Eine große Ehre gab es für den Ichenheimer beim Neurieder Neujahrsempfang in Altenheim: dem 85-Jährigen wurde die Ehrenbürgerwürde der Gemeine verliehen. Seit Jahrzehnten setzt er sich in der Kommunalpolitik und im Vereinswesen ein.
„Das ist die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu vergeben hat und Alexander Kopf hat sie mit seinem jahrzehntelangen Einsatz mehr als verdient“, betonte Bürgermeister Tobias Uhrich, der in der voll besetzten Herbert-Adam-Halle die Ehrung vornahm.
Der Bürgermeister hob in seiner Laudatio hervor, dass der 85-jährige Alexander Kopf ein Mann sei, der mit seinem Lebenswerk die Gemeinde nachhaltig geprägt habe. Dieses Engagement für die Gemeinde sei über Jahrzehnte nur möglich gewesen durch die Unterstützung seiner Familie, insbesondere seiner Frau Marta.
Bürgermeister Uhrich rief noch einmal die vielen Tätigkeiten von Kopf, den viele nur in der Kurzform seines Vornamens „Alex“ kennen, in den vergangenen Jahrzehnten in Erinnerung: Nahezu 35 Jahre lang hat sich Kopf in der Kommunalpolitik engagiert, 1965 wurde er in den Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Ichenheim gewählt. Er war bei allen Verhandlungen für den Zusammenschluss zur Gemeinde Neuried mit dabei und wurde 1973 in den Neurieder Gemeinderat gewählt, dem er bis 1999 angehörte.
Von 1981 bis 1999 war er stellvertretender Bürgermeister
Von 1981 bis 1999 war er stellvertretender Bürgermeister und von 1973 bis 1999 gehörte er dem Ichenheimer Ortschaftsrat an. „Sie waren ein Fels in stürmischen Zeiten, ein Mann, der nicht nur mit Worten, sondern mit Taten überzeugt hat“, hob Bürgermeister Uhrich hervor.
Auch außerhalb der Politik habe Kopf die Gemeinde geprägt: Als Vorsitzender des Tabakbauverbands Baden-Württemberg mehr als 25 Jahre, als Vorsitzender des Gesangvereins „Harmonie“ Ichenheim über beeindruckende 45 Jahre als jemand, „der unsere Traditionen und Werte bewahrt und weitergegeben hat“. Bei seiner Verabschiedung als Vorsitzender des Männergesangvereins „Harmonie“ im Jahr 2018 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt und 2022 für 65 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel des Badischen Chorgesangs ausgezeichnet. Bürgermeister Uhrich wandte sich in seiner Rede auch direkt an den zu Ehrenden: „Ehrenamt, Herr Kopf, ist das Rückgrat jeder Gemeinschaft. Es ist nicht selbstverständlich, und doch haben Sie es selbstverständlich gemacht.“
Dieser Einsatz sei 2005 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und 2010 mit der Goldenen Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg gewürdigt worden. Diese Medaille erhielt Kopf für seinen Verdienst um den baden-württembergischen Tabakanbau. Ab 1985 war er 22 Jahre lang Vorsitzender des Landesverbandes der baden-württembergischen Tabakpflanzer, wo er schon seit 1974 Beiratsmitglied gewesen war. Dadurch war er auch Beiratsmitglied im Bundesverband Deutscher Tabakpflanzer und war bei den Kongressen der Vereinigung der Tabakpflanzer aus der EU, (UNITAB) mit dabei, in denen es damals auch um die Europäische Marktordnung ging.
Mit seinem unermüdlichen Einsatz sei Alexander Kopf ein Vorbild „für uns alle“, betonte Bürgermeister Uhrich. „Sie haben Brücken gebaut, Traditionen bewahrt und uns als Gemeinschaft stärker gemacht. Mit tief empfundenem Dank verleihen wir Ihnen heute die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Neuried. Es ist unser Zeichen der Wertschätzung für Ihr Lebenswerk und Ihren Einsatz für die Gemeinschaft.“
Erforschung der Dorfgeschichte
Bürgermeister Uhrich erwähnte auch das Engagement von Kopf für die Erforschung und Bewahrung der Dorfgeschichte von Ichenheim: „Ihre Leidenschaft für Neuried, Ihre Begeisterung für unsere Geschichte und Kultur sind bis heute spürbar. Bei Führungen, Vorträgen und Gesprächen haben Sie Menschen inspiriert, zusammengeführt und begeistert.“ Bei der 950-Jahr-Feier von Ichenheim im Jahr 2016 engagierte Kopf sich sehr bereits im Vorfeld mit der Gestaltung der 23 Themenhöfe und faszinierte bei seinen Dorfrundgängen mit seinem Wissen über die alte Zeit und die Ichenheimer Familien viele Zuhörer. Auch den alten Brauch vom „z’ Licht gehen“ hat er mit anderen zusammen wieder ins Leben gerufen.