Markus Heim dirigierte das Sinfonische Jugend-Blasorchester im Hohner-Konzerthaus. Foto: Franziska Müller

Mit einem anspruchsvollen Konzert mit dem Sinfonischen Jugend-Blasorchester Baden-Württemberg ist die Kultursaison Trossingen in das neue Jahr gestartet.

Das Sinfonische Jugend-Blasorchester Baden-Württemberg spielte am Dreikönigstag im Konzerthaus ein Programm, das in einer intensiven Probenwoche einstudiert wurde. Dabei handelt es sich um ein Orchester, dessen Musiker zwischen 15 und 21 Jahren alt sind. Unter der Leitung des Gastdirigenten Markus Hein eröffneten Bläser mit der Fanfare pour précéder „La Peri“.

 

Kurz und prägnant versetzten die Musiker ihr Publikum in die magische Welt eines Prinzen auf der Suche nach der Blume der Unsterblichkeit. Ursprünglich für ein Ballett komponiert, stellt das Stück eine eindrucksvolle musikalische Reise dar.

Eindrucksvolle Reise

Mit „Melancholy Moment“ des zeitgenössischen Komponisten Thorsten Wollmann spielten die jungen Musiker ein Stück, das sich der Weiterentwicklung der Blasorchesterliteratur widmet. „Postcard“ von Frank Ticheli, geschrieben im Jahr 1991 zu Ehren der Mutter des Dirigenten H. Robert Reynolds skizzierte die Lebensfreude und den Charakter der Dame.

Die „Giles Farnaby Suite“ ist ein Arrangement von Gordon Jacob für Blasorchester. Giles Farnaby lebte im 16.Jahrhundert, war Tischler und liebte Musik. Er war bekannt für seine phantasievollen Variationen und Volksliedbearbeitungen. Schon bis hier her, also bis zur Pause, erhielt das Jugendblasorchester mit dem Dirigenten Markus Hein reichlich Applaus.

Reichlich Applaus

„Gallimaufry“, der Auftakt nach der Pause, aus der Feder von Guy Woolfenden, ist ein altes englisches Wort und bedeutet so viel wie „Durcheinander“ oder „Gemisch“. So zeigten sich auch die Sätze des Stückes, sie stellten Unordnung und sich ordnende Verhältnisse dar.

Kräftiger Applaus für das Orchester. Foto: Franziska Müller

Der Lieblingsmonat von Eric Whitacre sei der Oktober. Das erfuhr das Publikum aus dem Einführungsvortrag von Tanja Wiesinger. Dieser Herbstmonat wurde von dem 1970 geborenen Dirigenten in all seinen Facetten musikalisch beschrieben. Mal düster, wie an einem nebligen Herbsttag, mal fröhlich, den goldenen Oktober darstellend.

Das Jahr des Drachen

Den Abschluss des Programmes bildete „The Year of the Dragon“, aus der Feder von Philip Sparke. 2017 war das laut dem chinesischen Horoskop geltende Jahr des Drachen. Für diese Inszenierung mussten die Musiker noch einmal alles aufbieten, was sie zu leisten imstande waren. Offensichtlich ist es dem Dirigenten gelungen, die Bläser und das Schlagzeug zu einer Darbietung auf hohem Niveau zu motivieren.

Immer wieder schien er die Musiker mit Gesten und Blicken zu loben. Was sich im Schlussapplaus und Jubelrufen widerspiegelte. Rhythmisch klatschend erhielt das Publikum eine Zugabe, nach deren Ende sich die Musiker glücklich umarmten angesichts eines gelungenen Konzertes im Hohner-Konzerthaus.