Beim Neujahrsempfang ging Bürgermeister Micha Bächle auf einige Leuchtturmprojekte ein, die in Bräunlingen anstehen. Er hofft auf ein Miteinander und ein Ende der Verhinderungstaktik. Das Engagement der Bürger lobte Landrat Sven Hinterseh.
Mit viel Optimismus geht die Stadt Bräunlingen ins neue Jahr. Wie Bürgermeister Micha Bächle beim Neujahrsempfang in der Stadthalle sagte, stünden mit einigen noch im Jahr 2023 begonnenen Projekten einige Großvorhaben an.
„Der Neujahresempfang ist eine gute Gelegenheit, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und auch unsere Vorhaben für 2024 zu skizzieren“, sagte Bürgermeister Micha Bächle nach seiner Begrüßung. Er ging auf wichtige Projekte ein, darunter das Umsetzen des Nahwärmenetzes in der Altstadt und die Einrichtung einer regenerativen Heizzentrale bei den Tennisplätzen. Er bezeichnete das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt unserer Stadt und für die Energiewende“.
Das Stadtsanierungsprogramm werde in diesem Jahr ein wichtiger Impuls für die Entwicklung der Innenstadt in den kommenden Jahren sein. Das Rathaus soll saniert und das alte Hallenbad für eine neue Entwicklungsfläche abgerissen werden. Die Wasserverbindungsleitung nach Donaueschingen kostet rund 1,5 Millionen Euro, bei einem Zuschuss von 80 Prozent.
Sanierung der Kirchstraße
Die im Jahr 2023 erreichte Verbesserung des Bräunlinger Wasserdargebotes wird 2024 seine Fortsetzung finden. Die Kirchstraßensanierung soll als weiteres Projekt angegangen werden. Bächle hob zudem die Vorreiterrolle von Bräunlingen beim aktiven Klimaschutz hervor, die neben dem Nahwärmenetz auch die Stromerzeugung mithilfe von Photovoltaik-Anlagen betreffe. „Beim Thema Windkraft sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen“, bilanzierte Bächle, der die getroffene Entscheidung, Anteile an der ESB (Energieversorgung Südbaar) für rund drei Millionen Euro zu verkaufen, auch wegen der zu erwartenden hohen Kosten, als richtig ansah.
Eine große Herausforderung sei auch die Flüchtlingsunterbringung, wofür die Stadt in den vergangenen Jahren 20 Wohnungen angemietet habe. „Wir brauchen weiterhin dringend Wohnraum für Geflüchtete, und gleichzeitig muss die Bundes- und Europapolitik den Zuzug begrenzen, damit denjenigen Schutz gewährt werden kann, die ihn wirklich brauchen“, so Bächle.
Landrat Sven Hinterseh hatte lobende Worte mitgebracht: „Es ist beeindruckend zu hören, was die Stadt Bräunlingen alles gefertigt hat.“ Zudem forderte er dazu auf, sich als Kandidat für die bevorstehenden Kommunal-Wahlen zur Verfügung zu stellen. Es mache ihm Sorge, dass viele auch kommunale Gestaltungsspielräume immer mehr bis ins Detail durch Bestimmungen begrenzt werden, was etliche kreative Aktionen bremse. „Es braucht mehr Luft zum Atmen“, sagte er.
Gute regenerative Energiebilanz
Er lobte das ehrenamtliche Engagement der Bürger – nicht nur in den Gremien von Gemeinde und Kreis. „Die Kommune ist ein ganz entscheidender Teil der Republik“, hob er hervor. „Bräunlingen hat in den zurückliegenden Jahren sehr viel richtig gemacht“, bekräftigte Hinterseh und hob bezüglich der Energiebeschaffung die gute regenerative Energiebilanz in Bräunlingen hervor.
Die Erkenntnis, dass die Stadt Bräunlingen in den zurückliegenden Jahren bestens regiert worden sei, stellte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei an den Beginn seiner Grußworte. Er ging kurz auf einige aktuelle Krisenherde in der Welt ein und auch auf die dadurch entstandenen Einflüsse auf Deutschland. Es müssten akzeptable Rahmenbedingungen für ein gutes Zusammenleben in Frieden und Freiheit geschaffen werden, unterstrich Frei, der auch darauf hinwies, dass die aktuelle Innenpolitik „nicht wahnsinnig viel Mut“ mache. Die Herausforderungen für den Bürger seien gewaltig, und auch die Belastungen für den Sozialstaat seien riesig. Er bedauere, dass der Sozialstaat auf Kosten der Gemeinschaft zu stark ausgenutzt werde.
Stadtkapelle tritt auf
Auch der Grünen-Landtagsabgeordneten Martina Braun machen die Krisenherde nicht nur in Europa etliche Sorgen. Dennoch freue sie sich, dass in Bräunlingen immer viel los sei und Geschichte und Traditionen nicht nur bei Festen und Jubiläen einen hohen Stellenwert hätten. Sie forderte dazu auf, nach vorne zu blicken und zu versuchen, so wenig wertvolle landwirtschaftliche Flächen für die Energiegewinnung durch PV-Anlagen zu verbrauchen wie möglich. Mit der Erzählung vom bösen und guten Wolf und deren Eigenschaften, die sich in jedem Menschen wiederfänden, wünschte sie Bräunlingen viel Erfolg in der Zukunft. Mit dem Wunsch: „Wir brauchen ein Miteinander und kein Gegeneinander, Vertrauen und Verlässlichkeit, mehr Zuversicht und mutige Entscheidungen und keine Verhinderungstaktik wie bei der Gauchachtalbrücke“, schloss Michael Bächle seinen Situationsbericht.
Die Stadtkapelle unter Dirigent Thorsten Meier umrahmte den gut besuchten Neujahresempfang mit einigen Musikstücken, darunter die Nationalhymne sowie das Badnerlied.
Kinderfreundliche Stadt
Betreuungsplätze
Dass Bräunlingen eine kinderfreundliche Stadt ist, „zeigt unser größter städtischer Ausgabeposten mit rund drei Millionen Euro für die Kinderbetreuung“, so Bürgermeister Micha Bächle. Er freute sich, dass es in der Stadt keine Warteliste gebe und es für die zu erwartende erhöhte Nachfrage nach Betreuungsplätzen bereits Lösungen gebe. „Das wird ein großer finanzieller Kraftakt für unsere Gemeinde“, so Bächle. Mit Sorge erfülle ihn die aktuelle Diskussion und auch einige Gerichtsentscheidungen über die Umlandfinanzierung für Nachbarkommunen bei Schulhaus-Neubauten. „Das Land lässt die Gemeinden hier im Regen stehen“, bedauerte Bächle, der auf konstruktive Lösungen hofft.