. Nach der Predigt habe sich Pfarrer Immanuel Raiser bei ihr bedankt, so Bauschert. Musik sei gespielt worden und auch Geschenke habe sie erhalten. Ein Blumenstrauß, ein Gedicht, ein Bücher- und ein Theatergutschein – sogar Pfarrer Raiser habe ihr ein selbst gemaltes Bild überreicht.

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