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Neuweiler Beim Futter holen helfen Musiker

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Ungewöhnlich fit trägt Fritz Riexinger mit 84 Jahren wie seit Jahrzehnten jeden Morgen den "Schwarzwälder Boten" aus; gerne erinnert er sich an das große Fest vor 65 Jahren. Foto: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Ein mehrere Tage füllendes Programm wurde im Juli 1955 in Neuweiler-Breitenberg über die Bühne gebracht. Das Gau-Sängerfest wirkte weit über die Grenzen des kleinen Dorfes hinaus. Heute erinnert sich der letzte Zeitzeuge von damals.

Neuweiler-Breitenberg/Calw-Stammheim. Wenn andere noch schlafen, dann ist in Breitenberg der 84-jährige Fritz Riexinger unterwegs und steckt den Schwarzwälder Boten in die Briefkästen. Vielleicht hält ihn das Austragen der Zeitung so fit. Denn wenn er geistig rege Gesprächspartnern von seinen vielen Erinnerungen aus alten Tagen berichtet und seine Foto-Sammlung zeigt, dann erscheint er viel jünger.

Er ist der einzige noch lebende Breitenberger Mitgestalter des großen Gau-Sängerfestes, und zeigt das aufbewahrte Programm für den 16. bis 18. Juli 1955. Als 19-jähriger half er bei der Organisation mit. Es war eines der größten Feste in dieser Zeit mit riesigem Zuspruch aus der ganzen Umgebung, wie der 82-jährige Gerhard Kuonath aus den Reihen des mitwirkenden Musikvereins Stammheim erzählte.

Johannes Hanselmayer einst Vereinsvorsitzender

Als Festpräsidenten nennt die Einladung zu der Großveranstaltung, die auch dem 75-jährigen Vereinsjubiläum des MGV "Liederkranz" Breitenberg galt, den damaligen Bürgermeister Georg Luz. Chorleiter des Jubelvereins war der Oberkollwanger Lehrer Gotthilf Blaich, der später Rektor der Waldschule Neuweiler und langjähriger Dirigent des MGV Frohsinn Neuweiler wurde. Johannes Haselmayer unterzeichnete als Vereinsvorsitzender.

Der Freitagabend brachte den Start mit einem Festbankett, Jubiläumsauftritt der Breitenberger Sänger und ein "geselliges Beisammensein mit der Musikkapelle Stammheim".

"Wir hatten mit dem Wetter riesiges Glück", erinnert sich Riexinger. Die ganze Woche über hatte kräftiger Regen den Festplatz aufgeweicht.

Aber das Sägewerk Bischoff – aus dem inzwischen das Freizeitheim Alte Säge wurde – am Ortsrand lieferte Sägemehl zum Einstreuen der Wiese mit kleinem Rummelplatz und großem Veranstaltungszelt. Zum Festbeginn zeigte sich Petrus gnädig und schickte besten sommerlichen Sonnenschein. So stand dem ganztägigen Sonntagsprogramm nichts mehr im Weg.

Um 6 Uhr gab es "Weckmusik" an verschiedenen Plätzen. Zwischendurch musste Riexinger auch an die heimische Landwirtschaft denken und Futter einholen. "Zwei Mann aus Stammheim halfen da wie selbstverständlich mit", freut er sich rückblickend heute noch. Um 8 Uhr gab es eine Stunde Platzkonzert, dann folgte ein Festgottesdienst in der Kirche. Dem schloss sich eine "Gefallenen-Ehrung" an. Diese galt einer hohen Zahl an Breitenbergern.

Den Verlust von mehr als 40 Soldatenleben hatte bis zum Kriegsende zehn Jahre vorher das 450-Einwohner-Dorf zu beklagen. Darunter waren auch viele Sängerkameraden.

Auch am Montag noch sattes Programm

Ab 13 Uhr startete ein großer Festzug vom Hinterweiler zum Festplatz im Vorderweiler. Der Nachmittag brachte Auftritte der Gastvereine, von denen abends jeder eine Ehrengabe erhielt. Um 21 Uhr heißt es im Programm: "Bunter Abend, anschließend gemütliches Beisammensein mit Tanz." Auch der Montag war nochmals ausgefüllt. Er brachte von 7 bis 12 Uhr das Schulsportfest, nachmittags ein Kinderfest und abends war dann "froher Ausklang im Festzelt".

Als sich der Chor des Breitenberger MGV 1974 mangels Nachwuchs auflösen musste, blieb Riexinger zwar wie andere noch Mitglied des Vereins, trat aber fortan aktiv mit dem einstigen Patenverein MGV Frohsinn Neuweiler auf. Dort singt er auch heute noch mit und wirkt bei großen Festen oder anderen Anlässen wie schon früher in Breitenberg als Fahnenträger.

Die Arbeit als Austräger des Schwarzwälder Boten bekleidet Riexinger seit 2001, also im 20. Jahr. Aber eigentlich ist er in dieser Arbeit – obwohl er früher als Waldarbeiter keinen leichten Beruf hatte – schon Jahrzehnte länger engagiert. Denn seine Vorgängerin war seine Frau Erika, und ihr half er schon jahrzehntelang, das Blatt im Ort zu verteilen.

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