Ortsvorsteherin Silke Herzog legte beim Neujahrsempfang den Fokus auf die guten Nachrichten aus Brombach. Geehrt wurde Hans Schöpflin, der viel Positives bewirkt.
Als Hausherr war es Hans Schöpflin, der den Neujahrsempfang im sehr vollen Werkraum Schöpflin eröffnete. Er sprach die Veränderungen gegenüber dem Werkraum an, wo die Schöpflin-Stiftung 2010 das Gelände, das früher bereits der Familie gehört hatte, zurückkaufen konnte, ohne zunächst zu wissen, was damit geschehen soll.
Franz-Ehret-Straße wird ab Montag gesperrt
Schöpflin sprach den Fabric-Planungsprozess an und meinte: „Alle haben das miterlebt und viel Geduld aufgebracht mit diesem Gebiet.“ Man wollte eben kein gewöhnliches Wohngebiet bauen, sondern etwas, das auch in 100 Jahren noch Bestand habe. Am 12. Dezember war Spatenstich für das sogenannte Punkthaus, am Montag, 12. Januar, gehen die Bauarbeiten los. Dazu wird die Franz-Ehret-Straße für drei bis vier Wochen gesperrt. Ortsvorsteherin Silke Herzog sagte später: „Da müssen sich die Hauinger und Haagener vorher noch ordentlich mit Lebensmitteln eindecken.“
Schöpflin: „Trump etwas entgegensetzen“
Als zweites Thema sprach Hans Schöpflin das „noch demokratische Europa“ an, wie er es ausdrückte. Europa sollte sich auf seine Kultur, Tradition und Demokratie besinnen und Trumps MAGA ein MEGA entgegensetzen: Make Europe Great Again. Dazu müssten aber die Kommunen gestärkt werden. „Ohne gesunde Kommunen kein gesundes Deutschland und Europa“, betonte Hans Schöpflin.
Katharina Kubon und Florian Bieger vom Musikverein Brombach umrahmten den Empfang als Klarinetten-Duo, und Silke Herzog legte angesichts vieler schlechter Nachrichten den Fokus auf positives Denken. „Ich möchte nicht dazu aufrufen, Probleme zu verdrängen, aber ich möchte dafür werben, das Positive bewusster wahrzunehmen, anzusprechen und weiterzugeben“, sagte sie.
Mehrere Jubiläen im vergangenen Jahr gefeiert
Finanziell war das Jahr 2025 jedoch eine Herausforderung, doch 80 bis 90 Prozent der deutschen Kommunen haben kaum noch finanziellen Handlungsspielraum. „Das ist ein strukturelles Problem“, stellte sie fest. So verliere man auch das Vertrauen der Menschen. Aus Brombach gebe es aber gute Nachrichten.
Im Gewerbegebiet Brombach-Ost sieht man zwar noch nicht viel, aber 60 Prozent der Flächen sind verkauft. Vermutlich liege es an der unsicheren Wirtschaftslage, dass die Firmen noch nicht mit dem Bauen begonnen hätten. Weiterhin gebe es in Brombach sehr viele Menschen, die sich einbringen, die ehrenamtlich gestalten und Verantwortung übernehmen.
Die Grossmann-Stiftung feierte ihr 50-jähriges Bestehen, das Schlossgrabenfest fand zum 50. Mal statt, und die Kirche St. Josef wurde 125 Jahre alt. Daneben gab es unzählige weitere Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Erstmals fand ein dorfweiter Flohmarkttag statt, an dem sich mehr als 100 Haushalte beteiligten.
Gute Perspektive für die Hellbergschule
In Brombach wird der Feuerwehr-Standort erhalten bleiben, muss aber ausgebaut werden, und die Hellbergschule bekommt eine Zukunft als Realschule. Dort wurde auch in die Verkehrssicherheit investiert, nachdem die Feuerwehr bei einem Einsatz wegen Elterntaxis nur schwer durchkam. Und im Februar landete eine richtige Rakete von der Deutschen Luft- und Raumfahrtagentur bei der Hellbergschule, in der Schüler eine 3D-Reise ins Weltall unternehmen konnten.
Überraschende Ehrung für Hans Schöpflin
Erstmals wurden in Brombach Stolpersteine verlegt, für Stanislaw Czasada und Pauline Kropf, deren in der Nazizeit verbotene Liebe Rolf Hochhut in seinem Roman „Eine Liebe in Deutschland“ dargestellt hat.
Zum Abschluss ehrte Ortsvorsteherin Silke Herzog Hans Schöpflin und dankte ihm für sein vielfältiges Wirken. „Für mich ist er eine ganz besondere Persönlichkeit“, sagte sie über den sichtlich überraschten Hans Schöpflin, der von der Ehrung nichts wusste. Sie nannte die Schöpflin-Schule, den Werkraum Schöpflin, die Villa Schöpflin, die als Zentrum für Suchtprävention deutschlandweit anerkannt ist, das Fabric-Gelände sowie „Publix“, das sich in Berlin für vielfältigen und unabhängigen Journalismus einsetzt, als Projekte der Schöpflin-Stiftung.
Das Punkthaus auf dem Fabric-Gelände soll Kultur, Kunst, Kreativität, Lesen, Denken, Essen und Trinken und den Austausch zwischen Menschen voranbringen. Außerdem beherbergt es das neue Hausarzt-Zentrum, und zum Projekt gehört auch ein Park. „Hier wird nicht kurzfristig gedacht, sondern nachhaltig“, sagte Silke Herzog.