Über Herausforderungen für den Ort und die Demokratie sprachen Bürgermeister Rudolf Fluck und Gastredner beim gut besuchten Neujahrsempfang in der Alemannenhalle in Mönchweiler. Für Unterhaltung sorgte der Künstler Sebastian Schnitzer.
Über Herausforderungen für den Ort und die Demokratie sprachen beim Neujahrsempfang in Mönchweiler Bürgermeister Rudolf Fluck und Gastredner.
„Wer nichts verändern will, wird verlieren, was er bewahren möchte“, so Fluck. Es sei wichtig, aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen, statt passiv zu hoffen, dass alles beim Alten bleibe.
Flüchtlingskrise und Wirtschaftsschwäche spürbar
Als Bürgermeister habe er das Privileg, Menschen zu begeistern, für Veränderung zu stehen, das Miteinander zu stärken. Das widerspiegele die Arbeit in Gemeinderat und Verwaltung. Man spüre aber Flüchtlingskrise, Wirtschaftsschwäche oder Vollkaskomentalität. Da auch Mönchweiler den laufenden Betrieb nicht mehr stemmen könne brauche es die Rückbesinnung aufs Notwendige und realistische Einschätzungen kommunaler Aufgabenumfänge, um deren Handlungsfähigkeit zu stärken.
Die Selbstverwaltung ermögliche es, Bürger mitzunehmen, um Sozialräume zu schaffen und sich mit der Gemeinde zu identifizieren. Das brauche von Bund und Land weniger Versprechen, mehr konkretes Handeln, Pragmatismus, tragfähige Lösungen und Planungssicherheit. Die Bundestagswahl sei die Chance für neue Weichenstellungen.
Stärkung der Vereine
Er nehme sehr deutlich Sorgen der Bevölkerung wahr, unterstrich Fluck. Die Gemeinde laufe Gefahr, zentrale Aufgaben nicht mehr wie erwartet erfüllen zu können. Nötig sei Eigenverantwortung, welche die Gemeinde bewusst anstoße und fördere. Sozialraumentwicklung mit ehrenamtlichen Strukturen, die Stärkung der Vereine oder das Mitwirken von Kindern und Jugendlichen im Zukunftsausschuss sei Pflichtaufgabe. Gemeinden seien als verlässliche Krisenmanager für Bürger mehr und mehr gefordert.
Finanzielle Spielräume würden aber deutlich enger. Die Finanzierung von Pflichtaufgaben müsse gewährleistet sein, bevor man Zusätzliches erwäge. Von großer Bedeutung sei für kommende Jahre das starke Fundament Mönchweilers, der gesellschaftliche Zusammenhalt einer sorgenden Gemeinde mit Weiterentwicklung in allen Bereichen.
Angezeigt sei, zuversichtlich, aber auch nachdenklich zu sein, so Landrat Sven Hinterseh, mit Verweis auf Krisen. Wenn man aber Ältere frage, wann es ihnen besser gegangen sei, falle ihnen wohl nicht viel ein. Zuversichtlich sei er dank einer guten Ausgangsbasis.
Beeindruckt von Gemeinde
Alle könnten in ihren Sozialräumen Sorge tragen, robuster zu werden. Der Staat könne nicht alles regeln, weniger Gesetze und Verwaltung hießen nicht zwingend schlechteres Leben. In diesem tollen Land könne man sich auf rechtsstaatliche Prinzipien verlassen. Er sei beeindruckt, was die kleine Gemeinde Mönchweiler auf die Straße bringe. Er rief dazu auf, „nicht nur zu motzen, sondern zur Wahl zu gehen“.
Daran, dass die Finanzierung von Aufgaben nicht immer gewährleistet sei, müsse man arbeiten, stellte die Landtagsabgeordnete Martina Braun von den Grünen fest. Fördermittel von 104 Millionen Euro fürs Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zeigten, dass das Land Anteil haben wolle, damit es Kommunen gut gehe. Mönchweiler sei schon lange auf dem Weg der Veränderung, mit einer mustergültigen Gemeinschaftsschule oder dem Wohnpark.
Einblick in Ehekonflikte
Aufgelockert wurde der Abend mit Auftritten des Comedian Sebastian Schnitzer. Der Pianist lud zum Waldbaden unter harzigen Masseurshänden ein, berichtete von leidvollen Erfahrungen mit wie bunte Blüten sprießenden Hundekotbeuteln oder Konflikten mit der Gattin ob seiner Leidenschaft fürs jahrzehntelange Sammeln antiquierter Kabel für elektronische Geräte.