Rund 300 Besucher kommen zum Neujahrsempfang in der Dornhaner Stadthalle Foto: Steinmetz

Bürgermeister Markus Huber beschäftigen aber noch andere Probleme. Globale Veränderungen fordern auch in Dornhan für Anpassung und Veränderung.

Im vergangenen Jahr ging es um die Mobilitätswende, diesmal um die Energiewende beim Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) zusammen mit der Stadt Dornhan. Rund 300 Besucher aus der ganzen Region kamen zu dieser mittlerweile 25. Veranstaltung in der Stadthalle.

 

Gastreferent war Dirk Güsewell, Vorstandsmitglied der EnBW AG. In seinem Vortrag schilderte er die Herausforderungen der Energieversorgung. Spannend für die vielen Besucher war vor allem die Frage: Ist der Strom für die Verbraucher in Zukunft überhaupt noch bezahlbar? Güsewell gab darauf eine Antwort.

Persönlicher Austausch

Ein besonderer Gruß der Veranstalter galt unter anderem den früheren Bundestagsabgeordneten Volker Kauder und Klaus Kirschner, den Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU) und Daniel Karrais (FDP). dem früheren Abgeordneten Dieter Kleinmann und Landrat Wolf-Rüdiger Michel. IHG-Vorsitzende Christina Braun begrüßte auch zahlreiche Vertreter der Wirtschaft, Verbände und Behörden.

Der Neujahrsempfang ist in den vergangenen 25 Jahren vom Ablauf her nahezu unverändert geblieben. „Der persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen“, stellte die IHG-Vorsitzende fest. Auch sie sprach über Energie, aber über die Energie „die in uns und den Unternehmen“ steckt, um über den Tellerrand zu blicken, neue Ideen zu entwickeln und sich nicht unterkriegen zu lassen. Nur müsse sich das auszahlen und dürfe nicht von Stromkosten aufgefressen werden.

Die Band Cool Vibes spielt jazzige Stücke. Foto: Steinmetz

Bürgermeister Huber wollte, was den kommunalen Bereich angeht, nicht von einer Wende sprechen, sondern von Anpassung und Veränderung. Die globalen Entwicklungen, Künstliche Intelligenz und das gesellschaftliche Verhalten der Bürger hätten die kommunalen Strukturen gewaltig verändert, dies in einem rasanten Tempo. Einerseits würden die Kommunen aufgefordert, Leerstände in der Stadt zu vermeiden. Andererseits kauften die Bürger vielfach bei Internet-Firmen ein. Die Städte und Gemeinden versuchten dennoch, Start ups schnell und unbürokratisch zu ermöglichen. Als Beispiel nannte Huber, dass in Dornhan in der Oberen Torstraße ein Fitnessstudio bald eröffnen kann.

Digitalisierung und Ganztagsbetreuung

Zudem nehme die Digitalisierung in der Verwaltung Fahrt auf. Die Ganztagsbetreuungspflicht ab September 2026 stelle eine weitere Herausforderung dar. Die Stadt beginne demnächst mit dem Bau neuer Räume für 3,7 Millionen Euro. Diese stünden voraussichtlich im September 2027 für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung. Huber: „Wir mühen uns mit Kräften, unsere Gemeinden zukunftsfest weiter zu entwickeln. Obwohl die finanziellen Spielräume bei etlichen Kommunen schon ganz abhanden gekommen seien. Hier sehe der Gemeindetag die Belastungsgrenze überschritten. Für Huber ist dies allerdings kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem. Das hänge mit den personalintensiven höheren Standards bei den vom Gesetzgeber übertragenen Aufgaben zusammen, die die Gemeinden zu finanzieren hätten.

Mehr Innenverdichtung

Der Energiesektor sei eines der Themen, das die Stadt Dornhan besonders in Beschlag nehme. So würden in diesem Jahr 15 Hektar für Photovoltaik-Freiflächenanlagen einschließlich Speicher ermöglicht. Die Fernwärmeversorgung solle weiter entwickelt werden. Im Wohnungsbau wolle sich die Stadt künftig auf weniger Flächen fokussieren. Diese sollen dann aber intensiver genutzt werden. Weitere Flächen zum Wohnen sollen im Innenbereich gewonnen werden. Huber: „Vielleicht hat hier auch die höhere Gewerbesteuer den Boden dafür bereitet.“

Das Sondervermögen des Bundes in Höhe von vier Millionen Euro für Dornhan – Huber wollte lieber von „Sonderschulden“ sprechen – ermöglicht immerhin zusätzliche Investitionen. Ein Teil des Zuschusses soll jetzt für den Außenbereich der Realschule genutzt werden. In Weiden werde ein neues Feuerwehrhaus gebaut, weitere Fahrzeuge werden beschafft, um auch im Katastrophenschutz gut aufgestellt zu sein. Erfreulich sei, dass das Land das Sanierungsgebiet „Malischstraße“ in Dornhan bewilligt habe.

Mit Investitionen Zeichen setzen

Mit den Investitionen in das Dornhaner Kinderhaus, den neuen Naturkindergarten, die Zuschüsse an die kirchlichen Kindergärten, das Jugendhaus FRED und den Mehrgenerationenspielplatz habe die Stadt außerdem ein deutliches Zeichen gesetzt, welch hohen Stellenwert Kinder hätten. Um so bedauerlicher sei die sinkende Geburtenrate in Deutschland. Es mache nachdenklich, warum es „immer weniger Kinder und immer mehr Hunde gibt“.

Ein erfreuliches Ereignis steht im kommenden Jahr an: Dornhan feiert dann 1250 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung zusammen mit 750 Jahre Stadtrechte.

Die Band Cool Vibes unterhielt zwischendurch und nach dem offiziellen Programm mit jazziger Musik. Die Gruppe mit ihren zwei Sängerinnen spielte unter anderem die Titel „Sir Duke“ (Steve Wonder) „It’s got to be – perfekt“ (Fairgrund Attraction), „Suspicious Minds (Elvis Presley) und „English Man in New York“ (Sting). Die Besucher räumten wie üblich die Stühle selbst auf die Seite, um in lockerer Atmosphäre bei Häppchen und einem Getränk ins Gespräch zu kommen.