Bürgermeister Ulli Waldkirch schnitt zusammen mit dem Trachtenpärle Raphael Walter und Cataleya Schäfer die Neujahrsbrezel an. Foto: Jutta Schütz

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das „Wir“ und das „Uns“ stellte Bürgermeister Ulli Waldkirch beim sehr gut besuchten Auggener Neujahrsempfang in den Mittelpunkt seiner Ansprache.

Termin-Höhepunkt für 2026 ist die 50-jährige Jumelage mit Châteauneuf-du-Pape. Gefeiert wird die Partnerschaft mit der provenzalischen Kommune, und damit auch die deutsch-französische Freundschaft der beiden Gemeinden, von Donnerstag, 4., bis Sonntag, 7. Juni.

 

Viel Beifall gab es für Dirigentin Johanna Defren und den jungen Chor des Gesangvereins Auggen. Die Sängerinnen trugen deutsche und französische Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten vor. Am Klavier wurde der Chor von Pianist Joachim Pack begleitet. Die Trachtenträger des Heimatpflegevereins wirteten mit Gebäck und Sekt.

Jede Menge Applaus erhielt das neue Auggener Trachtenpärle Cataleya Schäfer und Raphael Walter. Die beiden trugen souverän ein witziges Gedicht von Ruthild Muser auf Alemannisch vor. Im Text wurde auf das Dorfgeschehen Bezug genommen, von der neu asphaltierten „Buckelpischte“ im Oberdorf, über die Großbaustelle an der Auggener Grundschule – wobei alle gespannt seien, ob der Ergänzungsbau pünktlich 2026 fertig werde – bis hin zum Treffpunkt für Neuigkeiten, dem Auggener Dunschdig. Das Pärle zog das Fazit: „Wir sind einfach die coolschte Gemeinde“ und klatschte sich mit dem Rathauschef ab.

Mehrere Jubiläen werden dieses Jahr gefeiert

Waldkirch begrüßte Bürger, Gemeinderatsmitglieder, Rathausmitarbeiter, Bauhof-, Kirchen- und Vereinsvertreter, Schul- und Kindergartenpersonal, Feuerwehr und DRK, Bürgermeister aus den Nachbargemeinden und die Freunde der Patenkompanie der deutsch-französischen Brigade.

Neben dem Jumelage-Jubiläum gibt es weitere Festtermine im Ort. Der Turn- und Sportverein wird 100 Jahre alt. „Mehr als 220 Kinder und Jugendliche werden vom TuS betreut – wir sind gespannt, was geplant ist, und bedanken uns an dieser Stelle auch bei allen anderen Vereinen, die sich für junge Menschen engagieren“, betonte Waldkirch.

Die Kirchengemeinde lädt zum 200. Todestag von Friedrich Weinbrenner am 1. März zu einem Weinbrenner-Gottesdienst in die Kreuzkirche ein. Der Förderverein, der den Erhalt des Kirchenbaus im Weinbrenner-Stil unterstützt, würde sich über neue Mitglieder freuen. Der Erhalt des Wahrzeichens soll zudem mit einer Entscheidung des Gemeinderats zu einer finanziellen Beteiligung unterstützt werden.

Sehr gut besucht war der Neujahrsempfang in Auggen. Johanna Defren (rechts im Bild) dirigierte den jungen Chor des Gesangvereins Auggen. Die Sängerinnen hatten sich in der Sonnberghalle verteilt. Foto: Jutta Schütz

Die Landtagswahl am 8. März sei ein Pflichttermin für alle Bürger, betonte der Bürgermeister. „Es gibt genügend Gründe, frustriert und verärgert zu sein, aber kein einziger rechtfertigt es, mit seiner Stimme bei der Wahl zum Landtag leichtfertig mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung umzugehen. Geben Sie Ihre Stimme den Freunden der Demokratie und der freiheitlichen Grundordnung und werden Sie sich bewusst, wie sich Ihre Stimme auf das ‚wir‘ und ‚uns‘ auswirkt“, appellierte Waldkirch. Wie wichtig Verständigung und die Freundschaft zwischen Nationen seien, zeige die Partnerschaft von Auggen und Châteauneuf-du-Pape. „Unterstützen Sie diese Freundschaft und feiern Sie mit uns und dem Partnerschaftsverein“, lud der Rathauschef ein.

Schulneubau soll im Winter eröffnet werden

Die Herausforderungen für die Gemeinde seien groß und mangels finanzieller Unterstützung seitens Bund und Land nicht einfach, trotzdem müsse man „Gas geben“, fuhr Waldkirch fort. Der Gemeinderat habe viele richtige Weichen gestellt, gerade auch was Schulbetreuung und Bautätigkeiten dort angehe. „Ich hoffe, wir können den Schulneubau im November oder Dezember eröffnen“, informierte er.

Der tagelange Blackout in Teilen Berlins habe den Blick auf ein kommunales Krisenmanagement gelenkt – die Schule wird deshalb bei Notfällen wegen ihrer Nähe zu Rathaus und Feuerwehr auch Notfalltreffpunkt werden. Eine große Notstromersatzanlage wird in den kommenden Wochen installiert. „Auch hier war die Zusammenarbeit von Verwaltung, Gemeinderat und Ehrenamtlichen gefragt“, betonte der Bürgermeister. Ohne Ehrenamtliche wären viele Angebote und auch spontane Hilfen im Ort gar nicht möglich, „dafür sage ich vielen, vielen Dank“, schloss Waldkirch.