VdA-Präsidentin Hildegard Müller. Foto: Steinmetz

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie, sprach als Hauptrednerin vor rund 350 Zuhörern. „Wir müssen losgehen“, ermunterte sie beim Einsatz neuer Technologien.

​ Die Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VdA) zeigte sich beeindruckt von den vielen Besuchern. Für die volle Stadthalle hat aber nicht zuletzt die Referentin selbst gesorgt. Nur wenige Tage vorher war sie im Fernsehen Teilnehmerin der Politik-Talkshow mit Moderatorin Caren Miosga.

 

Andererseits interessiert das Thema Automobilindustrie und Mobilität ein breites Publikum. Die Dimension machte die Referentin auch deutlich: „Die Automobilindustrie ist ein zentraler Pfeiler unserer Wirtschaft“, betonte sie, Millionen Arbeitsplätze hingen davon ab.

Forschung und Entwicklung

Gerade aber die stark exportorientierte deutsche Autoindustrie mache Sorgen. Mit der E-Mobilität erlebe man die tiefgreifendste Transformation seit Erfindung des Autos. Das heißt für die VdA-Präsidentin aber nicht die Rückkehr zum Verbrenner. Müller denkt auch an den Klimaschutz und die Zukunft „unserer Kinder“.

Sie ist durchaus optimistisch, dass die deutsche Automobilindustrie, zweitwichtigster Produzent der E-Autos, alles dafür tut, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. „Ich finde, dass wir nach wie vor exzellent in Forschung und Entwicklung sind“, betonte sie.

Nicht zögerlich sein

Sie nannte aber auch die Erschwernisse und Herausforderungen. Dazu gehört, dass bei vollem Lohnausgleich nicht zwei Stunden weniger gearbeitet werden sollte. Für E-Autos müsse vor allem das Vertrauen hergestellt werden, dass eine ausreichende und bezahlbare Ladeinfrastruktur vorhanden sei. Das Verbrennerverbot veranlasse sonst die Widerständler, 2034 noch den letzten Verbrenner zu kaufen.

Was neue Technologien angeht, dürfe die Industrie nicht zögerlich sein. „Wir müssen losgehen“, ermunterte sie. Man brauche jedoch auch eine EU, die nicht erst einmal abwarte. Andererseits: „Europa kann nicht alles diktieren.“ Hinderlich ist aus ihrer Sicht die Bürokratie, nicht jedes Risiko könne verhindert werden. „Brauchen wir für alles drei Instanzen?“, fragte sie. Was sie ebenfalls beklagt: „Deutschland steht an der Spitze der Steuerlast.“ Sie befürchtet, dass bei solchen Hemmnissen immer mehr Investitionen ins Ausland verlegt werden.

Viele nutzten in der Politik dabei die Ängste der Menschen mit einfachen Lösungen aus. „Die D-Mark ist kein richtiger Weg“, sagte sie mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl und empfahl, den Parteien das Vertrauen zu geben, die Konzepte für die Zukunft vorlegten.