Ein gutes Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrkräften in Villingen-Schwenningen ist das Ziel. (Archivfoto) Foto: Daniela Schneider

Haupt- und Ehrenamt arbeiten in der Feuerwehr bereits eng zusammen, aber da knirscht es auch manches Mal. Künftig sollen klarere Strukturen herrschen.

Mit der Gründung des Amts für Feuerwehr, Brand- und Bevölkerungsschutz im Jahr 2019 wurde der Grundstein für eine umfassende Neustrukturierung der Feuerwehr Villingen-Schwenningen gelegt. Nun soll die Feuerwehrsatzung geändert werden, um hauptamtliche Mitarbeitende in einer eigenen Abteilung zu führen.

 

Hintergrund ist, dass die feuerwehrtechnischen Angestellten und Beamten, die es seit einigen Jahren und trotz damals einiger Widerstände in Villingen-Schwenningen gibt, bislang in den selben Abteilungen wie die freiwilligen Einsatzkräfte tätig sind.

Dies führte allerdings immer wieder zu Konflikten, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Während die hauptamtlichen Kräfte nach arbeits- oder beamtenrechtlichen Bestimmungen tätig sind, gelten für die Ehrenamtlichen die Vorgaben des Feuerwehrgesetzes.

Auch stehen die hauptamtlichen Beschäftigten nicht automatisch für zusätzliche Dienste oder kameradschaftliche Aktivitäten zur Verfügung – viele von ihnen engagieren sich zwar selbst auch ehrenamtlich in der Feuerwehr, aber an ihrem eigenen Wohnort, und der kann eben auch außerhalb von Villingen-Schwenningen liegen.

Eine eigene Abteilung

Mit der neuen Satzung sollen daher hauptamtliche Kräfte in einer eigenen Abteilung zusammengeführt werden. Das soll Klarheit zum Beispiel bei der Zuordnung von Fahrzeugen, Einsatzmitteln und Ausbildungsangeboten schaffen.

Ist das aber nun direkt ein Schritt hin zu einer Berufsfeuerwehr? Diese Befürchtungen wurden im Feuerwehrausschuss angesprochen, der die ganze Thematik vorbesprochen hat. Klarer Tenor: Nein, eine Berufsfeuerwehr wird es nicht geben. Hauptamtliche Kräfte sollen die Freiwilligen im Einsatz unterstützen, sie aber nicht ersetzen – dafür reicht die Personalstärke im Übrigen auch gar nicht aus.

„Ohne die Freiwilligen geht es nicht“

Das unterstrich Oberbürgermeister Jürgen Roth im Verwaltungs- und Kulturausschuss in der Woche auch noch einmal. „Ohne die Freiwilligen geht es nicht“, betonte er die große und essenzielle Bedeutung dieses Engagements. Eine Berufsfeuerwehr ist im Übrigen an die 100 000-Einwohner-Marke geknüpft. Und selbst, wenn man die einmal erreiche, so der OB, wolle und müsse man auch weiter auf das Ehrenamt setzen.

Friedrich Bettecken (CDU) sagte in der Ausschusssitzung, dass man der Satzungsänderung natürlich zustimme, aber eines dabei ganz klar sei: „Wir wollen auch weiterhin eine Freiwillige Feuerwehr“.

Der Ausschuss fasste einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat zur vorgeschlagenen Satzungsänderung einstimmig. Der Feuerwehrausschuss hatte dieser bereits im September 2024 einstimmig zugestimmt. Auch Ortschaftsräte und Bezirksbeirat gaben grünes Licht. Nun entscheidet der Gemeinderat am 24. September abschließend über die Änderungen, was aber tatsächlich nur noch eine Formalie darstellen dürfte.