Fischingens Bürgermeister Axel Moick und seine Frau Esther stießen mit Landrätin Marion Dammann sowie Ehrenbürger Peter Schmider und seiner Frau Sybille Hofmann (von rechts) auf 2026 an Foto: Herbert Frey

In seiner Neujahrsansprache sorgte Fischingens Bürgermeister Axel Moick für Klarheit: Er teilte mit, dass er im September nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren werde.

Groß war die Zahl der Einwohner, aber auch die von Ehrenbürger und Alt-Bürgermeister Peter Schmider sowie Landrätin Marion Dammann angeführte Riege der Ehrengäste, die Axel Moick zum Neujahrsempfang in der Läufelberghalle begrüßen konnte.

 

In ihrem Grußwort wies Dammann auf die „viel intensivere Bedeutung“ hin, die Neujahrswünsche wie Frieden und Wohlstand angesichts ständig neuer Bedrohungsszenarien erlangt hätten. Um auf diese gut vorbereitet zu sein – etwa mit Katastrophenschutzplänen oder schnelleren Entscheidungsstrukturen –, müsse die kommunale Familie „eng zusammenstehen“.

Finanziell sei Fischingen – noch – eine gesunde Gemeinde, berichtete Axel Moick. Er stellte aber fest, „dass die laufenden Ausgaben mit den laufenden Einnahmen nicht mehr vollständig beglichen werden können“. 65 000 Euro fehlen Fischingen 2026 zum Haushaltsausgleich. Dieses Defizit sei „ein strukturelles Problem“ und dürfe sich nicht verfestigen.

Gleichwohl konnte 2025 vieles gestemmt werden. So werde in Kürze die erste Stromtankstelle mit Car-Sharing auf dem Rathausplatz eingeweiht, kündigte Moick an. Das Haus am Kirchplatz sei saniert und von einem ersten Geflüchteten auch bereits bewohnt. Auch die Sanierung der Läufelberghalle starte nun.

Das größte Projekt aber sei der Bau des Regenüberlaufbeckens, das Ende des Jahres in Betrieb gehen und dann gut 100 Jahre seinen Dienst tun werde. „Also im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahrhundertprojekt“, das Wasserqualität und Entwicklungsmöglichkeiten sichere und mit 1,5 bis 1,6 Millionen Euro eine Rieseninvestition darstelle.

Akkordeonorchester spielt

Ungewöhnlich groß für das gerade mal 780 Einwohner zählende Dorf sei das ehrenamtliche Engagement. Die Feuerwehr sei mit 33 Aktiven richtig schlagkräftig, müsse aber administrativ entlastet werden. Moick hob die Gründung der Bambini-Wehr hervor.

Der „erfolgreichste Verein, den Fischingen je hatte“ sei das Akkordeonorchester, das beim Weltmusikfestival in Innsbruck in der zweithöchsten Kategorie, der Oberstufe, das Prädikat „Ausgezeichnet“ errungen hat. Auch hier künde ein erfolgreicher neuer Anfängerkurs davon, „dass der Verein absolut gesund ist“. Der musikalische Erfolgsgarant Dieter Lauf stehe 2026 in seinem 30. Jahr am Dirigentenpult. Mit dem „Montana Marsch“, „Fields of Gold“ von Sting und dem „Fischinger Lied“ bewies das AOF auch beim Empfang seine Versiertheit.

Der Sportverein entwickelte das neue Format eines Sportlertags und sorgte zusammen mit der Sparkasse mit Spenden für zwei Defibrillatoren. Viele weitere Bürger hätten sich kreativ für das Gemeinwesen engagiert (wir berichten noch).

Ruhestand mit der Familie

Im September steht im Läufelbergdorf die Bürgermeisterwahl an. Nach reiflicher Überlegung sei er zu dem Schluss gekommen, sich nicht um eine dritte Amtszeit zu bewerben, sagte Moick. Er sei seit kurzem aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden und wolle sich mit fast 67 Jahren nun der Familie widmen, solange er noch bei guter Gesundheit sei, meinte er. Weitere acht Jahre an der Rathausspitze erschienen ihm da eine zu lange Spanne.

In Fischingen lasse sich dank eines konstruktiven Gemeinderats und engagierter Bürger viel bewegen, zeigte er sich zuversichtlich, eine dynamische junge Nachfolgeperson zu finden. Bürgermeister-Stellvertreter Michael Ulrich überreichte Moick als Dank „Fischinger Tassen“ für das Rathaus. Sie sollen daran erinnern, wie wichtig es angesichts eines rasant fortschreitenden gesellschaftlichen Wandels sei, sich bei Kaffee oder Tee zum Austausch zusammenzufinden.

Geselliger Austausch

Beides wurde nach den Reden ausgiebig praktiziert, aufmerksam begleitet von der Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen, die Erfrischungen und Stärkungen reichte.