Bürgermeister Marco Gauger sieht in seiner Rede nicht nur die Schwierigkeiten, vor denen die Stadt steht. Foto: Ralf Recklies

Letztmals ist Thomas Blenke in offizieller Mission beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Wildbad gewesen. Seine Unterstützung der vergangenen Jahre hat sich bezahlt gemacht.

Die Überraschung ist Bad Wildbads Bürgermeister Marco Gauger gelungen. Beim Neujahrsempfang der Kur- und Badestadt zeichnete Gauger am Sonntag den scheidenden CDU-Landtagsabgeordneten und Staatssekretär Thomas Blenke mit der Bad Wildbader Stadtplakette in Silber aus.

 

Der Gemeinderat hatte diese Würdigung beschlossen, da sich Blenke als Abgeordneter in den vergangenen 25 Jahren vielfach erfolgreich für die Stadt und deren finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg eingesetzt hat. Nur mit den Mitteln des Landes hätten viele Vorhaben überhaupt umgesetzt werden können, so Gauger.

Neben der Plakette und einer Urkunden gab es für Blenke auch einen Kapuzenpullover, mit dem dieser auch in Zukunft Werbung für Bad Wildbad machen kann. „Ich habe nur meinen Job gemacht“, erwiderte Blenke mit einem augenzwinkernden „‘s wär’ wirklich ned nötig gewesen“. Diesem schickte er jedoch sofort ein „ich nehme es aber gerne an“ hinterher.

In Bad Wildbad herrschte „Mehltaustimmung“

Dass er sich immer stark für die Kur- und Badestadt im Enztal eingesetzt hat, habe nicht zuletzt daran gelegen, dass er zu Beginn seiner Abgeordnetenzeit gemerkt habe, „Bad Wildbad braucht ziemlich Hilfe“, so Blenke. Er habe in der Stadt damals eine regelrechte „Mehltaustimmung“ wahrgenommen.

Foto: Ralf Recklies

Diese sei inzwischen aber verschwunden, Politik und Gesellschaft blickten längst wieder positiv und optimistisch nach vorn. Auch musikalisch gab es einen Gruß: Zum letzten offiziellen Besuch eines Wildbader Neujahrsempfang als Landtagsabgeordneter spielte die Stadtkapelle unter der Leitung von Martin Koch den Rockklassiker „Stairway to Heaven“ für Blenke.

Musikauswahl spiegelt die Worte Blenkes wieder

Überhaupt war es eine bunte Auswahl an Musikstücken, mit der die Stadtkapelle den Neujahrsempfang im Bad Wildbader Kurhaus umrahmte und dabei auch das zum Ausdruck brachte, was Blenke in seinem Grußwort ausgeführt hatte: vor allem die Bürger machen das Leben in der Stadt an der Enz lebenswert. Dass das Land das Seine dazu beiträgt, davon ist der CDU-Landespolitiker überzeugt. Mit dem Regelungsbereinigungsgesetz habe der baden-württembergische Landtag ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die Arbeit der Kommunen vereinfacht werden soll, mit der Weiterleitung von Mitteln aus dem Infrastrukturfonds würden die Kommunen bei Investitionen entlastet.

Und das Land bereite sich mit vielen Maßnahmen darauf vor, Kommunen dabei zu helfen, resilienter für schwierige Situationen zu werden. Gerade als Staatssekretär des Innenministeriums sei es ihm ein wichtiges Anliegen, den Blick darauf zu richten, dass das Land nicht nur wegen eines Aggressors im Osten und einem nicht einschätzbaren Partner im Westen von Außen verwundbar ist, sondern auch Gefahren von innen drohen.

Auch Bad Wildbad steht vor Herausforderungen

Dass auch Bad Wildbad vor großen Herausforderungen steht, dessen ist sich Bürgermeister Marco Gauger bewusst. Nicht zuletzt die Kreisumlage mit einem Volumen von rund sieben Millionen Euro mache der Stadt erheblich zu schaffen. „Die Sieben“, so Gauger, sei eine Zahl, die die Kommune „zu verfolgen scheint“. Denn sieben Millionen Euro Defizit im Ergebnishaushalt seien ebenfalls kein Spaß. Nur gut, dass die Stadt da auch sieben Millionen Euro an Gewerbesteuer eingenommen habe. Diese Steuer habe der Stadt in den vergangenen Jahren schon mehrfach den sprichwörtlichen Hintern gerettet.

Die Haushaltsberatungen für 2026 seien nicht einfach gewesen. „Das Kernproblem sind nicht unsere Einnahmen, sondern die Ausgaben“, so Gauger. Denn auf viele hätte die Kommune keinen direkten Einfluss. Die daraus resultierenden Streichrunden, die bei der Haushaltsaufstellung erforderlich waren, seien schmerzlich gewesen. In der Folge würden der Geduldsfaden, bei Projekten, die mangels Geld 2026 nicht angegangen werden könnten, „um ein Jahr länger strapaziert“.

Auch positive Entwicklungen

Dennoch gebe es auch positive Entwicklungen. Ob die Sanierung des Waldfreibads in Calmbach, die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz, das Bad Wildbad rund 6,84 Millionen Euro beschert, Sondermittel des Finanzausgleichs, die Bad Wildbad „400 000 bis 500 000 Euro“ bescherten oder die Erhöhung des Landeszuschusses für Rossini: 55 000 Euro jährlich bekommt die Stadt mehr – zudem flössen 40 000 Euro in eine Verbesserung der Beleuchtung im Kurhaus. Und Gauger freut sich, dass es mit vielen Partner gelungen ist, die Stadt auch in der Winterzeit mit dem Lichterzauber auf dem Berg und im Kurpark attraktiver zu machen.

Dass die Stadt als Wohn- und Arbeitsort attraktiv ist, zeigt ein neuer Imagefilm – und wird in einer neu vorgestellten Broschüre aufgezeigt.