Sommerby blüht auf, als Mats, Mikkel und Martha in den Osterferien mal wieder bei Oma Inge landen. Ein Kaninchen und viele Überraschungen warten auf die Geschwister. Foto: Oetinger/Verena Körting

Kirsten Boie schickt im Band „Am schönsten ist es in Sommerby“ Mats, Martha und Mikkel ein letztes Mal in Ferien an die Schlei. Mit dem Oster-Abenteuer der drei Geschwister ist die Reihe komplett.

Die Schlei ist ein rund 40 Kilometer langer, schmaler Meeresarm der Ostsee in Schleswig-Holstein. Die Hamburger Kinderbuchautorin Kirsten Boie hält sich oft in der Gegend zum Schreiben auf und hat sich von der Landschaft zu einer Reihe um den fiktiven Ort Sommerby inspirieren lassen. Der erste, vor sechs Jahren erschienene Band „Sommer in Sommerby“ erzählte von drei Geschwistern, die durch einen Unfall der Mutter während einer Geschäftsreise in der einsamen Kate der Oma landen. Ohne WLAN, Spülmaschine und Fernseher finden sie sich in einer analogen Realität wieder, in der sie das lauschige Grundstück der Großmutter erfolgreich gegen einen Immobilienmakler verteidigen.

 

Quartett der Jahreszeiten

Inzwischen durften Martha, Mikkel und Mats auch spannende Herbst- und Winterferien an der Schlei verbringen, „Zurück in Sommerby“ und „Für immer in Sommerby“ heißen die zweite und dritte Fortsetzung. Fehlten die Osterferien im Quartett der Jahreszeiten. Mit ihnen schließt Kirsten Boie nun „mit einer klitzekleinen Träne im Auge“, wie sie sagt, die Reihe um den Sehnsuchtsort ab und zeigt in „Am schönsten ist es in Sommerby“ noch einmal, was die Abenteuer der drei Geschwister an der Ostsee so lesenswert macht.

Schnell stellt sich bei der Lektüre das wunderbar leichte Sommerby-Gefühl ein, das nach Ferien und einem Leben im Einklang mit der Natur schmeckt. Obstbäume und Veilchen strahlen unter einem blauen Himmel um die Wette. Bester Hintergrund für Kirsten Boies übergreifendes Thema in „Am schönsten ist es in Sommerby“ – die Liebe. Doch statt üppig zu sprießen, trifft sie überall auf Hindernisse, wenn jung Verliebte als Senioren wieder zusammenfinden, wenn Eifersucht, eine Scheidung oder Generationenkonflikte Keile in sie treiben.

Sanfte Konflikte in der Küche

Auch wenn Sommerby gern mit Astrid Lindgrens Saltkrokan-Idylle verglichen wird, versteht es Kirsten Boie geschickt, aktuelle Themen in die nicht immer heile Naturpark-Welt einzuschleusen. So geht im Finale Martha, die Älteste im Geschwistertrio, den konsequenten Schritt und ernährt sich nun vegan. In der Küche der wie immer herzhaft ruppigen Oma, in der ein Bauernfrühstück gesetzt ist, sorgt das für sanfte Konflikte. Mit der Milch gerät der Hof des Nachbarn in den Fokus. „Und zu viele Kühe sind wirklich nicht gut für die Umwelt, Oma Inge! Wegen dem Methan!“, erklärt Martha. Am Ende überlegt Bauer Hinnerk tatsächlich, ob er vielleicht besser in Hafermilch investiert.

Sachen passieren, die zu Hause nie passieren

Spannung in die Osterferien bringen ein verstauchter Fuß der Schnasselbuden-Wirtin, ein wenig zutrauliches Osterkaninchen und das ausgebüxte Mädchen Clara. Das sucht die Polizei deshalb tagelang, weil der kleine Mats die vor den Konsequenzen einer Scheidung Geflüchtete im Schuppen der Oma durchfüttert.

Während Martha in der Gaststätte auf der Steuermannsinsel den Laden schmeißt, klopft in Sommerby Polizist Kalle an. Und schließlich sind auch die Osterferien so aufregend, wie sie sich alle Leserinnen und Leser mit dem kleinen Mats wünschen. „Er hat doch gewusst, dass in Sommerby wieder Sachen passieren würden, die zu Hause nie passieren“, schreibt Kirsten Boie. Das klingt wie ein Versprechen; „Am schönsten ist es in Sommerby“ löst es auf dreihundert Seiten ein.

Kirsten Boie: Am schönsten ist es in Sommerby. Oetinger-Verlag. 320 Seiten, 15 Euro.Ab 10 Jahren.

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Buch
Kirsten Boie: „Am schönsten ist es in Sommerby“. Oetinger-Verlag. 320 Seiten. 15 Euro. Ab 10 Jahren