Beim gut besuchten Neujahrsempfang der Gemeinde Steinen in der Wiesentalhalle in Höllstein gab es eine Überraschung.
Der Neujahrsempfang der Gemeinde Steinen stand ganz im Zeichen des Ehrenamts. Zu diesem Thema gab es ein Podiumsgespräch mit ehrenamtlich engagierten Bürgern der Gemeinde. Gemeinsam ging die Runde der Frage nach, ob sich das gesellschaftliche Engagement in der Krise befindet und, was dagegen getan werden kann. Im Anschluss daran wurde Bürgermeister Gunther Braun mit einem besonderen Geschenk überrascht.
Rück- und Ausblick
Zunächst blickte Braun in seiner Neujahrsansprache auf das vergangene Jahr zurück und gab einen Ausblick auf 2026. Dabei ging es um das sanierungsbedürftige Freibad, dass trotz finanzieller Herausforderungen auch in diesem Jahr wieder seine Tore öffnen soll. Aber auch um den Segen, den Zusammenschlüsse wie der Zweckverband Musikschule Mittleres Wiesental bringen können. Wie zum Beweis trug das New Philharmonic Sound Orchester der Musikschule unter der Leitung von Wilhelm von Dungen beim Empfang ganz entscheidend zur feierlichen Stimmung bei.
Der Bürgermeister sprach über anstehende Bauprojekte und Entwicklungsgebiete im Ort und verwies auf die im März anstehende Landtagswahl. Es wäre gut, wenn der Landkreis Lörrach wenigstens eine Vertretung in Stuttgart hätte, nachdem er in Berlin nun nicht mehr vertreten sei, betonte er die Wichtigkeit dieser Wahl. Derzeit werden in Steinen noch Wahlhelfer gesucht.
Die Bedeutung der Feuerwehr und anderer Blaulichtorganisationen habe sich bei einem Großbrand im August gezeigt, wie Braun betonte. Er verwies zudem auf den Umbau des Polizeipostens im Haus der Sicherheit, der mit etwas Glück zum Jahresende abgeschlossen sein könnte. Für den Naturpark-Markt, der im Oktober erstmals stattfand, wünschte sich der Bürgermeister eine Wiederholung. Auch zeigte er sich zuversichtlich, dass sich für einen Gewerbeverein wieder neue engagierte Leute finden werden.
Weiter lebenswert
Trotz finanziell enger Handlungsspielräume werde man Steinen weiter lebens- und liebenswert halten, zeigte sich Braun überzeugt. Ein wichtiger Meilenstein in dieser Hinsicht könnte die baldige Realisierung der lang ersehnten Entlastungsstraße für den Kernort sein. Optimierungen würden zudem durch den Ausbau des Nahwärmenetzes und der Breitbandversorgung erzielt.
Wichtige Ehrenämter
Der Bürgermeister führte im Anschluss in das Thema Ehrenamt ein: So musste in diesem Herbst der Martinsumzug abgesagt werden, da die verbliebenen vier Mitglieder diese Traditionsveranstaltung allein nicht mehr stemmen konnten. Auf der anderen Seite kamen nach einem Aufruf des Fördervereins im Frühjahr innerhalb kürzester Zeit 60 000 Euro zusammen, um das Freibad zu retten. Brauns Dank galt allen, die sich immer wieder aufs Neue selbstlos engagieren. Sechs von ihnen wurden im Anschluss aufs Podium gebeten. Über die von Matthias Zeller moderierte Diskussionsrunde berichten wir noch ausführlich.
Ein besonderes Geschenk
Zum Abschluss des offiziellen Teils hatte Gabriele Kaiser-Bühler, Ortsvorsteherin von Hägelberg, das Wort. Sie bat ihre Ortsvorsteher-Kollegen und alle anwesenden Ratsmitglieder zu sich auf die Bühne. Gemeinsam wollten sie den Bürgermeister mit einem Geschenk überraschen. „Jeder Ortsteil für sich ist etwas ganz Besonderes“, betonte Kaiser-Bühler. Jedoch: „Allein schaffen wir es nicht. Nur zusammen sind wir eine starke Gemeinschaft.“
Dies war Kaiser-Bühlers Bekenntnis zur Eingemeindung der Ortsteile vor nunmehr gut 50 Jahren. Den Bürgermeister lobte sie für seinen Elan und seine Visionen. Er habe das Herz am rechten Fleck, so die Ortsvorsteherin. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit der zusammengewachsenen Gemeinschaft aus sieben Ortsteilen bekam Gunther Braun eine silberne Bürgermeisterkette überreicht. Eine solche hatte es bis dato nicht gegeben.