In der voll besetzten Froschberghalle genossen die Besucher einen harmonischen Neujahrsempfang mit vielen Ehrungen durch Bürgermeister Michael Schmitt und einem hervorragenden Tim Krieger als Gastredner. Foto: Hella Schimkat

Bürgermeister Michael Schmitt lud zum Neujahrsempfang nach Brigachtal ein. Er gab einen Rückblick 2024 und einen Ausblick auf 2025. Als Gastredner konnte er Tim Krieger gewinnen, welcher der Frage nachging: Ist die Welt verrückt geworden?

Volles Haus am Freitag Abend in der Froschberghalle. Bürgermeister Michael Schmitt konnte neben Ehrenbürger Max Hirt mit Gattin Inge, Eveline Belle und dem vollständigen Gemeinderat, Bürgermeister und Ortsvorsteher aus Nachbargemeinden begrüßen.

 

Als Gastredner konnte er Tim Krieger von der Wilfried-Guth-Stiftungsproffessur für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik der Universität Freiburg gewinnen. Dem Abend umrahmte der Akkordeonverein Brigachtal unter der Leitung von Birgit Käfer musikalisch.

Rückblick auf 50 Jahre Brigachtal

Schmitt blickte kurz auf ein ereignisreiches Jahr 2024, in dem die Gemeinde Brigachtal ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, zurück. Aber es sei nicht nur gefeiert, sondern auch gearbeitet worden, so habe zum Beispiel die Gewerbesteuer mit 2,7 Millionen Euro den Höchststand erreicht, dankte Schmitt den Betrieben der Gemeinde.

Nicht so toll sei der Bruch der Ampel gewesen, ganz schrecklich der andauernde Krieg in der Ukraine, zu dem noch die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten gekommen sei, so Schmitt.

Auf dem geleisteten nicht ausruhen

„Wir können uns auf dem bisher Geleisteten nicht ausruhen, sondern sind gefordert, uns der derzeit bitteren Realität zu stellen, auf weitere fette Jahre sollte man besser nicht bauen“, betonte er. „Ich bin der Überzeugung, dass sich Europa trotz vieler Warnzeichen naiv verhalten hat“, so Schmitt.

Er wies auf notwendige Rahmenbedingungen hin, um nicht weiter im Land abzurutschen, wozu die Entbürokratisierung und die Reduzierung der den Kommunen auferlegten, staatlichen Aufgaben gehöre, lauteten zwei seiner Forderungen.

Mit der geschaffenen Familienfreundlichkeit durch viele Maßnahmen, sei es in der Schule oder den Kitas, unserer Seniorenfreundlichkeit, unserer Pflege der Infrastruktur und Unterstützung der Landwirtschaft, Schaffung von Wohnraum, Brückenneubauten, zukünftiger Schaffung von Gewerbeflächen, Erhalt der Infrastruktur, ob Apotheke und Versorgung durch Ärzte haben wir die dynamische Entwicklung der Gemeinde in permanentem Fluss gehalten, unterstrich der Bürgermeister. „Egal bei welcher Veranstaltung, unsere Bürger halten zusammen und helfen mit“, dankte Schmitt. dies sei mit ein Grund, voller Zuversicht in die Zukunft zu schauen.

Tim Krieger von der Wilfried-Guth-Stiftungsprofessur für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik an der Uni Freiburg sprach in Brigachtal zum Thema „Ist die Welt verrückt geworden? Und wenn Ja: Was hilft dagegen. Foto: Hella Schimkat

Sein Thema „Ist die Welt verrückt geworden? Und wenn ja: was hilft dagegen?“ beeilte sich Gastredner Tim Krieger ins Positive zu drehen. Das gelang ihm auch – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer Mischung aus Wissen, Humor und Vorschlägen, um nicht in Panik zu verfallen.

Kein Erfahrungsschatz mit großen Krisen

Große Krisen mögen wir Menschen nicht, denn wir haben nicht den Erfahrungsschatz, auf den wir zurückgreifen könnten, war ihm bewusst. Denn was sich jetzt abzeichne, der Vormarsch der Diktatoren, wolle niemand haben. Doch wenn jetzt nach der Bundestagswahl eventuell wieder regiert werde, könne man Hoffnung haben, meinte Tim Krieger trocken.

Doch er kritisierte auch, denn: „Wir haben verschlafen innovativ zu werden und mit der Digitalisierung hinken wir hinterher, und jetzt kommt die KI mit Macht“, so Krieger. Corona legte uns lahm, man stritt sich um das Luxus-Klopapier, dann kam auch noch Putin und die Inflation, wir haben Krieg in Europa. Und dann Trump – ist das alles wirklich so dramatisch?“ fragte er.

Mut für vier anstrengende Jahre

„Wir brauchen Mut, gerade weil ab Montag vier anstrengende Jahre auf uns zukommen“, mahnte er. Trump sei wie er sei, es gehe ihm um ihn selbst und Amerika. Alles, was Trump in USA anfange, sorge auch für eine Inflation in den USA, versuchte er, die Angst vor Trump zu nehmen.

„Butter oder Kanonen? Wir müssen uns entscheiden, nicht an alles wie Klimawandel kleinkariert herangehen, die KI wird bleiben und die Zukunft prägen“. Dann blitzte wieder Kriegers Humor durch: Man könne mit KI diskutieren, die habe mehr Geduld. Sein Schlusswort unter aufbrausendem Applaus lautete: „Nicht verzagen, mehr Mut wagen.“