In einem festlichen Rahmen feiert die 3-Länder-Stadt Weil am Rhein den Start ins neue Jahr. Joachim Duttlinger wird für sein Engagement im ESV Weil am Rhein geehrt.
Die Spannung steigt wie jedes Jahr, wenn sich die dicht bestuhlten Reihen im Weiler großen Rathaussaal nach und nach füllen und schließlich die Mitglieder der Orchestergesellschaft ihre Plätze auf der Bühne einnehmen.
Ein festlicher Moment: Die Stadt Weil am Rhein lädt ihre Repräsentanten, Bürger, Freunde und Nachbarn dazu ein, das neue Jahr im großen Stil zu begrüßen.
Zum alljährlichen Ritual gehört die persönliche Begrüßung der Gäste durch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Bürgermeister Lorenz Wehrle im marmorverkleideten Foyer.
Die Zahl 2026 in Form üppig belegter Silserli in der Raummitte gibt einen gut sichtbaren Hinweis darauf, um welchen Anlass es sich hier handelt: den Weiler Neujahrsempfang.
Nach dem von Frank Nilly und seiner Weiler Orchestergesellschaft glänzend interpretierten musikalischen Auftakt schlägt die Stunde für die Neujahrsrede der Oberbürgermeisterin.
Neujahrsrede als politische Programmansage
In großen Bögen schildert Stöcker darin ihr politisches Programm, und welche ihrer Vorhaben sie im vergangenen Jahr umsetzen konnte.
An ihren Voraussagen des vergangenen Jahrs will sie sich dabei explizit messen lassen: Vertrauen in die Demokratie lebe von Verlässlichkeit bei der Umsetzung von Vorhaben und Versprechen, ist sie überzeugt.
Nachhaltige Stadtentwicklung, Sauberkeit und Sicherheit sowie eine verbesserte Kommunikation habe sie damals als konkrete Ziele benannt und diese in den darauffolgenden Monaten konsequent verfolgt.
Erste Schritte in Richtung einer belebteren Innenstadt wurden gegangen, das leidige Weiler Müllproblem durch eine eigens aufgelegte „Clean-Up“-Kampagne bei den Hörnern gepackt.
Durch gute Kommunikation und transparente Information könne gezeigt werden, was umgesetzt wird, sagt sie mit Blick auf die Anstrengungen, welche die Stadt im vergangenen Jahr unternommen hat, um ihre Werke stets ins richtige Licht zu rücken: Über Pressemitteilungen und im persönlichen Gespräch, in den Sozialen Medien und einem städtischen Messengerdienst-Kanal.
Joachim Duttlinger vom ESV wird geehrt
Mit leisem und zugleich exponiertem Klang machen es die Streicher des Orchesters im Anschluss spannend. Das Allegro aus „Palladio“ von Karl Jenkins leitet über zu einer bedeutenden Ehrung, deren Empfänger bis zuletzt geheim gehalten wird.
Joachim Duttlinger vom Eisenbahner Sportverein (ESV) erhält für sein fast 50-jähriges, ehrenamtliches Engagement die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg aus den Händen von Oberbürgermeisterin Diana Stöcker.
„Ihr Organisationstalent und Ihre Weitsicht haben die Trainingsbedingungen für Hunderte von Sportlern erheblich verbessert. Was Sie auszeichnet, ist echter Teamgeist“, lobt sie. Die Auszeichnung berühre ihn sehr, sagt Duttlinger in seiner Dankesansprache. „Für mich war das nicht wie Arbeit, sondern ein Teil meines Lebens, der mich reich beschenkt hat“, führt aus. Die Arbeit im Verein sei immer ein Gemeinschaftswerk.
Zwei Schwestern musizieren
Wenn zwei Schwestern von 14 und zehn Jahren miteinander musizieren, dann ist das nicht allein für ihre Eltern etwas Besonderes. Die Herzen aller Anwesenden fliegen den Schopfheimer Hackbrett-Virtuosinnen Julia und Anna Dietsche zu, die beim Neujahrsempfang mit „On Tour“ von Christoph Pfändler eine Kostprobe ihres Könnens gaben.
Die beiden werden an der Musikschule Weil am Rhein von Antonia Ortner unterrichtet, in der einzigen Hackbrett-Klasse, die es in Baden-Württemberg in einer städtischen Musikschule gibt.
In Weil gibt es die einzige Hackbrett-Klasse
Musikschulleiterin Ariane Matthäus persönlich hatte sich auf die Suche nach einer Lehrerin gemacht, nachdem sie sich 2024 bei „Jugend musiziert“ von dem überragenden Talent der damals zwölfjährigen Julia Dietsche hatte überzeugen können. Zu jener Zeit hatte die Schopfheimer Schülerin nur Online-Unterricht. Im April 2025 erreichte die Jung-Musikerin den ersten Preis beim Landeswettbewerb von Jugend musiziert, wenige Wochen später gewann sie beim Bundeswettbewerb den zweiten Preis.
Soloauftritt mit „Zirkus Renz“
Was sie solistisch drauf hat, zeigt Julia Dietsche beim Neujahrsempfang mit „Zirkus Renz“ von Gustav Peter, einfühlsam begleitet von der Orchestergesellschaft. Für die Darbietungen gibt es langen und herzlichen Applaus.
Was wäre ein Neujahrsempfang in Weil am Rhein ohne den Auftritt der Trachtengruppe Markgräflerland? In Tracht – die Dame mit Hörnerkappe, die Herren in Frack und Zylinder – und ausgestattet mit zwei prächtigen Neujahrsbrezeln für Oberbürgermeisterin Stöcker und Bürgermeister Wehrle erweisen Trachten-Chef Michael Lindemer und seine Begleiterinnen der Weiler Stadtspitze ihre Reverenz.
„Das ist ein ganz besonderes Gefühl“
Ihr Auftritt geht nicht ohne ein paar humorige Worte in Alemannisch über die Bühne: So viele Neujahrsempfänge wie Jahreshauptversammlungen der Vereine gebe es, nichtsdestotrotz sei jeder einzigartig.
Voller Stolz erinnert Lindemer an die Teilnahme der Trachtengruppe am ESC-Eröffnungsmarsch in Basel im Rahmen der Weiler Delegation. Welche Würde habe das Weiler Ortsschild da ausgestrahlt: wie auf einer Sänfte über einen türkisfarbenen Teppich getragen und begleitet von den Klängen der Europahymne, welche die Stadtmusik Weil am Rhein vor hunderttausend Besuchern intonierte, blickt er ergriffen zurück.
„Das ist ein besonderes Gefühl“. Wie von Zauberhänden haben sich in der Zwischenzeit im Foyer die Tische gefüllt mit allerlei kalten und warmen Köstlichkeiten aus der Hand der Metzgerei Lederer und der Bäckerei Fritz.
Auch gekühlte Getränke stehen in großer Menge bereit, als die Besucherschar aus dem Saal strömt, wo gerade die letzten Töne des Gassenhauers „Bella Ciao“ verklungen sind, und Dirigent Frank Nilly mit seinen Musikern unisono allen Anwesenden ein „gutes neues Jahr“ gewünscht hat.
Stöcker dankt ihrem Team, das auch diesen Empfang zur vollsten Zufriedenheit vorbereitet hat. Nun beginnt der gesellige Teil des Abends mit Begegnungen und Gesprächen, der sich traditionell bis spät in die Nacht hinziehen.
Der Geehrte
Joachim Duttlinger
engagiert sich seit fast 50 Jahren beim ESV Weil am Rhein in verschiedenen Bereichen. 1977 begann er als Schriftführer im Vorstand. In späteren Jahren übernahm er weitere Vorstandsposten.
Seit 2015
ist Duttlinger außerdem für die Sportanlagen des ESV verantwortlich. Er kümmert sich um Erhaltung und Instandsetzung der Sportanlagen, der Schießstände, des Sportplatzes und des Vereinsheims.
Seit 1990 gehört er zum Orga-Team des Dreiländer-Laufs
(Course de Trois Pays) und ist für die Organisation der Veranstaltung auf dem deutschen Teil der Strecke verantwortlich. Er organisiert außerdem Altpapiersammlungen sowie Putz- und Verkaufsaktionen.
„Sie haben
es stets verstanden, andere Ehrenamtliche zu motivieren und mitzureißen und sind für viele ein großes Vorbild“, hebt Oberbürgermeisterin Diana Stöcker einen weiteren besonderen Verdienst Duttlingers hervor.