Mit einem Rückblickvideo, eine Podiumsdiskussion und der Ansprache des Bürgermeisters wurde in Schwanau das Jahr 2026 eingeläutet.
Die Schlange vor der Silberberghalle in Allmannsweier am Dienstagabend war lang, zahlreiche Besucher strömten hinein, um das neue Jahr mit ihrer Gemeinde zu begrüßen. Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann gab allen Gästen am Eingang die Hand. Nach seiner offiziellen Begrüßung übergab er das Wort zunächst an Uwe Baumann, der den Abend moderierte.
Mit einem Rückblickvideo auf 2025 startete das Programm des Neujahrsempfangs. Zu einer fröhlichen Melodie flimmerten Fotos von Einweihungen, Aktionen, Ehrungen und Jubiläen über die Leinwand. Von der Fasent über den Kultursommer bis zur Jahresabschlussübung der Feuerwehr – das Publikum blickte gebannt auf die präsentierten Erinnerungen.
In seiner Neujahrsansprache ging Gutmann zunächst auf das zurückliegende Jahr ein, sprach über den Ausbau der Wohn- und Gewerbeflächen und die von der Gemeinde getätigten Investitionen. Für das Jahr 2026 wünsche sich Gutmann für Schwanau vor allen eines – „Mut. Mut heißt, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn Entscheidungen nicht einfach sind und nicht allen gefallen werden“, erklärte er. Auch Zuversicht, Eigenverantwortung und Gemeinschaft seien für das kommende Jahr relevant. Gutmann wünsche sich einen respektvollen Umgang miteinander, im Engagement für den Nachbarn, im Ehrenamt, im bewussten Umgang mit Ressourcen.
Ein Podiumsdialog unter der Moderation von Baumann stellte einen Höhepunkt des Programms dar. In einem angeregten Gespräch tauschten sich fünf Stellvertreter über wichtige Themen aus der Region aus. Die Schwanauer Schülerin Emmi klagte über die schlechten Busverbindungen nach Wittenweier und Nonnenweier, Pfarrerin Christine Egenlauf erzählte: „Ich bin stolz zu sagen, dass ich Dorfpfarrerin bin. Ich bin dadurch einfach mittendrin im Geschehen.“ Christina Kässinger, Geschäftsführerin der Firma Kässinger berichtete aus der Sicht einer Schwanauer Unternehmerin von ihren Erfahrungen. „Das Schönste ist, dass man sich hier kennt. Unsere Familie, unsere Mitarbeiter und Kunden – alle kommen aus Schwanau.“ In seiner Funktion als Schulleiter der Schwanauer Gemeinschaftsschule sprach Moritz Heinicke. Er betonte, wie wichtig es sei, Jugendlichen die Fähigkeit zum kritischen Denken zu vermitteln. Diesen Umbruch griff auch Mario Leutner als Vertreter der Vereine in seinem Beitrag auf: „Wir müssen in Vereinen neu denken, nicht alles beibehalten, weil wir es schon immer so gemacht haben. Nur dann ergeben sich neue Möglichkeiten.“
Den Rahmen des Neujahrsempfangs nutzte Gutmann für eine besondere Ehrung: Er verlieh die Baden-Württembergische Ehrennadel an Claudia Probst für ihr langjähriges Engagement als Oberzunftmeisterin. Gutmann bedankte sich bei Probst für ihren Einsatz für Verein und Gemeinde, welchen sie im Jahr 1996 als Schriftführerin des Vereins „Bäschili Hexe Allmeschwier“ begonnen hatte. Seit 23 Jahren war sie ohne Unterbrechung als Zunftmeisterin im Einsatz, hob Gutmann hervor.
Im Anschluss an die Veranstaltung bot ein Umtrunk die Möglichkeit für Gespräche.
Musikalische Begleitung
Für den musikalischen Teil des Abends sorgte die Schwanauer Sängerin Melanie Schäfer mit Georg Eichhorn am Klavier. Sie präsentierten Lieder von Elton John und Lina Maly.