Sebis Pizza wird zum Ende des Jahres schließen, die Inhaberfamilie hat das Gebäude an die Stadt Geislingen verkauft. Wird das Gebäude nun für den geplanten Kreisverkehr in der Vorstadtstraße abgerissen?
Als ein „stadtbildprägendes Gebäude“ hat Bürgermeister Oliver Schmid den ehemaligen „Schützen“ in einer Gemeinderatssitzung bezeichnet, in welchem seit einigen Jahren „Sebis Pizza“ untergebracht ist. Zum Ende des Jahres wird der Ofen in der Pizzeria wohl für immer ausgehen: Die Inhaberfamilie hat sich dazu entschieden, den Restaurantbetrieb einzustellen und das Gebäude an die Stadt zu verkaufen.
Für Geislingen sei der ehemalige „Schützen“ – allein schon aufgrund der zentralen Lage – städtebaulich interessant, sagt der Bürgermeister. Der Kauf des Gebäudes wurde bereits im Frühjahr beschlossen. Doch was hat die Stadt damit vor?
Nachfolger für dieGastronomie noch offen
„Für das Hauptgebäude selbst prüft die Stadt noch die städtebaulichen Möglichkeiten einer entsprechenden Nutzung“, heißt es von der städtischen Pressesprecherin Theresa Schaitel auf Anfrage unserer Redaktion. Einen direkten Nachfolger für die Gastronomieräume gibt es derzeit demnach noch nicht.Das Gebäude befindet sich im Sanierungsgebiet „Stadtkern II“, weshalb die Stadt bei einer Sanierung des Gebäudes Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ erhalten könne.
Konkretere Pläne gibt es hingegen für den Ökonomieteil, welcher auf der linken Seite neben dem Hauptgebäude steht: Vorstellbar sei es, diesen Teil des Gebäudes abzureißen.
Kreisverkehr brauchtausreichend Platz
So könnten weitere Flächen für die Neugestaltung der Vorstadtstraße generieret werden, berichtet Schaitel. Diese Fläche könnte dem geplanten Kreisverkehr an dieser Stelle zugeschlagen werden. So könnte der notwendige Radius des Kreisels an der Kreuzung vor der Kirche St. Ulrich einfacher erreicht werden.
Lärm schaden der Gesundheit der Anwohner
Das Großprojekt Ortsdurchfahrt ist seit mehr als zehn Jahren Thema in Geislingen. Bereits 2012 hatte das Umweltministerium auf Grundlage einer Lärmkartierung empfohlen, etwas gegen die Geräusch-Emissionen zu tun. Diese seien so stark, dass sie der Gesundheit der Anwohner schaden.
Großteil der Bürgerbefürwortet das Vorhaben
Eine Antwort auf das Problem sei ein Kreisverkehr, darüber war man sich in der Stadt schon damals einig. Dieser soll künftig den Verkehr flüssiger laufen lassen und somit den Lärm durch ständiges Anfahren und Abbremsen vermindern soll. Eine Umfrage unserer Redaktion hatte bereits im Jahr 2021 ergeben, dass die Mehrheit der Geislinger Bürger den Kreisel befürworten.
Weitere Ziele: Neben der Entspannung des Verkehrs soll die Neugestaltung der Vorstadtstraße das Ortsbild auch optisch ansprechender machen. Werden weitere Parkmöglichkeiten geschaffen, könnte das auch den Einzelhandel stärken.
Bauarbeiten beginnen frühestens im Jahr 2025
Derzeit befinde sich der vorgesehene Kreisverkehr in der Planungsphase, sagt Schaitel. Im vergangenen Jahr wurde ein Ingenieurbüro aus Tübingen mit dessen Planung beauftragt. Jedoch: In den kommenden zwei Jahren werde sich an der Ortsdurchfahrt aber noch nichts tun. Die Gelder für die Ausführung seien erst ab dem Jahr 2025 in der städtischen Haushaltsplanung berücksichtigt.