Zum Neujahrs- und Neubürgerempfang hatte die Gemeindeverwaltung ins Gemeindehaus geladen. Diese Veranstaltung, so Bürgermeister Jürgen Leichtle, sei ein Anlass, zurückzublicken ins Jahr 2024 und gleichzeitig einen Blick auf 2025 zu werfen.
Ein Projekt, welches Leichtle in seiner Ansprache als zeitlich anspruchsvoll beschrieb, sei die Nutzung des „Haus des Gastes“ und der Räumlichkeiten im danebengelegenen Haus Schramberger Straße neun.
So konnte die Gemeinde die Räumlichkeiten der ehemaligen Praxis Geprägs erwerben. Die Nutzungspläne sehen vor, dass in den beiden verbundenen Räumlichkeiten eine moderne Arztpraxis mit mehr als 300 Quadratmetern Fläche entstehen soll. Zudem ist das Ganze mit einem Aufzug ausgestattet, Parkmöglichkeiten sind vorhanden.
Ärzteversorgung gesichert
In diese Praxis soll das Ärztepaar Schapschröer einziehen. Deren Praxis im Unterdorf platzt aus allen Nähten. „Damit soll die Ärzteversorgung der Gemeinde langfristig gesichert und der Leerstand im Haus des Gastes beseitigt werden“, erläutert Leichtle.
Eine besondere Begrüßung galt den Neubürgern, welche mit Informationen über die Gemeinde ausgestattet wurden.
Nach der Begrüßung folgte ein Stück des Handharmonikaorchesters unter der Leitung von Uta Borho, welches den Abend musikalisch umrahmte.
Der Rückblick beinhaltete zahlreiche Punkte. „Für mich war es ein spannendes und erfüllendes Jahr, geprägt von zahlreichen Begegnungen und Gesprächen mit Ihnen“, fasste Leichtle zusammen.
Einen Schwerpunkt bildeten die herausfordernden Haushaltsplanungen. So haben sich aus dem Zensus von 2022, welcher die Einwohnerzahlen Lauterbachs nach unten korrigierte, Auswirkungen auf die Gemeindeeinnahmen ergeben.
Tempo 30 diskutiert
Besonders die Abwassermaßnahme Mooswald, deren Kosten angestiegen seien, habe zu diesen Herausforderungen beigetragen. So lasse sich sagen, dass die Umsetzung angesichts der enormen Kostensteigerungen gescheitert sei. Für eine weitere Entwicklung müsse eine Abwasserkonzeption erstellt werden.
2024 wurde ein Ratsinformationssystem eingeführt. Dieses ist online abrufbar und bietet Zugang zu Unterlagen aus dem Gemeinderat.
Über Verkehrssicherheit wurde ebenfalls diskutiert. Hier stand die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 auf der Forenbühlstraße im Raum. Deren Umsetzung hänge von einem Lärmaktionsplan ab.
Ebenfalls wurde im Gemeinderat die Einführung einer halben Schulsozialarbeiterstelle an der Grundschule ab Mai beschlossen.
Ein Highlight stellte die Inbetriebnahme des Löschgruppenfahrzeugs der Feuerwehr dar. Das alte Löschgruppenfahrzeug wird auf der Plattform Zoll-Auktion versteigert. „Schauen Sie es sich gerne an und bieten mit“, so Leichtle.
Pellets statt Öl
Ebenfalls hat die Gemeinde Baumaßnahmen weiterführen oder abschließen können – beispielsweise die Baumaßnahme vom Wiesenwegle zum Imbrand, die Wasserversorgung Sulzbach sowie Arbeiten im Bereich Kanalbau und -sanierung.
Außerdem wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindehauses installiert sowie die Ölheizung im Rathaus durch eine Holz-Pelletsheizung erneuert.
„Das Jahr 2024 war geprägt von einem Gemeinschaftsgefühl, das durch Veranstaltungen und das Engagement Zahlreicher zum Ausdruck kam. Die Vielfalt der Aktivitäten zeigte, wie lebendig das kulturelle und soziale Leben in der Gemeinde ist“, so Leichtles Fazit zu 2024.
15 neue Bauplätze
Das neue Jahr steht im Zeichen des 750-jährigen Jubiläums, welches die bürgerliche Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde begehen.
Zudem soll der Bebauungsplan „Hölzleshof II“ abgeschlossen werden, um 15 Bauplätze erschließen zu können.
In Planung sei, das ehemalige Schwarzwaldhotel wiederzubeleben. Hierzu wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche aufzeigen soll, welche baulichen Möglichkeiten bestehen.
Zudem gebe es Maßnahmen, deren Beginn für 2025 geplant ist. So stehen eine Sanierung im Bereich Pfarrer-Sieger-Straße und die Gehwegerneuerung in der Forenbühlstraße sowie Sicherungsarbeiten und die Straßensanierung Rainlebühl und Arbeiten an der Stützmauer am Sommerberg auf dem Plan.
„2025 wird ein Jahr voller Chancen, Herausforderungen und Erlebnissen“, rundete Leichtle seine Rede ab.