Beim Neujahrsempfang der Stadt Schopfheim und des Landkreises Lörrach gaben sich über 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft ein Stelldichein.
Bürgerschaftliches Engagement, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Mut des Einzelnen als tragende Fundamente inmitten einer krisengeschüttelten Zeit: Diese Botschaft stellten sowohl Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher als auch Landrätin Marion Dammann ins Zentrum ihrer Ansprachen beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Schopfheim und des Landkreises Lörrach am Montagabend in der Stadthalle der Markgrafenstadt.
Von der Welt in die Region
Das Schopfheimer Stadtoberhaupt spannte in seiner Eröffnungsansprache den großen Bogen von der Weltpolitik über innenpolitische Probleme auf die lokale Ebene und sah eben hier – in den Akteuren, im Engagement und im Zusammenhalt vor Ort – eine Menge Anlass zur Zuversicht in einer von nationalen wie internationalen Herausforderungen geprägten Zeit. „Unsere Städte und Gemeinden sind Orte des Zusammenhalts, der Innovation und der Zukunftsgestaltung.“
Das Herz der Gemeinschaft
Eindringlich hob der Bürgermeister die entscheidende Rolle der lokalen Ebene hervor: „Städte und Gemeinden sind das Fundament unseres demokratischen Gemeinwesens und das Herz der Gemeinschaft“, betonte Harscher: „Hier werden Bildung, Betreuung, Sicherheit, Infrastruktur, Integration, Kultur und Daseinsvorsorge nicht nur geplant, sondern täglich gelebt.“
Allerdings gerate dieses Fundament zunehmend unter Druck, hielt Harscher insbesondere mit Blick auf prekäre Finanzsituation von Kommunen und Kreisen fest. Klare Botschaft daher: Um ihre wichtige Funktion zu erfüllen, benötige die kommunale Ebene ganz handfeste Unterstützung von Bund und Land, indem diese das nötige Geld zur Verfügung stellten.
„Damit die Kommunen ihre Rolle weiterhin erfüllen können, brauchen sie die Unterstützung der übergeordneten Ebenen – nicht nur in Worten, sondern in konkreten finanziellen Entscheidungen.“
Forderung an Bund und Land
In diesem Sinne richtete eine klare Forderung an Bundes- und Landespolitik, die in den beim Neujahrsempfang anwesenden Landtagsabgeordneten und -kandidaten durchaus ihre Adressaten gefunden haben sollten: „Stärken Sie die Kommunen und die Landkreise, damit wir gemeinsam die Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen können.“
Mit einem Augenzwinkern führte Harscher James Bond – 007 in seine Ansprache ein, um auf Kraft und Verantwortung des Einzelnen hinzuweisen, – insbesondere mit Blick auf ein Thema, das „wichtiger ist als jedes Projekt, jede Investition, jede Statistik: Unsere Demokratie. Unsere Freiheit. Unsere offene Gesellschaft.“ Jeder einzelne trage ein kleines Stück 007 in sich – nicht unbedingt in Form von Smoking, schnellen Autos oder irgendwelcher Lizenzen –, sondern: „Wir haben die Fähigkeit, Probleme anzupacken. Wir haben die Fähigkeit, mutig zu sein. Wir haben die Fähigkeit, uns nicht unterkriegen zu lassen.“
In diesem Sinne gelte es, sich Aussagen, Parolen und Ideologien entgegenzustellen, die die Gesellschaft spalten wollten: „Aufstehen und sagen: Nicht mit uns“, forderte Harscher, denn: „Demokratie ist kein Zustand, sondern eine tägliche Aufgabe.“
Die Zukunft als Chance
Harscher schloss mit einem optimistischen Ausblick: „Wenn wir in die Zukunft schauen, dann sehe ich Chancen – auf neue Ideen, stärkeres Miteinander, eine Wirtschaft, die sich erneuert und eine für eine Demokratie, die lebendig bleibt, weil wir sie leben.“
Auch Landrätin Marion Dammann ging in ihrer Ansprache auf die ungezählten internationalen und nationalen Herausforderungen ein, rief zugleich zu Mut und Zusammenhalt auf – und forderte den Mut zur Veränderung (ausführlicher Bericht auf unserer Regio -Seite).
Für die musikalische Umrahmung der Ansprachen sorgten die „Knaschtbrueder“ Jeannot und Christian Weißenberger mit alemannischen Liedern. Im Anschluss an den offiziellen Teil war für die gut 300 Gäste bei Sekt, Selters und Silserle in der ausgiebig Gelegenheit zum Austausch.