Der Ort wächst: Bürgermeister Christoph Schaack, vorn, im Kreise von Neubürgern beim Neujahrsempfang. Foto: Winnie Gegenheimer

Eine Ansprache mit Zuversicht, aber auch mit mahnenden Worten, eine besondere Ehrung, Bild-, Musik- und Tanzvorführungen, wie die Bewirtung direkt aus dem Ort – die Veranstaltung war ein rundum gut geschnürtes Paket.

Zum Start seines mittlerweile zehnten Neujahrsempfangs, wie Bürgermeister Christoph Schaack stolz betonte, verteilte er traditionell Brot, Salz und selbstverständlich ein Dobler Heimatbuch an anwesende Neubürger, vom 88-jährigen Fritz Zizmann bis zur Familie des elf Monate alten Levi. Zum Schluss des formellen Programms gab es Glücks-Schornsteinfeger von den Originalen, Hans Bäzner und Mitarbeiter Tim Jäger.

 

„Loderndes inneres Feuer“

Schwungvoll Gut unterhalten waren die 150 Gäste, in deren Mitte krankheitsbedingt einige Lücken klafften, aber neben zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens, von Schule bis Blaulichtfamilie, von Vereinen und Gewerbe bis zu Bürgermeisterkollegen sowie Ákos Mayer, Vertreter der Partnergemeinde Tótvázsony, auch etliche weitere Dobler den Weg ins Kurhaus gefunden hatten. Irene und Andreas Merkel stimmten mit Geige und Gitarre schwungvoll ein, die TSV-FunDance-Mädels von Julia Enders nahmen den Schwung auf, als sie über die Bühne wirbelten. Und auch Rathauschef Schaack erklärte, gut erholt „mit einem lodernden inneren Feuer“ voller Tatendrang den Abend mit den Gästen verbringen zu wollen.

Licht und Schatten – der Rückblick

Appell Seine Neujahrsansprache als Herzstück des Abends begann Schaack mit Rückblicken wie dem Dobler Grundoptimismus der 2010er-Jahre, dessen Zuversicht mittlerweile schwer aufrechtzuerhalten sei. Er appellierte an die Bürger, am 23. Februar wählen zu gehen und versprach, dass die Dobler Verwaltung alles tue, die Lebensqualität auf der Sonneninsel zu sichern.

Schwung und Pep brachten die FunDance-Mädchen in den Neujahrsempfang. Foto: Winnie Gegenheimer

Der Blick zurück auf 2024 habe mit der Herausforderung „Veranstaltungen am Wasserturm“ versus Naturschutz begonnen, was „wirklich harte Kämpfe“ bereitet habe. Wichtiger Meilenstein sei die Zusage fürs weitere Sanierungsgebiet in der Ortsmitte gewesen, emotional aufregend, aber mit gutem Ausgang, das Thema Räumlichkeiten für den Lernkern. Ein „Weihnachtsgeschenk“ sei der Förderbescheid über 65 000 Euro für den Orts- und waldhistorischen Erlebnisweg gewesen – drei Jahre nach Einreichen des Antrags.

2025 – manchmal nicht spaßig

Den Gürtel enger schnallen, heißt Schaacks Leitspruch für 2025: „Mehr Kosten, mehr Aufgaben, keine zusätzlichen Finanzmittel – das ist manchmal nicht so spaßig.“ Die größte Herausforderung werde Erstellung und Verabschiedung eines genehmigungsfähigen Haushaltes sein. Dennoch: Man werde „den Dobler Weg finden“ von der Standortsuche für den Bauhof über das Thema Weiterentwicklung Bevölkerungsschutz bis zur Feier von 125 Jahren Westweg.

Feige und charakterlos

„Feige und charakterlos“ In eigener Sache ergänzte Schaack, was ihn 2024 getroffen und betroffen gemacht hat: die vorsätzliche Beschädigung seines Autos während einer Gemeinderatssitzung. „Das war feige und charakterlos“, so das Gemeindeoberhaupt: „Ich werde mich davon nicht einschüchtern lassen, meine Arbeit als Bürgermeister weiterhin mit Freude ausüben und mich mit ganzer Kraft, gemeinsam mit dem Gemeinderat, für Dobel einsetzen.“

Besondere Verbindung und besondere Ehrung

Der 2024 zum 30. Partnerschaftsjubiläum mit Tótvázsony als Geschenk an die Ungarn gedrehte Videofilm zeigte an diesem Abend gekonnt allen Gästen, was die Partnerschaft hier wie dort bedeutet. Und dann gab es noch eine besondere Ehrung: Hubert Schaible und seine Partnerin Brigitte Morof, die 2024 – Alter und Umständen geschuldet – nach 128 Jahren die Tradition der Bäckerei Schaible in Dobel schweren Herzens beendet haben, erfuhren auf der Bühne noch einmal große Wertschätzung.

Die Bäckerei sei ein echter Dorftreff gewesen, lobte Schaack, dort sei er etwa in den feinen Unterschied zwischen badischer und schwäbischer Brezel eingeweiht worden. Und – langsam lief der Rathauschef verbal zu Hochform auf: Wenn der Neujahrsempfang der Hefezopf, dann sei Schaible die Butter darauf! Schaible war fast zu Tränen gerührt. Dass Schaack auch insgesamt seine Sache zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung gut gemacht hat, bescheinigte ein Lob, das größer nicht hätte ausfallen können - das von Filius Alexander Schaack: „Am Anfang war er ja noch ziemlich nervös. Aber dann hat er sich ganz gut geschlagen.“

Nachdenklich, aber mit Zuversicht

„Wo ich auch hinsehe, überall sind Berge“, beendeten Mechthild Voß von der Katholischen und Pfarrer Matthias Ahrens von der Evangelischen Kirche gemeinsam den formellen Teil des Abends und wünschten, dass Herausforderungen mit Zuversicht angegangen werden. Die Verabschiedung, so Ahrens, gelte selbstverständlich erst für die Zeit nach dem Imbiss des Musikvereins.