Einen ersten Eindruck, wie das neue Bad in Villingen-Schwenningen einmal aussehen könnte, gab es jetzt im Ratsausschuss.
Die Impressionen, die die Architekten Jens Thormeyer und Andreas Bogenschütz diese Woche im Verwaltungs- und Kulturausschuss zum neuen Zentralbad präsentierten, machten Eindruck.
Beide und auch Bäder-Chef Gregor Gülpen betonten zwar, dass man es hier nur mit einem Grobentwurf zu tun habe und vermerkten in ihrer Präsentation explizit: „Dieser Entwurf wird sich definitiv im Laufe der Planung ändern.“
Ihre Ausführungen ließen aber doch ein Bild dazu entstehen, was da kommen könnte: Eine moderne Holzkonstruktion, funktional, hell und eingebettet in die Landschaft – und das kam gut bei den Räten an.
Friedrich Bettecken (CDU) nannte das Präsentierte „sehr beeindruckend“, Oskar Hahn (Grüne) meinte: „Es sieht wirklich richtig gut aus“, und Kathrin Piazolo (FDP) befand: „Der Vorschlag macht Laune.“
Über allem schweben die Haushaltssorgen
Die Räte machten aber auch deutlich: Sie haben angesichts der vielen Millionen, die hier investiert werden sollen, sehr große Bauchschmerzen. Die Haushaltslage ist wie vielerorts offenbar besorgniserregend. Demnächst stehen die Haushaltsberatungen an, die allen schon sichtbar die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Und dennoch: Es sei der Bürgerwille, den es mit dem Bad umzusetzen gelte, hieß es aus allen Fraktionen.
Oskar Hahn (Grüne) sprach aus, was viele denken: Natürlich könne man sich fragen, wie ein solches Projekt in die heutige Zeit knapper Kassen passe. Aber man habe nun einmal einen ganz klaren Auftrag bekommen. „Wenn es möglich ist, müssen wir es auch machen“, findet er – und dass es haushaltstechnisch möglich sei, habe OB Roth mehrfach betont. Darauf baue man nun. Friedrich Bettecken erklärte, dass die CDU-Fraktion den aktuellen Planungsschritten zustimme, um sich jetzt „nicht alles zu verbauen“.
„Fühlen uns nicht mitgenommen“
Ulrike Heggen (FWV) betonte, dass ihre Fraktion grundsätzlich hinter dem Vorhaben stehe, merkte aber an, dass man noch weiteren internen Abstimmungsbedarf habe und sich manche „nicht mitgenommen“ fühlten, vor allem, weil die Variante nun eigentlich schon entschieden sei. Gegen diesen Vorwurf verwehrte sich Gregor Gülpen: „Der Fachbeirat ist durchaus mitgenommen worden”, sagte er – und in dem seien die Fraktionen vertreten.
Auf die Frage von Ulrike Heggen, ob man im späteren Verlauf der Planung auch noch etwas abspecken könne, meinte Gülpen: „Das ist nicht unmöglich, wenn es in einer gewissen Höhe ist.” Wenn aber zum Beispiel an eine Halbierung der Kosten gedacht werde, gehe das nicht, dann müsse man neu planen. Architekt Thormeyer gab außerdem zu bedenken, dass die jetzige Planung bereits stark auf Effizienz ausgelegt sei.
„Ein Mehrwert für die Stadt“
Olaf Barth (AfD) erklärte für seine Fraktion, dass man der jetzigen Planung getreu des Mottos „Wenn schon, denn schon” zustimme. Und Oskar Hahn (Grüne) fand: „Es muss was Richtiges sein.” Er erkenne in dem Entwurf, dass das Bad in erster Linie eines für die Schulen und die Vereine und die Familien und „ein Mehrwert für die Stadt sein” werde. Jens Löw (SPD) sieht „eigentlich keine Alternative”, das Bad werde „dringend benötigt.”
Oberbürgermeister Jürgen Roth sah man nach dem mehrheitlichen Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat zufrieden lächeln: „Wir haben einen tollen Entwurf”, meinte er, froh darüber, dass die nächsten drei Leistungsstufen nun wahrscheinlich beauftragt werden. Komme man später zu dem Ergebnis, nochmal pausieren zu wollen, sei das möglich. „Man kann noch konkret Einfluss nehmen“, versicherte er.
Die aktuelle, vorläufige Grobplanung
Zahlen
Das Bad soll Ende 2030 fertiggestellt sein. Erwartet werden 340 000 Besucher pro Jahr. Kosten von 55 Millionen Euro werden einkalkuliert. Bislang wurden für die Planung 150 000 Euro ausgegeben. Die Ausstattung
Vorgesehen sind laut der ausgewählten Variante ein 50- und ein 25-Meter-Becken, ein Familienbereich mit Mehrzweckbecken, Kinderbecken und Rutsche, einer Zuschauertribüne für Wettkämpfe, die auch als Sitzbereich genutzt werden kann, Gastronomie und ein Saunabereich, eine Terrasse und eventuell auch eine Liegewiese. Fürs Zentrum ist ein Küchenbereich geplant, von dem aus der Freizeit- und der Saunabereich bedient werden können sollen. Es soll getrennte Eingänge für Freizeitbesucher und Sportgruppen geben. Die Architektur
Im Gebäude selbst soll es „Durchblicke“ zwischen den Bereichen und ein Foyer geben. Geplant sind Satteldächer mit Lichtbändern. Holz als regionaltypischer Baustoff soll die Architektur im Sinne einer modernen Interpretation eines Schwarzwaldhauses prägen