Wohin steuert die deutsche Automobilindustrie? Das ist das Hauptthema des 24. Neujahrsempfangs, der am Freitag, 7. Februar, stattfindet.
Gastrednerin bei der Veranstaltung, welche die Stadt Dornhan zusammen mit der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) in der Stadthalle organisiert, ist Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA).
So kurz vor der Bundestagswahl sind die IHG-Vorsitzende Christina Braun, Lothar Reinhardt und Bürgermeister Markus Huber froh, mit Hildegard Müller eine Referentin zu haben, die nicht aus der Politik, sondern aus der Wirtschaft kommt. Damit kann beim Neujahrsempfang politische Neutralität erwartet werden.
Viele Dornhaner Zulieferer
Die VDA-Präsidentin spricht nichtsdestoweniger ein Thema an, das politisch relevant ist. Es geht um die Mobilität der Zukunft und damit um die Transformation in der Automobilindustrie. Wo liegen die Herausforderungen, aber auch möglichen Chancen? Darüber wird die Referentin sprechen.
„Das berührt uns alle. Wir spüren immer mehr, was an der Automobilindustrie dranhängt“, sagt Bürgermeister Markus Huber mit Blick auf die Dornhaner Firmen, die als Zulieferer für die Autoindustrie tätig sind. Viele Arbeitsplätze hingen in der Stadt davon ab.
Fakten kommen auf den Tisch
Unternehmen wie Arbeitnehmer seien verunsichert, wie es in der Branche weitergehe. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der neue US-Präsident Donald Trump mit seiner Ankündigung, Zölle zu erhöhen, erhebliche Sorgen bereitet.
Der Wandel ist für Huber ein generelles Thema, das nicht zuletzt die Kommune betrifft. Aus seiner Sicht will er beim Neujahrsempfang die Fakten darlegen. Er bekommt es selbst mit, wenn die Bürger vor der Rathaustür stehen und sich etwa darüber beklagen, dass der Winterdienst nicht funktioniert.
Berliner „Wunschkonzert“
Wenn die Finanzkraft der Kommunen nicht mehr ausreichend sei, werde es in der Bürgerschaft spürbar sein, etwa wenn Einrichtungen wie Freibäder geschlossen werden müssten.
Huber ärgert, dass in Berlin, besonders in Wahlkampfzeiten, ein Wunschkonzert veranstaltet wird. Bei den Kommunen werde bestellt, bezahlt werde dann aber oft nicht oder mit „Wechseln, die nicht gedeckt sind“.
Eine renommierte Rednerin
Er sieht aber auch die Notwendigkeit zu Reformen, nicht nur in der Automobilbranche. Es müssten allgemein größere Anstrengungen gemacht und auf allen Ebenen Reaktionen gezeigt werden. „Wir müssen uns den Veränderungen stellen“, meint Lothar Reinhardt.
Mit Hildegard Müller ist es den Veranstaltern gelungen, eine renommierte Rednerin zu gewinnen. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau studierte sie Betriebswirtschaftslehre.
Präsidentin der Automobilindustrie
Von 2002 bis 2008 war sie Mitglied des deutschen Bundestag, von 2005 bis 2008 Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Danach übernahm sie die Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin.
Ab Mai 2016 war sie Mitglied des Vorstands der innogy SE und verantwortete das Ressort Netz & Infrastruktur sowie die Koordination der Digitalisierungsprojekte.
Seit Februar 2020 ist Hildegard Müller Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA).
„Die Mobilität der Zukunft“
Der Neujahrsempfang wird wieder ein gesellschaftliches Ereignis für die ganze Region sein. Erwartet werden mehr als 300 Besucher, darunter Vertreter der Politik, der Wirtschaft, Banken, Kommunen, Kirchen und Vereine.
Grundsätzlich sind, wie Huber erklärt, alle Interessierten eingeladen. Eine Anmeldung ist wünschenswert, aber nicht zwingend.
Beginn ist um 18.30 Uhr mit einem Sektempfang im Foyer der Stadthalle, um 19.30 Uhr startet der offizielle Teil. IHG-Vorsitzende Christina Braun und Bürgermeister Markus Huber begrüßen, danach folgt der Vortrag der VDA-Präsidentin Hildegard Müller zum Thema „Die deutsche Automobilindustrie und die Mobilität der Zukunft: Herausforderungen und Chancen?“. Dazwischen spielt die Band „Presto 2“ von der Dornhaner Musikschule Tausch.