Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und eine Diskussion über den Strafvollzug in Baden-Württemberg entfacht. Jetzt ist ein geflüchteter Mörder aus der JVA Bruchsal offenbar gefasst worden – weit entfernt.
Die neun Monate dauernde Flucht des verurteilten Mörders Aleksandr Perepelenko ist offenbar zu Ende. Nach Informationen unserer Zeitung haben Sicherheitskräfte den Mann, der im Bruchsaler Gefängnis eingesessen hatte und bei einem bewachten Ausgang geflohen war, jetzt mehrere Tausend Kilometer entfernt festgenommen. Demnach war er in der osteuropäischen Republik Moldau untergetaucht. Dort hat er den Angaben nach Verwandte.
Von den deutschen Sicherheitsbehörden war zunächst keine Stellungnahme zu dem Fall zu bekommen. Die Polizei in Moldau bestätigte allerdings gegenüber unserer Zeitung die Festnahme. Demnach sei der Zugriff in der Region der Hauptstadt Chisinau erfolgt.
Perepelenko war im Jahr 2012 durch das Landgericht Karlsruhe auf Grundlage einer Anklage der Pforzheimer Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er soll zuvor einen Mann aus Pforzheim nach Gotha gelockt, sein Opfer gefesselt und geschlagen haben. Danach fuhr er gemeinsam mit einer Komplizin in die Südpfalz. Dort erwürgte er den Mann. Dessen Leiche versteckte das Duo bei Lauterbourg im Elsass. Perepelenko saß dafür in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal (Landkreis Karlsruhe) ein.
Am 30. Oktober des vergangenen Jahres gelang ihm die Flucht bei einem bewachten Ausgang an einem Baggersee bei Germersheim (Rheinland-Pfalz). Dort sollte er unter Aufsicht zweier Justizbeamter seine Frau und Kinder treffen. Dabei entkam er den Bewachern, entledigte sich auf der Flucht auch seiner elektronischen Fußfessel. Der Fall hatte danach auch politisch hohe Wellen geschlagen. Vor kurzem sind die beiden JVA-Beamten wegen eines Pflichtverstoßes in dem Fall zu Geldbußen verurteilt worden. Sie sollen nicht dicht genug bei dem damals 43-Jährigen gewesen sein.