Ein hervorragendes Konzert mit Orgel und Bläsern wird in St. Cyriak zur Begrüßung von 2023 gegeben. Das Foto zeigt die Akteure Bálint Tacács (von links), Andreas Spiegelhalder, Sebastian Patzelt, Takako Yamanoi, Frank Rieger und Rainer Benner. Foto: Kouba

Ein durch den Lions Club organisiertes Neujahrskonzert wurde am Sonntag in der Pfarrkirche St. Cyriak geboten. Den vielen Zuhörern begegneten der Organist Frank Rieger und die Formation NeoBrass, die seit über zehn Jahren zusammen musizieren.

Furtwangen - Eingerahmt wurde das Programm mit den Ecksätzen der "Symphonischen Suite" von Traugott Fünfgeld, einem protestantischen Kirchenmusiker in Offenburg. Die Musik war gleichzeitig eine Reminiszenz an Wataru Takagi, der führendes Mitglied von NeoBrass war, den in Furtwangen viele kannten und der leider 2016 verstarb. Seine Bearbeitung war ein passender Zuschnitt eines fast barock anmutenden Werkes, dessen "Nun danket alle Gott" inhaltlich verschlüsselt transportiert wurde.

Alle sechs Musiker boten tiefe Gefühle mit Dvoráks Largo aus der neunten Sinfonie. Melancholie vermittelte weite Prärie, romantische Empfindung der neuen Welt und einen kantablen Gruß an die Indianerin Minnehaha.

Auf spätromantischen Spuren

NeoBrass verfolgte ferner spätromantische Spuren mit einem dreisätzigen Quintett des St. Petersburgers Ingenieurs und Musikers Victorµ Ewald (1860 bis 1935). Deutlich wurde die Qualität der Bläser mit singender Posaune (Andreas Spiegelhalder), samtig weichem Hornklang (Takako Yamanoi), strahlend-schmetternden Trompeten (Bálint Tacács und Rainer Benner) sowie der angenehm sonoren, Basis gebenden Tuba (Sebastian Patzelt).

Teils schwierige Harmonien waren im Andante zu bewältigen, und munter erklang das Vivo mit akzelerierendem Schluss. Einen modern-jazzigen Anstrich erhielt das "Engel auf den Feldern singen" mit klarem Cantus firmus und strahlender Piccolo-Trompete. Alle Schattierungen des "Dance macabre" von Saint-Saens lotete Frank Rieger als Solist an der Klais-Orgel aus. Er ließ die Untoten aus der Gruft auferstehen, ließ klappernde Skelette einen infernalischen Tanz vollführen und führte mit letztem Hahnenschrei zum Ende des Spukes. Nur die anfänglichen Glockenschläge konnte die Orgel nicht umsetzen.

Mit reichhaltigem Applaus belohnt

"Ah – vous dirai-je, maman" von Mozart kennt jedermann, weniger bekannt sind die Variationen der Niederländerin Margaretha Christina de Jong, deren farbenreiche Sätze von Prélude bis fugiertem Finale Rieger gekonnt umsetzte. Der reichhaltige Applaus wurde mit "Highland Cathedral" belohnt und lotete nochmals die besten akustischen Verhältnisse von St. Cyriak aus.