Einblicke in Bedeutung und Funktion des Waldes gab beim Neujahrsempfang in St. Georgen der stellvertretende Leiter des Kreisforstamts, Matthias Schupp.
Musikalisch eingestimmt wurden die Gäste von einer Waldhornbläsergruppe. An den Wald St. Georgens habe der ein oder andere sicher schöne Kindheitserinnerungen, so Bürgermeister Michael Rieger.
Auch lasse er das Herz eines Försters höherschlagen, ergänzte Schupp. Der nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Betrieb bringe dem Haushalt fast jedes Jahr einen Ertrag, sei Rohstofflieferant für die regionale Industrie.
Fürs neue Rathaus wurden 580 Festmeter Fichten-, 85 Festmeter Tannen-Stammholz entnommen.
48 Prozent, entsprechend 2754 Hektar, der Gemarkungsfläche sei Wald, davon 580 Hektar Stadtwald. Dessen Holzvorrat liege bei 258 000 Festmetern, pro Hektar bei 467. Das sei ein sehr hoher Wert. Pro Stunde wachse durchschnittlich ein Festmeter zu, pro Jahr insgesamt 7180. Das verdeutlichte Schupp an einem Holzwürfel mit etwa 0,8 Kubikmetern.
Hochwertigeres Holz
Jahrringe würden dünner, wenn der Baum zum Beispiel in trockenen Jahren nicht so stark wachse. Dünne Ringe müssten aber nicht schlecht sein, da sie hochwertigeres Holz lieferten. Zudem lebten Bäume wie die Eiche mit dünnen Ringen bis zu 250 Jahre, Pappeln maximal 80.
Schupp ging auf nachhaltige Bewirtschaftung ein, die 1713 Carl von Carlowitz einführte. Damals herrschte wegen massiver Übernutzung zum Beispiel durch Bergbau oder Köhlerei große Holznot. Eine alte Zeichnung St. Georgens verdeutlichte dies mit großteils waldfreien Flächen und meist jungen Bäumen.
Ein nachwachsender Festmeter bindet laut Schupp eine Tonne CO2, was im Jahr im Stadtwald 5800 Tonnen ausmacht. Der Wald speichert jährlich auch 1,16 Millionen Kubikmeter Wasser. Um dieses Potenzial zu erhöhen, laufen Bemühungen, das ehemals moorähnliche Kienmoos wieder zu vernässen. Der Biodiversität dient das Anreichern des Waldes mit Totholz. Nachhaltigkeit wird schließlich auch beim Einschlag berücksichtigt, so dass nicht mehr eingeschlagen wird als nachwächst.
In St. Georgen liegt der Anteil der Fichte bei 61 Prozent, der Rest verteilt sich auf Tanne, Kiefer und Buche. Der Nadelholzanteil von 94 Prozent wird sich laut Schupp wohl ändern, da der Wald klimaangepasst weiterentwickelt wird. „Die Waldzukunft ist bunt gemischt.“