Beim Neujahrsempfang des Erzbistums Freiburg hat Stephan Burger auf das Leben des Priesters Max Josef Metzger, der im vergangenen November seliggesprochen wurde, zurückgeblickt.
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat das Leben und Wirken von Max Josef Metzger in den Mittelpunkt seiner Neujahrsansprache am Dienstag gestellt. Metzger war als Gegner des NS-Regimes und Kämpfer für eine Welt ohne Kriege im April 1944 von den Nazis nach einem Schauprozess ermordet worden. Im vergangenen November wurde der aus Schopfheim im Markgräflerland stammende Märtyrer in Freiburg von der Katholischen Kirche seliggesprochen.
In einer „Gesellschaft voller Streit“, in der aktuell kaum Platz sei für eine politische Debatte über drängende Themen wie den Klimawandel, seine Folgen wie millionenfache Fluchtbewegungen und das weltweite Artensterben, brauche man Vorbilder wie Metzger.
Gesellschaft müsse aus Vergangenheit lernen
Dieser habe sich schon früh gegen den Nationalsozialismus gestellt und in Hitler einen „geisteskranken Psychopathen“ gesehen. Mit seinem Eintreten für den Pazifismus sei Metzger mit „ungeheurer, visionärer Kraft“ der Kirche und seiner Zeit voraus gewesen. Metzger sei als „Mahner aus dem 20. Jahrhundert und starke Stimme gegen die Resignation“ wichtig, damit die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht in die gleichen Fallen von Nationalismus und Antisemitismus tappe – wie vor knapp 100 Jahren.
Denn ein Leben in Frieden, so der Erzbischof, sei „kein Selbstläufer“, und eine Gesellschaft ohne Mitgefühl sei auf dem Weg in die Barbarei, zitierte Burger die Publizistin Hannah Arendt. Der Erzbischof kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Verbreitung von Hass, Hetze und Fake News in den Sozialen Medien, die es „unter die Lupe“ zu nehmen gelte.
Burger geht auf Entlassung Böhmanns ein
Am Rande seiner Rede beim Neujahrsempfang des Erzbistums Freiburg ging Stephan Burger auch auf den bundesweit für Schlagzeilen sorgenden Streit um die Entlassung von Domkapellmeister Boris Böhmann ein. Der Streit sei „persönlich belastend“ für ihn, so Burger, die Entlassung Böhmanns „nach jahrelangen Konflikten“ aber unausweichlich gewesen. Er sei froh und werte es als Zeichen der Hoffnung für die Zukunft der Chormusik im Freiburger Münster, dass auch weiter viele Sänger den Chören der Domsingschule treu bleiben würden.
Neuausrichtung der Pfarreien bereitet Sorge
Ein weiteres Konfliktthema im Erzbistum ist für Burger derzeit der Neuzuschnitt der Pfarreien im Bistum (Kirchenentwicklung 2030), der für viele Gläubige nach wie vor mit Sorge um die Entwicklung der Seelsorge im Bistum verbunden ist. Burger betonte, dass die Diözesanstrategie des Bistums nicht darauf abziele „pastorales Leben zu zerstören“, sondern, dass es vor allem um eine Neuaufstellung der Kirchenverwaltung gehe, um das Bistum in die Zukunft zu führen.
Mit der Kirchenentwicklung sei es ein wenig wie mit vielen Bereichen in der Gesellschaft in einer Welt der Kriege und Konflikte, so Erzbischof Burger: „Die Pessimisten kommen öfters als die Klügeren rüber derzeit.“ Aus Sorge, dass alles schlechter werde, würden manche es lieber haben, dass alles bleibe, wie es ist.