Bürgermeister Michael Schmitt hatte zum Neujahrsempfang in der Froschberghalle in Brigachtal Felix Gaudo als Gastredner eingeladen. Der Referent rät dazu, mehr zu lachen.
Diejenigen Gäste, die ihn schon von seinem Auftritt vor drei Jahren kannten, freuten sich auf ihn. Diejenigen, die ihn nicht kannten, freuten sich ebenfalls, würde er doch allen Zuhörern ein positives Gefühl vermitteln und ein Lächeln auf die Lippen zaubern – Gefühle, die in der heutigen Zeit oft etwas zu kurz kamen.
Felix Gaudo, Moderator und Comedian, stürmte auf die Bühne und verkündete, was ihm beim Betreten der Froschberghalle aufgefallen war: „Ihr habt neue Toiletten und dann auch noch die Seiten gewechselt, hoffentlich klappt das auch“, wünschte er vor allen den weiblichen Besuchern des neuen Örtchens, da erntete er schon die ersten Lacher.
„Wer hat Humor in seinem Unternehmen, Hände hoch“, befahl er und erklärte sogleich seinen Befehl, denn da, wo man miteinander lachen könne, sei man vor Burnout geschützt.
Vorbild im Lachen
Er machte die Runde durch die Reihen und forderte: „Wer ein Vorbild im Lachen hat – Hände hoch. Aha, na ja“, meinte er ob der Resonanz. „Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 40 Mal, Tote selten, eigentlich gar nicht“, klärte er auf.
„Hände hoch, Zeigefinger gegeneinander strecken und hindurchschauen, dann die Hände auseinander strecken und ihr seht die Fliegende Wurst“, so Gaudo. Die höchste Konzentration war ihm sicher, das Ergebnis wollte er lieber nicht wissen.
„Warum werfen wir soviel Fokus auf Dinge, die nicht gut laufen? Wir verändern uns durch das, was wir denken, wir verschwenden viel Energie, wenn wir nicht zusammen lachen“, mahnte er.
„Im Stress verlieren wir die Empathie“, bedauerte er und dann fragte er: „Warum gibt es Menschen, die in fester Beziehung leben und trotzdem gut drauf sind?“ Angestrengtes Nachdenken, dann Gelächter – geht doch.
Gaudo arbeitet als Klinikclown für schwer kranke Kinder. Nein, Arbeit sei das nicht, verbessert er sich. „Denn wenn wir uns um andere kümmern, geht es uns gut“, sagt der Moderator und Comedian.
Am Anfang verunsichert
Die ersten Besuche in den Kinderzimmern in der Klinik hätten ihn etwas verunsichert. Er habe sich gefragt, wie er sich verhalten soll – ganz normal, nicht betulich, habe er schnell gelernt, jetzt würden ihm die Besuche viel geben.
Gaudo ist leidenschaftlicher Bahnfahrer. „Die Leute trainieren hier ihre schlechte Laune, herzlichen Glückwunsch“, lobte er.
Doch im Ernst: „Schaut nicht auf das, was trennt, sondern auf das, was verbindet“, schloss er zu tosendem Applaus und sprang von der Bühne.