Eine friedliche Welt, eine offene Gesellschaft, die Weiterentwicklung der Stadt Lörrach: Die Oberbadische hat Gäste beim Neujahrsempfang nach ihren Wünschen für 2026 gefragt.
Frank Hovenbitzer, Architekt und Professor für Architektur an der DHBW Lörrach, ist zuversichtlich, dass im Jahr 2026 tolle Ideen entstehen, um Lörrach baulich zu gestalten, insbesondere auf dem frei werdenden Areal der Kreisklinik und rund um die Rathaussanierung. Den Studiengang Architektur an der Dualen Hochschule, den er mit aufgebaut hat, sieht er im Aufwind. Hovenbizter ist optimistisch, dass die Studierenden die Inspirationen, die sie dort erhalten, auch für die Entwicklung der Region einsetzen werden. „Wir müssen die Wirtschaft voranbringen, vor allem die Entwicklung auf dem KBC-Areal“, sagte Matthias Koesler, Vorsitzender der FDP Lörrach und Stadtrat. Zu den wichtigsten Themen zählte er auch den Wohnungsbau. Außerdem wünschte er sich „den Wiedereinzug der FDP in den Landtag, weil im Land eine liberale Stimme gebraucht wird.“
Christian Schmidt, Leiter des Polizeireviers Lörrach hoffte auf ein gesundes und friedliches Jahr. Für 2026 wünschte er sich möglichst wenige brenzlige, vor allem aber erfolgreiche Einsätze. Personalsorgen habe er nicht: Das Polizeirevier Lörrach sei gut aufgestellt. Auch Florian Pelz, Pressesprecher des Technischen Hilfswerks Lörrach hoffte, dass alle Helfer aus den Einsätzen wohlbehalten zurückkommen. Außerdem wünschte er sich „Zuwachs beim Ehrenamt“. Das THW erbringe in Notlagen mit Feuerwehr und Polizei ein „ Spektrum“ an Hilfeleistungen, zu „hundert Prozent ehrenamtlich“. Da seien Fachleute im Handwerk, im Büro oder auch Bootsführer gesucht. Aber auch die Bürger müssten für Notfälle wie den großen Stromausfall in Berlin vorsorgen. Die Wirtschaft in Deutschland müsse wieder auf Kurs kommen, sagte Jörg Müller, Gemeinderat (Freie Wähler) und Vorsitzender des SC Haagen. Vor Ort wünschte er sich, dass die Stadt 2026 die Nutzung des Areals Neumatt-Brunnwasser plant. Der SC Haagen brauche Klarheit, damit er in seine Zukunft investieren könne, so Müller. Auf dem Areal sei genügend Platz für alle - auch für den SC Haagen. „Ein weniger aufregendes Jahr 2026“ wünschte sich Ute Lusche, Vorsitzende der Lörracher Bürgerstiftung: „Ich hoffe, dass sich die Weltpolitik wieder normalisiert.“ Auf dem Campus Rosenfels wolle die Bürgerstiftung ein Kochprojekt mit Kindern und Jugendlichen umsetzen, erzählte sie. „Es steckt so viel Talent in den Schülern, das wir aus ihnen heraus holen wollen“, begeisterte sie sich mit den Schulleiterinnen Sonja Mohren (Theodor Heuss-Realschule) und Stefanie Müller (Hebel-Gymnasium).
„Ich wünsche mir, dass die Aufbruchsstimmung, die uns schon immer ausmacht, nicht stoppt“, sagte Karin Maßen, Leiterin des Theaters Tempus fugit. Mit ihrem Theater wolle sie Teil der Gesellschaft sein und bleiben. Vor allem den Kinder- und Jugendbereich, der großen Zuspruch erfahre, wolle sie ausbauen: Kinder und Jugendliche hätten so viele Ideen, so viel zu sagen. „Ich wünsche mir sehr, dass die rechte Liga klein bleibt“, sagte Anette Eckstein, Mitgründerin des soziokulturellen Zentrums Nellie Nashorn, zur politischen Entwicklung insgesamt. Vor Ort hoffte sie, dass die Stadt die Finanzen für Tempus fugit, Nellie Nashorn und die freie Kulturszene nicht weiter beschneiden müsse.
„Solidarität in der Gesellschaft und dass die demokratischen Kräfte sich behaupten“, erhoffte sich Holger Wilhelm von der Jugendhilfeeinrichtung Tüllinger Höhe. Wichtig sei, das die Gesellschaft auch für Menschen Verständnis habe, die im Leben größere Herausforderungen zu bewältigen hätten als viele andere. „Wir in der Karl-Rolfus-Schule am St. Josefshaus begreifen Unterschiede als Chance, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen“, stellte Rektor Thomas Mürle fest. In einer Zeit, in der Ausgrenzung und Abgrenzung auch politisch zunähmen, setze man auf Dialog, Respekt und Offenheit. Ziel müsse sein, die freiheitlich-demokratische Haltung zu stärken – durch gelebte Akzeptanz und die Teilhabe aller Menschen, so Mürle. Gudrun Schubert und Klaudia Klein von der Schubert-Durand-Stiftung in Lörrach wünschten sich für das neue Jahr: „Eine friedliche Welt, auf allen Ebenen!“