Die neue Poststation in Straßberg steht nun am Bahnhof und ist betriebsbereit. Das hat jüngst die Post selbst freudig verkündet. Foto: Buck

Lange hat es gedauert, jetzt ist es vollbracht: Die Poststation in Straßberg ist ab sofort in Betrieb genommen und funktionsfähig.

Die frohe Kunde vorweg: sie steht, sie leuchtet, sie funktioniert. Gemeint ist die neue Poststation in Straßberg, die seit wenigen Tagen am Bahnhof zu finden ist. „Die Deutsche Post und DHL haben in der Bahnhofstraße 23 eine Poststation in Betrieb genommen“, teilt der gelbe Riese in einer Pressemeldung freudig mit. Der „neuentwickelte Automat“ sei an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zugänglich.​

 

Lange genug hat es dann aber doch gedauert in Straßberg. Erstmals hatte der Gemeinderat im Januar 2023 das Thema auf der Agenda, seither lief die Standortsuche, obendrein hakte es personell bei der Post. Aufgrund eines Wechsels des Projektbetreuers bei der DHL hätte die Standortsuche in Straßberg einige Zeit geruht, vor mehreren Monaten sei diese wieder aufgenommen worden, informierte die Verwaltung bereits in einer Gemeinderatssitzung vor gut einem Jahr Ende März 2025.

Flächen am Bahnhofsgebäude, der Schmeienhalle, am Wasserwerk mit Bürgerpark und beim Bauhof waren einstmals in der Verlosung. Dann einigte sich das Gremium im April des Vorjahres auf den Bahnhof und legte das auch der Post eindringlich nahe. Dieser Standort ist es nun also geworden, sehr zur Freude von Bürgermeister Markus Zeiser. „Eine solche Station macht schon Sinn“, kommentiert der Rathauschef, der mit Blick auf den lang andauernden Vorgang nachschiebt: „Es ist gut, dass wir da jetzt einen Knopf dran gemacht haben.“ Jetzt hoffe er natürlich, dass die Bürger von Straßberg die Poststation auch annehmen würden.

Muss die Filiale dran glauben?

Die ist, schenkt man der Pressemeldung der Post Glauben, ein wahres Wunderwerk der Technik. „Der Kauf von Brief- und Paketmarken ist ebenso möglich wie der Versand von Briefen und Paketen. Auch der Empfang von DHL-Paketen ist an der Poststation mit 65 Paketfächern möglich“, schreibt die Post. Für letzteren Service ist allerdings eine einmalige Registrierung nötig. „Die Poststation ist ein Angebot an unsere Kundinnen und Kunden, postalische Leistungen auf für sie möglichst bequeme Weise an zusätzlichen Standorten zu nutzen“, erklärt Martin Fichtner, regionaler Politikbeauftragter der DHL Group.

„Es bleibt ein komisches Gefühl“

Gerade was das Angebot angeht, da hat Straßbergs Bürgermeister Zeiser leichte Sorgenfalten auf der Stirn. Er betont zwar im Telefonat mit unserer Redaktion mehrmals, dass die Post keine Absicht habe, die Postfiliale im Straßberger Rathaus in naher Zukunft zu schließen, meint aber auch: „Es bleibt ein komisches Gefühl. Und wir hoffen natürlich, dass die Filiale im Rathaus nicht geschlossen wird.“ Dass die Sorgen nicht komplett aus der Luft gegriffen sind, zeigt selbst schon die Post-Pressemeldung, die an einer Stelle freudig folgendes übermittelt: „Er (Anm. d. Red.: gemeint ist der neue Postautomat) bietet nahezu alle Postdienstleistungen, die Kunden in Filialen am häufigsten nachfragen.“

Die Anschlussfrage, die sich wohl auch Markus Zeiser aufdrängt, ist hier die nach dem Fortbestand der klassischen Filiale. Die sei aber, so der Bürgermeister, durchaus noch wichtig, nicht zuletzt für ältere Menschen und generell deshalb, weil es dort einen Ansprechpartner vor Ort gebe. Im Rathaus ist man nach wie vor guter Dinge: „Die Post hat versichert, dass die Filiale bleibt.“