Beim Spatenstich (von links): Johannes Gommel vom Köhler Bauunternehmung GmbH Sulz, Florian Sylla von der Fritz Planung GmbH, Christoph Lochner, Wassermeister der Stadt Wildberg, Daniel Gött, Bürgermeister von Deckenpfronn, Ulrich Bünger, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Buchenwasserversorgung, Helena Österle, Ortsvorsteherin von Holzbronn´, Daniel Lutz von der Baufirma Köhler, Walter Baur, Ortsvorsteher von Gültlingen, Gerd Schill von Fritz Planung in Bad Urach und Matthias Merker vom Landratsamt Calw Foto: Stadler

Die Wasserversorgung für Wildberg, Deckenpfronn und Holzbronn soll mit einem neuen Wasserwerk auch zukünftig gesichert werden. Nun war der Spatenstich für das Bauprojekt.

Mit dem Neubau des Wasserwerks in Gültlingen durch den Zweckverband „Buchenwasserversorgung“ wird auch zukünftig die Versorgung mit Trinkwasser in den Verbandskommunen Wildberg, Holzbronn und Deckenpfronn gesichert.

 

Es ist eines der bedeutendsten Projekte des Zweckverbandes, so die Worte des Verbandsvorsitzenden Ulrich Bünger beim Spatenstich in der Buchenstraße 41. Neben Bürgermeister Daniel Gött, Deckenpfronn und Ortsvorsteherin Helena Österle, Holzbronn, als Vertreter der dem Zweckverband angehörenden Gemeinden, waren Gemeinderäte, Fachbüros, Verwaltung und Baufirma beim offiziellen Startschuss für das neue Gebäude versammelt.

„Der Neubau des Wasserwerks ist ein Musterprojekt im kommunalen Verbund, das die Versorgung mit Trinkwasser für alle Mitgliedsgemeinden in der Zukunft sicherstellen wird“, sagte der Verbandsvorsitzende. Da eine Filtrationsanlage und Wasserentchlorung benötigt werde und dies im benachbarten Altgebäude nicht realisierbar war, wird nun das neue Wasserwerk direkt nebenan gebaut.

Aufwendige Bürokratie durch europaweite Ausschreibung

Bünger sprach auch über die unvorstellbare Bürokratie der europaweiten Ausschreibung, die rund ein halbes Jahr beanspruchte. Dass der Zuschussantrag erfolgreich war und seitens des Landes Baden-Württemberg mit 3,12 Millionen die größte Fördersumme im Regierungsbezirk umfasst, sei allen Beteiligten zu verdanken, die zusammen geholfen und an einem Strang gezogen haben, ließ Bünger wissen.

Insgesamt werden in das Projekt 6,5 Millionen Euro netto investiert. Darin enthalten sind etwa eine Million Nebenkosten. Die Investitionskosten entfallen entsprechend der prozentualen Anteile am Zweckverband auf die Verbandskommunen. Die Baugenehmigung lag bereits am 9. April vor, im September erfolgte die Baufreigabe.

Die Förderung setzte jedoch voraus, dass erste Ausschreibungen für das Bauprojekt bis Ende Juli erfolgt waren. Bislang verlief alles reibungslos und plankonform, so der Verbandsvorsitzende, der als Ziel der Fertigstellung September 2026 nannte. Im Dezember stehen bei der nächsten Verbandsversammlung weitere Vergaben auf der Tagesordnung.

Das Fazit des Verbandsvorsitzenden zum Neubau des Wasserwerks in Gültlingen: „Es ist eine Blaupause interkommunaler Zusammenarbeit“ und „so könne man weitermachen.“ Gerd Schill von Fritz Planung in Bad Urach dankte dem Bauherrn für die Beauftragung mit den Planungsleistungen für das Wasserwerk in Stahlbauweise auf einer Länge von 25 Metern und 15 Metern Breite.

Im Gebäudeinnern werden sechs kleine Wasserbehälter mit je 50 Kubikmetern Inhalt, technische Anlagen sowie eine Ultrafiltrationsanlage zur Wasseraufbereitung und Niederdruck-Umkehrosmose zur Wasserenthärtung von eigenem Quellwasser aus der Buchenquelle eingebaut werden.

Wasser aus eigener Quelle und aus dem Bodensee

Die Wasseraufbereitung mit eigenem Quellwasser und Fremdwasser vom Bodensee erfolgt in zwei Stufen. Zunächst wird keim- und trübungsfreies Trinkwasser mittels Ultrafiltration erzeugt. Anschließend folgen Enthärtung und Stabilisierung des Wassers.

Die Baufirma Köhler, so Daniel Lutz, werde bei diesem anspruchsvollen Projekt zunächst mit drei bis vier Mann, später mit acht Mann an der Baustelle tätig sein. Start ist in der kommenden Woche. Anschließend griffen die am Bau Beteiligten und die Vertreter des Zweckverbandes Buchenwasserversorgung zu den Spaten und feierten den Startschuss beim Ständerling.