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Neuweiler Der Verlust schmerzt gleich doppelt

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Günter Butzke bei der Einkehr der Alterswehr Neuweiler im "Auerhahn" auf dem Sommerberg 2015 nach einem Besuch des Baumwipfelpfads.Fotos: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Zwei geschätzte Zwerenberger sind gestorben. Günter Butzke war lange Jahre als Gemeinderat und in der Feuerwehr tätig. Hans Fischer verbrachte seinen Lebensabend in der Waldgemeinde und hatte einst Großes für die Flößerei geleistet.

Neuweiler-Zwerenberg. Gleich zwei Mal wurden zu Beginn der Woche auf dem Zwerenberger Friedhof Persönlichkeiten mit besonderen Verdiensten um die Allgemeinheit zur letzten Ruhe gebettet. Im Alter von 82 Jahren verstarb Günter Butzke. Er diente der Gemeinde ehrenamtlich als Gemeinderat und in der Feuerwehr. Hans Fischer hatte im Juni seinen 93. Geburtstag und verbrachte nach ehrenamtlichem Vereinsengagement in Calmbach und grundlegenden Forschungsarbeiten über die Flößerei neben seinem Wirken als Leiter des Forstreviers Kleinenztal seinen Lebensabend in dem Ortsteil der Waldgemeinde.

Der Lebensweg von Butzke hatte in Ostpreußen seinen Anfang genommen, von wo seine Familie 1944 – mit ihm als Sechsjährigem – flüchten musste. Über Dänemark führte der Weg 1947 nach Zwerenberg. Der Vater war im Krieg gefallen. Butzke erlernte nach der Schulzeit den Beruf des Mechanikers. Später arbeitete er von 1962 bis zu seiner Pensionierung bei der Firma Veyhl in Zwerenberg. Von 1984 bis 1989 trug Butzke Verantwortung als Mitglied des Gemeinderats von Neuweiler. In einem Nachruf würdigte der Abteilungsleiter der Alterswehr Neuweiler, Helmut Wurster, das Wirken Butzkes in der Freiwilligen Feuerwehr. 25 Jahre habe er aktiven Dienst geleistet. Seit zehn Jahren sei er Mitglied in der Altersabteilung gewesen.

Umrahmt wurde der Abschied von einem so bescheidenen wie verdienten Mitbürger auf dem Friedhof vor der stattlichen und auf dem ganzen Friedhof coronagerecht weit verteilten Trauergemeinde vom Posaunenchor sowie dem Kirchenchor Zwerenberg.

Passionierter Jäger

Die Teilnehmer trugen zum Eintrag in die Kondolenzliste und viele die gesamte Zeit über Mund- und Nasenschutz. Besonders berührend war neben dem klangvollen Auftritt der Chöre das auf der Geige vorgetragene Lieblingsmusikstück des Verstorbenen. Dieser hinterlässt im engeren Familienkreis seine Frau, zwei Kinder und fünf Enkel. Wie am nächsten Tag für Fischer, hielt den Trauergottesdienst Pfarrer Immanuel Raiser.

Für beide Verstorbenen konnte der Geistliche auf die frühere Zugehörigkeit zum Posaunenchor des Kirchspiels Zwerenberg hinweisen. Fischer pflegte das Mitspielen in diesem bis zum 85. Lebensjahr. Sein Weg begann 1927 in Calw als dem dritten von fünf Geschwistern der Familie. Als Schüler erlebte er bei der Flak-Abwehr um Böblingen/Sindelfingen und im letzten Kriegsjahr noch als Soldat den Zweiten Weltkrieg. Aus der Gefangenschaft in Frankreich kehrte er 1947 zurück. Nachdem Fischer den Beruf des Försters erlernt hatte, leitete er 34 Jahre lang in Calmbach das Forstrevier Kleinenztal. Er ist einer der Väter des dortigen Vogel- und Gewässerschutzlehrpfads, den er mitgestaltete.

Talwärts bereicherte er das ausgewiesene Erholungsgebiet mit der restaurierten Selig-Wasserstube, einem kleinen Treibsee für die Flößerei. Seine Forschungsarbeiten über das Flößerhandwerk fasste er in dem weit über die Region hinaus beachteten, 120-seitigen Buch, "Jockele sperr!", zusammen, das in zwei Auflagen ab 1983 erschien. Nach der Zurruhesetzung als Forstamtsmann zog es den passionierten Jäger 1988 zunächst nach Schottland. Zehn Jahre später kam er nach Deutschland zurück, wo er sich nach kurzer Zwischenstation in Bieselsberg 2000 seinen Ruhesitz in Zwerenberg einrichtete. Dort lebte er mit seiner zweiten Frau Charlotte. Er hinterlässt außer ihr die Familie seines Sohns, darunter zwei Enkelkinder.

Erst jüngst berichtete Hans Fischer dem Schwarzwälder Boten, wie vor 60 Jahren mit auf seine Initiative der Sportschützenverein Calmbach (SSV) entstand. Er war der erste Oberschützenmeister, sorgte für den Bau des 1967 fertiggestellten Schützenhauses und bald danach des Bogenschieß-Platzes. In einem Nachruf hob SSV-Oberschützenmeister Oliver Gall neben Fischers sportlichen Erfolgen dessen Berufung als Auswerter beim Bogenschießen der Olympischen Spiele 1972 in München hervor. Viele gesellschaftlichen, geselligen und sportlichen Veranstaltungen aus dessen Ära bestünden noch heute. In beeindruckenden Worten unterstrich Gall die Verbundenheit mit dem Kollegen, der wohl mit seine Berufswahl beeinflusst habe.

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