Mit Herzlichkeit und Humor führte die neue Bürgermeisterin von Zell durch ihren ersten Neujahrsempfang. Marion Isele nahm alle Besucher und Gäste mit auf Rück- und Ausblick.
„Beginnen wir dieses Jahr mit einem Lächeln“, rief Isele auf. „Die kann gar nicht lange reden, die ist noch nicht lange dabei.“ – Mit solchen Vorurteilen räumte die Todtnauerin allerdings schnell auf. Natürlich kann sie auch ein abwechslungsreiches zweistündiges Programm gestalten.
Gerade mal 40 Tage im Amt - darauf wies Landrätin Marion Dammann in ihrem Grußwort hin. „Sie stehen für Wende und Neubeginn“, ermutigte Dammann die Amtsinhaberin. Bereits in den ersten Tagen habe Isele Entscheidungen treffen müssen und die Weichen gestellt. Wichtig sei für ein Gemeinde-Oberhaupt, dass es Ziele und eine Strategie habe.
Es sei keine einfache Zeit, in der Isele angetreten sei: „Wir erleben eine der größten Krisen der Kommunalfinanz“, merkte Dammann an. Wichtig sei jetzt, dass die „kommunale Familie zusammen steht“. Ansprüche müssten herunter gefahren werden, auch eigene. Und der vielzitierte Gürtel müsse enger geschnallt werden, nicht nur bei anderen. Trotzdem müssten die Gemeinden weiter entwickelt werden. Die Landrätin sprach die Bereiche Digitalisierung und Mobilität, Gesundheit und Klimaanpassung an. Der Bürgermeisterin machte Dammann Mut. Sie werde Lösungen finden für die Herausforderungen und kündigte Gesprächsbereitschaft beim Thema Recyclinghof an.
Als Sprecher der Bürgermeister im Wiesental griff Peter Schelshorn aus Schönau zum Mikrofon und beschwor ebenfalls den Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Schelshorn beglückwünschte nicht nur die Amtsinhaberin, sondern hatte auch tröstende Worte für ihren Vorgänger parat. Peter Palme, der beim Neujahrsempfang nicht zugegen war, verdiene für sein Wirken „Anerkennung und Respekt“. Ihm wünsche er „Kraft und eine neue Perspektive“, so Schelshorn.
Viele Aufträge erhalten
Der Rückblick von Isele war geprägt durch die 750-Jahrfeier. Auch wenn es außer dem Stadtfest in Kombination mit dem Biosphärenfest nicht viele offizielle Jubiläumstermine gab, hätten Vereine und Ehrenamtliche das Ereignis gewürdigt. „Die Zeller können feiern“, meinte Isele.
Und dann gab es auch noch die Bürgermeisterwahl. Isele versicherte, dass sie von den Bürgern viele Aufträge erhalten habe, die sie nun abarbeite. Das „legendäre schwarze Buch“ mit Anregungen verschwinde nicht in der Versenkung. Zudem habe sie weiterhin ein offenes Ohr für Anregungen und Anliegen.
Bei den Bauprojekten sei nach zwei Jahren der Kindergarten-Campus fertig geworden. Von den Baukosten von 3,5 Millionen Euro bleiben 1,5 Millionen Euro bei der Stadt hängen. Der laufende Betrieb der Kindergärten verschlinge im Jahr ebenfalls gut 3,5 Millionen Euro, von denen die Eltern knapp 700 000 Euro durch Beiträge übernehmen. Über zwei Millionen bleiben bei der Stadt hängen. Isele: „Das ist eine heftige Summe, die wir irgendwie stemmen müssen.“
1,7 Millionen Euro habe die Sanierung der Gartenstraße nebst Kanal verschlungen, wohingegen die Außenanlagen der Realschule und die Gaisbühlstraße eher Kleinigkeiten gewesen seien. Willkommen im Kreise der Zeller Vereinswelt hieß Isele die „Zeller Archive“, die historische Dokumente digitalisieren, erhalten und erlebbar machen wollen.
Ausblick von Isele
Die neue Bürgermeisterin will die Innenstadt mit mehr Leben füllen und ein „stimmiges Gesamtkonzept erarbeiten“. Ganz konkret gehe es aber auch darum, den langgehegten Wunsch einer Bahnhofsplatzgestaltung endlich in Angriff zu nehmen. „Machen wir es kurz“, sagte Isele in doppeltem Sinn. Es gibt nun eine abgespeckte Lösung mit drei Bussteigen und Kosten von 1,5 Millionen Euro. „Ziel ist ein Baubeginn im Herbst 2026.“
Endlich realisiert wird auch die Ortsstraße „Über der Brücke“ sowie die Ortsstraße in Gresgen ab Hofgut Leo bergauf zum Friedhof. Ausbau der PV-Flächen auf städtischen Gebäuden, Wasserhochbehälter Gresgen und Adelsberg sowie das Wildgehege stehen außerdem auf der To-do-Liste.
Aufruf zu Gelassenheit
Die Bürger rief Isele zu „Mut, Gelassenheit und guten Sinn für Gemeinschaft“ auf. Sie erhielt viel Applaus für ihre warmen Worte, ebenso das Jugendorchester, das nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Die Trachtengruppe sorgte für die Bewirtung. Über die Ehrungen berichten wir noch.