Eröffnet wurde das Neujahrskonzert der Stadtkapelle durch die Jugendkapelle unter Leitung von Benjamin Hummel. 26 junge Musiker aus Furtwangen, Schönenbach, Katzensteig und Gütenbach, unterstützt durch einige Musiker der Stadtkapelle, zeigten hier ihr Können. Foto: Stefan Heimpel

Ein Highlight zum Auftakt des neuen Jahres ist immer das Konzert der Stadtkapelle Furtwangen in der Festhalle. Und das begeisterte das Publikum auf ganzer Linie.

Seit 1949 und damit seit 77 Jahren gehört dieses Konzert fest zum Furtwanger Kulturprogramm. Auch in diesem Jahr war die Festhalle wieder voll besetzt, als die Jugendkapelle den Konzertabend eröffnete. Dreieinhalb Stunden lang wurde ein bunter Reigen an Melodien dargeboten.

 

Den Auftakt bildet schon seit vielen Jahren die Jugendkapelle, die damit die effektive Jugendarbeit der Stadtkapelle präsentiert. Vorsitzender Manuel Burgbacher betonte, dass die Jugendkapelle die Zukunft der Stadtkapelle darstelle. 26 junge Musiker, inzwischen auch aus den benachbarten Kapellen in Schönenbach, Katzensteig und Gütenbach, zeigten hier ihr Können.

Jugend-Dirigent Benjamin Hummel, der im Übrigen in wenigen Tagen sein Debüt als Dirigent beim Jahreskonzert der Stadtkapelle Vöhrenbach gibt, hatte für sein zweites Neujahrskonzert zum Auftakt Gospel-Melodien ausgesucht. Sphärische Klänge charakterisierten dann das Werk „Stratosphere“, in dem Otto Schwarz den Weltrekord-Sprung mit dem Fallschirm aus knapp 40 Kilometern Höhe darstellte. Weiter ging es mit der Musik aus dem Zirkus Fantasia und Song „Hello“ von Adele. Nach großen Beifall des Publikums erklang als Zugabe die James Bond-Melodie „Skyfall“.

Die Stadtkapelle unter der Leitung von Timo Hieske eröffnete ihren Programmteil mit dem „Olympischen Feuer“ von Michael Geisler. Unheimlich war dann das Schlachten-Gemälde zur Evakuierung von Dünkirchen, wo im Frühjahr 1940 Innerhalb von neun Tagen 330 000 britische und tausende französische Soldaten vor den vorrückenden Nazitruppen gerettet wurden.

So klingen Saurier

Es folgte ein musikalischer Rückblick mit Melodien von Nena (99 Luftballons) oder dem Hit „The Sound of Silence“.

Nach der Pause „aufgeweckt“ werden sollten die Zuhörer, so die Ansagerinnen, dann mit dem schwungvollen Fliegermarsch „Deutschland fliegt“. Und dann ging es musikalisch in die Kreidezeit vor 100 Millionen Jahren: In der Festhalle konnte man jetzt lautstarken Sauriern begegnen.

Ein Highlight zum Finale: Adrian Kammerer, frisch gebackener Gold-Jungmusiker, zeigte mit dem Xylophon bei „Xylomania“ mit rasantem Spiel sein Können. Foto: Stefan Heimpel

Mit dem Titel, „Get up and go“ von Stefan Schwalgin wollte die Stadtkapelle für das Publikum einmal richtige Gute-Laune-Musik bieten. Zum Abschluss des Programms folgte ein Highlight: Adrian Kammerer, der gerade das goldene Leistungsabzeichen für Jungmusiker erfolgreich absolviert hatte, zeigte mit dem Xylophon bei „Xylomania“ mit rasantem Spiel auf diesem Instrument sein Können. Das Publikum war begeistert von diesem Konzert, die Musiker konnten erst nach zwei Zugaben, dem Narrenmarsch und dem Radetzky-Marsch, von der Bühne gehen.

Marsch feiert ein Jubiläum

Ungewöhnlich beim Neujahrskonzert war die erste Zugabe: Der Furtwanger Narrenmarsch. Denn dieser Marsch feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag und ist damit 25 Jahre älter als die Narrenzunft, die nun ihr Jubiläum feiert. Ursprünglich komponiert vom fürstlichen Hofkapellmeister Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866) wurde der Marsch in der ganzen Region gespielt. Der Furtwanger Dirigent Josef Schultis hörte den Marsch in Vöhrenbach. 1901, also vor 125 Jahren, komponierte er noch ein Trio hinzu und schuf damit den Furtwanger Narrenmarsch in heutiger Form.