Bürgermeister Ralph Zimmer sprach im weiten Rund des Proberaums die Probleme von Horb und der Welt an. Foto: Peter Morlok

Der Ausbau des Internets und das Bürgerbegehren zur geriatrischen Abteilung im Krankenhaus waren zwei der Themen am Neujahrsempfang.

Seit weit mehr als 40 Jahren ist es guter Brauch in Altheim, dass die Gemeindeverwaltung und die beiden Kirchen zum Neujahrsempfang einladen. So auch in diesem Jahr.

 

Ortsvorsteherin Sylvia Becht durfte eine große Zahl an Repräsentanten der örtlichen Vereine, des öffentlichen Lebens, der Kommunalverwaltung und zumindest für die katholische Kirche, die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Carmina Brenner, begrüßen. Man wünschte sich reihum ein „gutes, gesundes neues Jahr“ und stieß mit den bereitgestellten Getränken darauf an. Die Ortsvorsteherin wertete den Neujahrsempfang als einen guten Tag der Begegnung und der Gespräche.

Und Musik gab’s auch in diesem Jahr. Der Liederkranz Altheim hatte unter Leitung von Götz Peter vier bekannte Songs eingeübt, mit denen er den Empfang musikalisch umrahmte. Gleich zu Beginn brachen der Chor mit dem Lied „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ philosophische Grundüberlegungen mehrstimmig unter die Zuhörer.

Carmina Brenner überbrachte die Grußworte des Altheimer Kirchengemeinderats. Foto: Peter Morlok

Becht konzentrierte sich danach in ihrem Grußwort auf das, was ihrer Einschätzung nach das zurückliegende Jahr prägte. Sie ließ Erfreuliches und sicherlich auch weniger Erfreuliches, Erreichtes, Misslungenes und Vollendetes Revue passieren. „Es war nichts Spektakuläres, dafür aber viel Wichtiges dabei“, so ihre Zusammenfassung.

Wichtigste Themen

Sie erinnerte an den Ausbau des Backbone-Netzes und den Glasfaserausbau im Ort, streifte die Parksituation und die Einkaufsmöglichkeiten und machte keinen Hehl daraus, dass es zu den neuen Baugebieten auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung gab. Als Grund nannte sie die Leerstände in der Ortsmitte, machte aber deutlich, dass man, um diese beseitigen zu können, auch die Mithilfe der Immobilienbesitzer braucht.

Als eine große Aufgabe im Jahr 2026 nannte sie die Haushaltsperre, die einen vorausschauenden Umgang mit den vorhandenen Mitteln verlangt.

„Hinterm Horizont gehts weiter“, sang der Liederkranz. Foto: Peter Morlok

Die Höhepunkte des vergangenen Altheimer Jahres war ihrer Einschätzung nach die drei Jubiläen, die man über das ganze Jahr hinweg feiern durfte. Zum einen wurde die Narrenzunft 33 Jahre jung, der Musikverein durfte sein 100-jähriges Bestehen feiern und der Liederkranz auf 160 Jahre generationenübergreifendes Singen zurückblicken. „Und mit diesem reichen Erfahrungsschatz gehen wir ins Jahr 2026“ sagte sie abschließend.

Appell an die Gemeinschaft

In ihrem Credo stellte die Ortsvorsteherin fest: „Eine Gemeinde ist immer die Arbeit von vielen. Menschen, die mitgeholfen haben, mitgedacht, mitentschieden, Freuden aber auch Leid miteinander geteilt haben. Denn keiner lebt sein Leben allein. Bei allem Individualismus sind wir aufeinander und auf die Gemeinschaft angewiesen.“

Mit dem afrikanischen Sprichwort von den vielen kleinen Leute, die mit vielen kleinen Schritten Großes tun, beendete sie ihre Rede.

Mit dem Liederkranz ging’s noch kurz „hintern Horizont“ bevor Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann anschließend in seinem Grußwort einen weiten Bogen schlug.

Jahr des Bürgerbegehrens

Sein persönliches Highlight 2025 war das Bürgerbegehren gegen die Schließung der Horber Geriatrie. „Als diese Schließung in der Haushaltsstrukturkommission des Kreistags beschlossen wurde, dachte ich, mich trifft der Hammer“, erinnerte sich Zimmermann. „Vorher hat man Millionenbeträge für Vereinsförderung durchgewunken, doch als es um die Gesundheit der Menschen ging, war kein Geld mehr da“. Er dankte namentlich Konrad Faßnacht und Andreas Bronner für ihren Einsatz um den Erhalt der Geriatrie.

Ortsvorsteherin Sylvia Becht fasste das Jahr 2025 zusammen und warf einen Blick in die Zukunft. Foto: Peter Morlok

Die Vorsitzende des Altheimer Kirchengemeinderats Carmina Brenner hatte zum Abschluss der Reden noch ein paar Zahlen und handfeste Fakten parat.

Sie teilte unter anderem mit, dass eine Straffung der Kirchenbezirke ansteht, die bis 2030 abgearbeitet sein soll.

Mit dem Wunsch nach Frieden ging der offizielle Teil dieser Traditionsveranstaltung zu Ende und man ging mit Small Talk und Neusten aus dem Dorf zum lockeren Teil über.