Nachdem die Idee 2012 schon einmal verworfen wurde, sieht es nun so aus als würde die Erddeponie in Neuhausen doch noch reaktiviert. Foto: Moser

Es zeichnet sich ab, dass die Gemeinde Königsfeld die Erddeponie in Neuhausen aktiviert. Unternehmen, die weite Wege zur Entsorgung ihres Erdaushubs auf sich nehmen müssen, würden diesen Schritt begrüßen. Den Betrieb müsste eine private Firma übernehmen.

Königsfeld-Neuhausen - Die mögliche Wiederinbetriebnahme der Erddeponie "Mesmerwäldle" war Thema im Ausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr. Laut Ortsbaumeister Gregor Schenk erlaubt das Landeskreislaufwirtschaftsgesetz seit Ende 2020 Gemeinden die Entscheidung darüber, ob sie die Beseitigung des Erdaushubs selbst übernehmen oder dem Landkreis übertragen wollen. Die Entscheidung muss innerhalb von drei Jahren fallen, sonst geht die Deponie an den Landkreis.

 

Erweiterung um 3,8 Hektar möglich

Die Erddeponie in Neuhausen mit einer Fläche von 3,6 Hektar ist derzeit nicht in Betrieb und auch nicht vollständig verfüllt. Bereits 2012 wurde über eine Inbetriebnahme beraten, damals aber aufgrund zu hoher Kosten abgelehnt. Nun ließe sich das aber leichter realisieren, da laut derzeitigen Vorschriften keine technische Barriere zum Grundwasserschutz gebraucht wird. Auch wäre eine Erweiterung um 3,8 Hektar möglich, da die Eigentümerin eines anliegenden Grundstücks Verkaufsbereitschaft signalisierte.

Den Betrieb könnte nicht der Bauhof übernehmen, das müsste über einen privaten Betreiber gehen. Hier gibt es "entsprechende Signale örtlicher Erdbauunternehmen".

Kosten belaufen sich auf 27 000 Euro

Die Kosten für die Planung der Wiederinbetriebnahme belaufen sich laut Greiner Ingenieure auf etwa 27 000 Euro. Jens Hagen wollte wissen, wie sich diese wieder einspielen lassen. Sie würden laut Bürgermeister Fritz Link in die Pacht eingeplant. Die Gebühr pro Kubikmeter läge bei zehn bis elf Euro, bisher betrug sie 4,60 Euro. Die Fläche inklusive des Zukaufs würde für 26 Jahre reichen.

"Die Unternehmer warten nur drauf", so Matthias Weisser. Viele fahren ihm zufolge 50 bis 60 Kilometer weit. Thomas Fiehn plädierte für eine eigene Abgabestelle, um die Erddeponie Einwohnern und Betrieben der Gemeinde vorbehalten zu können. Ob das möglich ist, muss laut Link geprüft werden. Ein privater Betreiber werde sich das wohl nicht vorschreiben lassen, schätzte Hans Mack. "Relativ kritisch" sah Sabine Schuh, Ortsvorsteherin von Neuhausen, dass mit der Wiederinbetriebnahme landwirtschaftliche Fläche verloren gehe. Da sei eine Regelung zu treffen.

Der Ausschuss vergab die Planung für etwas mehr als 27 000 Euro an das Ingenieurbüro Greiner und beauftragte die Verwaltung zur Prüfung des Betriebs der Deponie durch einen Unternehmer.