Die drei Interpreten, Jenny Schäuffelen am Flügel sowie die Sänger Marie Giroux (Mezzosopran) und Joseph Schnurr (Tenor) begeistern das Publikum in der Stadthalle. Foto: Gudrun Gehr

„It’s Showtime“ hieß es beim Neujahrskonzert mit bekannten Musical-Hits in der Stadthalle Schopfheim.

Die Kulturbrücke Schopfheim-Wehr präsentierte das Trio mit Marie Giroux (Mezzosopran), Joseph Schnurr (Tenor) und Jenny Schäuffelen (Piano) für eine glänzende Musical-Reise an den New Yorker Broadway und an das Londoner West End. Natürlich machte das Ensemble auch musikalische Abstecher nach Wien und Paris. In der Stadthalle Schopfheim zogen die Sopranistin und der Tenor unter Begleitung von Jenny Schäuffelen am Flügel die Gäste in ihren Bann. Es war bereits das dritte Mal, dass Marie Giroux und Jenny Schäuffelen in Schopfheim auftraten. Sie präsentierten sich 2022 als „Duo Pariser Flair“ bei „Akustik in Agathen“ und im vergangenen Jahr mit einer weiteren, insgesamt fünf Künstler umfassenden Besetzung zum Neujahrskonzert in der Stadthalle. Für das Programm „It’s Showtime“ wurden sie von dem aus Kanada stammenden Tenor Joseph Schnurr begleitet.

 

„Willkommen, Bienvenue, Welcome“

Mit seiner beeindruckenden Stimme begrüßte Tenor Joseph Schnurr die Gäste mit „Willkommen, Bienvenue, welcome!“ aus dem Musical „Cabaret“ und eröffnete eine zweistündige glamouröse Reise durch die bekannten Musicals bis zurück ins 20. Jahrhundert. Schnurr und Giroux präsentierten die Evergreens aus den Musicals mal im Solo, oder auch im nuancenreichen Duett. Pianistin Jenny Schäuffelen begleitete virtuos am Flügel. Das Trio nahm die Gäste mit auf eine Reise in die Welt der Musical-Hits. Versprochen war in der Ansage ein „veritables Fünf-Sterne-Gourmet-Genießer-Programm“, und das Versprechen wurde vollends eingehalten.

Von Moderatorin Marie Giroux – sie ist Pariserin und spricht mit einem charmanten französischen Akzent – wurden augenzwinkernd an das Publikum Papiertaschentücher verteilt, um die Tränen der Emotionen trocknen zu können. Darüber hinaus gestaltete sie das Programm mit Humor, Charme und zahlreichen Informationen über die Titel, die Komponisten und die Zeitumstände.

Taschentücher für emotionale Momente

Schnurr sang mit hinreißendem Verve: „Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami“ . Beide Interpreten brillierten beim Song „Maria“ aus dem Musical „Westside Story“ von Leonard Bernstein, voller Leidenschaft als glühende Liebeserklärung. Ebenfalls dahinschmelzen konnte das Publikum beim sehnsuchtsvollen „Somewhere“ von Marie Giroux oder beim Vortrag von „Tonight“. So erfuhr das Publikum auch die Gefahr, in der Papst Paul IV bei der Audienz von Leonard Bernstein schwebte. Bernstein hatte stets das Bestreben, die meisten seiner Gesprächspartner küssen zu wollen, beschränkte sich aber beim Besuch auf den Kuss des Fingerringes des Papstes. Hoch emotional wurde es auch in „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin.

Weiter ging es mit den Welthits des Musical Komponisten Andrew Lloyd Webber. Von Sängerin Giroux im bezaubernden Pailettenkleid kam hier aus dem Musical „Cats“ der Hit „Memories“ . Auch Titel aus „Jesus Christ Superstar“ wurden zu Gehör gebracht, wie ebenfalls aus dem geheimnisvollen „Phantom der Oper“ der Titel „All I ask of you“ von Solist Joseph Schnurr. Hier ging es um große musikalische Gefühle. Zu Gehör gebracht wurden jazzig-beschwingte Titel von Cole Porter wie „Wunderbar“ aus „Kiss me Kate“.

Zugabe aus König der Löwen

Natürlich durfte im Musical-Reigen nicht die ausdrucksstarke „Elisabeth“ von Michael Kunze fehlen. Hier brillierte Giroux als selbstbewusste Sisi mit dem Titel „Ich gehör nur mir“. Als Kaiserpaar Franz Josef und Sisi wurde das Stück „Boote in der Nacht“ präsentiert, und hier wurde wohl Gänsehaut-Feeling geschaffen. Stücke von „Les Miserables“ oder „My Fair Lady“ entzückten das Publikum.

Moderatorin Giroux schmunzelte: „Musicals sind wie Eiscreme, es ist für jeden was dabei“. Auch die aktuelle Politik wurde thematisiert: Mit Louis Armstrongs „What a wonderful world“ wurde die Hoffnung auf Frieden verbunden. Im offiziellen Programm wurde zuletzt passenderweise der Klassiker „Con Te Partiró“, besser bekannt als „Time to say goodbye“ vorgetragen. Auf Verlangen des Publikums gab es noch eine Zugabe, die mit „Can You Feel the Love Tonight“ von Elton John vorgetragen wurde. Zum Lohn für die ganz besondere Veranstaltung gab es langanhaltenden Beifall der Gäste.

Ein Wermutstropfen lag jedoch vor: Es blieben viele Sitzplätze leer. .