Der Neujahrsempfang der Gemeinde Seewald im Bürgerhaus in Göttelfingen war gut besucht. Und so wurden viele Bürger Zeugen eines wohl einmaligen Auftritts.
Zunächst freute sich Dominic Damrath in seiner Begrüßung aber über ein volles Haus. Die musikalische Begleitung des Abends übernahmen der Musikverein Besenfeld, der mit flotter Blasmusik für Stimmung sorgte, und der Männergesangverein, der mit deutschem Liedgut unterhielt und also für die ruhigeren Klänge zuständig war. Die Bewirtung der Gäste übernahm die Jugendfeuerwehr Seewald.
„Nun kommt ein Punkt, den ich gerne vermieden hätte“, gestand der Bürgermeister und bereitete auf einen Gesangsauftritt vor, der einmalig bleiben solle. „Aber es ist der Wetteinsatz der Frauenliste, die mich überrascht hat“, erklärte Damrath sichtlich aufgeregt.
Mit Hilfe von drei Sängern stimmte er dann die Besenfelder Hymne „D’r Besefelder Bua“ an – und schlug sich tapfer. Nach lautstarken Beifallsbekundungen gab es sogar noch eine kurze Zugabe. Wesentlich entspannter moderierte Damrath anschließend den weiteren Abend.
Landrat appelliert an Zusammenhalt
„Sie haben gezeigt, dass Sie Ihr Wort halten, was in der Politik heute nicht selbstverständlich ist“, lobte Landrat Andreas Junt den Bürgermeister. Junt erinnerte in seiner Rede an die guten alten Zeiten, in denen kein Navigationssystem für die Zielfindung zuständig war, sondern noch in guter alter Manier die Menschen vor Ort nach dem Weg gefragt wurden. So sei man ins Gespräch gekommen – und so etwas brauche man auch heute.
„Ja, wir haben aktuell zu kämpfen, wir suchen nach Lösungen für Probleme, die wir nicht verursacht haben“, erklärte Junt. Dennoch blicke er zuversichtlich in die Zukunft, auch weil es Bürgermeister gebe, die anpacken würden. „Lassen sie uns zusammenhalten,“ appellierte Junt an die Seewälder. „Es ist nicht alles perfekt, aber lassen sie uns das Beste daraus machen.“
Damrath fordert verlässliche Politik
Bürgermeister Dominic Damrath forderte in seiner Rede eine verlässliche Finanzierung der Kommunen sowie die nachhaltige Stärkung der kommunalen Ebene. „Seit nunmehr zweieinhalb Jahren darf ich Bürgermeister der Gemeinde Seewald sein“, blickte er zurück und bekannte: „Die Zeit war geprägt von großen Herausforderungen und schmerzhaften Einschnitten mit erheblichen Belastungen.“
Damrath ging auf die Wasserversorgung ein, die dank des Einsatzes der Mitarbeiter nicht kollabiert sei, und kündigte weitere Investitionen in vielen Bereichen an. Seewald habe ein erhebliches Investitionsdefizit. Betrachte man nur das absolut Notwendige, würden rund 30 Millionen Euro gebraucht.
Viele Dinge seien wünschenswert, doch die Realität zeige, dass es unter den heutigen Rahmenbedingungen Ehrlichkeit und Prioritätensetzung brauche. Damrath dankte allen Mitarbeitern, dem Gemeinderat, den Vereinen und den Bürgern und rief zum gemeinsamen Dialog auf.
Im Rahmen des Empfangs wurden Larissa Tafferner für zehn, Philipp Kallfass für 25 und Frank Gutekunst für beachtliche 125 Blutspenden ausgezeichnet. Weitere Ehrungen gab es für zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus der Gemeinde, die mit einem kleinen Präsent für ihren Einsatz belohnt wurden.
Für ihr besonderes Engagement wurden Karl Kappler sowie das Ehepaar Henriette und Fritz Girrbach mit dem Goldenen Auerhahn der Gemeinde ausgezeichnet. „Wir haben letztes Jahr eine Ehrenamtssatzung erlassen“, erläuterte der Bürgermeister. „Diese Ehrung ist sehr rar gesät und wird nur an Menschen verliehen, die sich um den Ort über viele Jahre hinweg besonders verdient gemacht haben.“
Bei Gesprächen und guter Stimmung klang der Abend gemütlich aus.