Neu im Amt als Ortsvorsteher von Stein musste Manuel Riecher gleich schon schlechtere Zeiten ankündigen. Foto: Klaus Stopper

Für Manuel Riecher als neuer Ortsvorsteher von Stein war es die erste Neujahrssitzung. Und gleich musste er eine Krisenzeit ankündigen. Dennoch sah er Grund zum Optimismus.

Die Neujahrsempfänge in Stein sind ein geselliges Ereignis für den Stadtteil. Die „Zäpflesschnäpper“ spielten zum Auftakt schwungvoll „Oh wenn the Saints“ und zum Abschluss den Steinemer Narrenmarsch, und alle freuen sich darauf, dass nach dem offiziellen Teil die Klapptische in den Sitzungssaal aufgestellt werden und man noch gemütlich zusammen was trinken und bereden kann. All das war ein Genuss, wie in all den Jahren davor.

 

Dass die ebenfalls traditionelle Rede des Ortsvorstehrs die Stimmung eher dämpfte, lag aber nicht am Vortragsstil von Manuel Riecher, der seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr dieses Amt inne hat, es lag eher an der Finanzlage der Stadt, die er „prekär“ nannte. Bekanntlich fehlen viele Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, die Baxter bislang nach Hechingen überwies, seit einer Umstrukturierung nun aber nicht mehr. Und das sei kein reine Problem für 2025 sondern werde auch die Folgejahre prägen, so Riecher.

Mit Rathaussanierung und Jugendzentrum flossen Millionen nach Stein

Und das hat extreme Auswirkungen auf die Investitionsmöglichkeiten auch in den Stadtteilen. Stein steht da ganz gut da, weil gerade erst Millionen in die Rathaussanierung und den Bau eines neuen Jugendzentrums geflossen sind. Aber neue Projekte dürften erst mal auf die lange Bank geschoben werden, alle Energie werde in die Instandhaltung fließen, kündigte er an. Minimalziel sei: „Der Grundbedarf muss gedeckt sein“.

Vereine und Feuerwehr machen beim Zusammenhalt zuversichtlich

Er appellierte eindringlich an das gute Miteinander und das Engagement der Einwohner für ihren Stadtteil. So ließen sich viele Probleme lösen. Als Schwaben könne man schließlich sparen, aber auch was erfinden und „miteinander schwätzen“. Dass der Ort acht aktive Vereine zählt, und die Feuerwehr bei 17 Aktiven nun 22 künftige Nachwuchskräfte in der Kinderfeuerwehr hat, machte ihn optimistisch, dass die Herausforderungen bewältigt werden können.

In Stein herrscht ein leichter Männerüberschuss

Riechers bericht enthielt auch interessante Zahlen. Die Einwohnerzahl ist im vergangenen Jahr um sechs auf nun 1004 gesunken, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass zehn Steinemer gestorben sind und nur fünf geboren wurden. Mit 511 zu 493 gibt es einen leichten Männerüberschuss im Ort, 14 Einwohnern sind 90 Jahre und älter.

Riecher: Jeder Monat ein Termin, auf den man sich freuen kann

Der Ortschaftsrat hatte elf öffentliche Sitzungen, zu denen im Durchschnitt zwölf Besucher kamen. „Das ist mehr als früher, warum das so ist, weiß ich auch nicht“, so Riecher. Themen waren die Einfriedungsregelung für das Neubaugebiet Furth, das Beginen Bauvorhaben und weitere Baugesuche. Und der Terminplan des Stadtteils ähnelte dem vom aktuellen Jahr. „Eigentlich gibt es jeden Monat einen Termin, auf den man sich freuen kann“, so der Ortsvorsteher.

Verbesserung der Mobilfunkverbindung wird ein Thema

Themen der Zukunft seien die Frage, wie die Mobilfunkverbindung im Ort verbessert werden kann, die Sanierung des Spielplatzes am Kindergarten, die Renovierung des Rathauskellers und generell der Straßen- und Gebäudeunterhalt im Ort.