Neujahrsempfang in Margrethausen: Die Verwaltungsspitzewar durch OB und Finanzbürgermeister vertreten. Foto: Hans Raab

Der Neujahrsempfang ist längst ein Markenzeichen Margrethausens. Zur 22. Auflage hatten Ortschaftsverwaltung und Ortschaftsrat am ersten Wochenende 2024 eingeladen, und die Resonanz war groß wie gewohnt.

Zu den Gästen, die erschienen waren, zählten neben gut und gern 150 „Einheimischen“ auch zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik, angeführt von Oberbürgermeister Roland Tralmer und seiner Frau Kristina Gabler. Für Tralmer war es der Antrittsbesuch in seiner Eigenschaft als Stadtoberhaupt und sein Finanzbürgermeister Steve Mall sogar ein vollkommener Debütant. Außer ihnen hieß Ortsvorsteher Thomas Bolkart etliche Amtskollegen willkommen: Jürgen Kurz aus Onstmettingen, Roland Merz aus Pfeffingen, Peter Landenberger aus Laufen und Johannes Burkhardt aus Burgfelden, dazu den eignenen Amtsvorgänger Peter Katona. Die Runde der Ehrengäste vervollständigten Kreisrat Krischan Spengler, Kreis- und Stadtrat Uli Metzger, die Stadträtinnen Ulrike Münster und Marianne Roth und natürlich die Margrethausener Volksvertreter Ulrich Deufel und Lennart Spengler.

 

In seiner Festansprache wiederholte Bolkart sein Vorjahresdiktum, ein Wort von Erwin Ringel: „In einer echten Gemeinschaft wird aus vielen Ichs ein Wir.“ Angesichts der gegenwärtigen Krisen und der finanziellen Probleme sei dieses Wort so gültig wie eh und je. Bolkart rief dazu auf, das Wir-Gefühl zu stärken und sich gemeinsam gegen die, welche die Demokratie in Frage stellten, zu wehren. „Trotz aller Widrigkeiten können wir dankbar dafür sein, dass wir noch, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, friedlich leben, unsere Freiheiten genießen und uns treffen können.“

Die Stadt muss sparen,„dass es kracht“

Danach erscholl, intoniert vom Musikverein, den Dominik Krüger dirigierte, das Albstadtlied „Die Alb ist herb und doch so schön“, und dann hatte Roland Tralmer das Wort. Der erinnerte sich eingangs daran, wie er 2023 Margrethausens älteste Einwohnerin Emma Schairer anlässlich ihres 100. Geburtstags besucht habe. Ansonsten sei das vergangene Jahr kein besonders gutes gewesen, man denke an die kritische Weltlage, das Schreckgespenst der Inflation und die Probleme der heimischen Wirtschaft. Die Stadt Albstadt sei gezwungen gewesen, zu sparen „dass es kracht“, Erhöhungen von Gebühren seien so wenig zu umgehen gewesen wie eine erneute Neuverschuldung. „Vieles, was in Albstadt wünschenswert wäre, wird in den nächsten Jahren nicht möglich sein“, prophezeite das Stadtoberhaupt. Die aktuelle Situation erfordere unangenehme Entscheidungen, hohe Sparsamkeit und innovative Lösungen.

Der OB rief unter anderem zum Wählen auf. Foto: Raab

Und Margrethausen? Tralmer will versuchen, der Nachfrage nach neuen Bauplätzen gerecht zu werden, und verwies darauf, dass trotz schwieriger finanzieller Lage die Vereinsförderung nicht gekürzt worden sei, so wenig wie die Verfügungsmittel der Ortschaften. Der OB warb auch für eine rege Beteiligung an den Kommunalwahlen am 9.Juni: Diese, ob aktiv oder passiv, trage zum Erhalt der Demokratie bei, die auch in Albstadt von einigen in Frage gestellt werde. „Überlassen Sie die Zukunft nicht anderen!“

2025 wird Albstadt 50 – und Margrethausen 750

In seinem Jahresrückblick erwähnte Thomas Bolkart die schlagkräftige Feuerwehr und die regen Vereine. Zwar habe die Bäckerei Deufel schließen müssen, doch habe sich dafür das Klostermärktle etabliert. In seinem Ausblick rief auch Bolkart die Bürger auf, bei den Kommunalwahlen zahlreich zu kandidieren und zu wählen, wies auf die anstehende Tunnelsperrung in Laufen hin, die den Verkehr in Margrethausen vermehren werde, und machte seine Zuhörer darauf aufmerksam, dass 2025 nicht nur Albstadt 50, sondern auch Margrethausen 750 Jahre alt werde: Vom 5. bis 7.September sei Festwochenende.

Margrethausens Wahlvolk war auch da – und sichtlich gut gelaunt. Foto: Raab

Abschließende Bitten an die Adresse des OB: Die Arbeiten am Spielplatz an der Hafnergasse mögen zumindest in Teilbereichen angegangen werden – und für die Bauplatzmisere möge man zeitnah Lösungen finden.