Die Stadtverwaltung hat ihr neues Kulturprogramm präsentiert – mit Bewährtem und Experimentellem. Eines der Highlights wird der Auftritt von Max Mutzke und Band.
„Wir dürfen uns auf eine tolle Spielzeit freuen“, so Bürgermeister Guido Schöneboom. Neben den bereits vorgestellten Aboreihen steht nun auch das Programm in Bereichen wie Kabarett, Jazz oder Kindertheater. Man werde experimentieren, so Schöneboom bei der Vorstellung, nehme aber auch Klassiker in den Blick. Unserer Redaktion hat eine Auswahl der Veranstaltungen und die wichtigsten Hintergründe zusammengestellt.
Konzerte: Ein Highlight ist der Aufritt von Max Mutzke und Band am 17. Juli 2026. Ein Auftritt dieser Größe sei nur im Stadtpark möglich, so Kulturamtsleiter Tobias Meinen. Auch die Fußball-WM soll den Gästen nicht im Weg stehen, am 17. Juli ist spielfrei. Als feste Institution läuft am 12. Oktober diesen Jahres im Parktheater die „Nacht der Gitarren“. Zudem bewirbt Meinen den Auftritt der kubanischen Musiker Marialy Pacheco und Omar Sosa Manos am 24. Januar im Parktheater. „Das ist eines meiner Highlights“, so Meinen. „Sie sprühen vor kubanischer Lebensfreude.“
Jazz-Reihe: Die Jazz-Reihe in der Jammbar wird weitergeführt. Am 3. Oktober spielt die aus Lahr stammende Künstlerin Rebekka Salomea Ziegler mit ihrer Band. „Sie ist eine Ausnahmeerscheinung“, so Meinen. Die Formation mischt Jazz mit elektronischer Musik. Weiter geht’s am 6. Dezember mit dem Menzel-Mutzke-Quartett. Der Namensgeber – und Bruder von Max Mutzke – ist ein gefragter Trompeter. Am 6. März folgt die Sängerin und Trompeterin Alba Armengou. Die 24-Jährige hat bereits 30 Alben aufgenommen.
Kabarett: Die Kabarett-Reihe „Einspruch!“ wird am 19. Oktober von René Sydow eröffnet – und zieht für einige Auftritte vom Schlachthof in die Jamm-Bar. „Wir möchten die dortige Atmosphäre nutzen“, erklärte Abteilungsleiterin Valerie Silberer. Im Schlachthof habe es zwar rund 40 Plätze mehr als in der neuen Location gegeben. „Wir glauben aber, dass wir durch den Ort nochmal einen Push bei den Besucherzahlen bekommen“, so Silberer. Ein weiteres Highlight soll dann unter anderem am 14. März das Programm „Power to the Popel – Demokratie für Quereinsteiger“ von Philipp Weber werden.
Kinder: Das erste Stück des Kinderprogramms ist „Emil und die Detektive“ vom Atze-Musiktheater am 11. Oktober im Parktheater. Unter anderem folgt noch das Musical „Rotkäppchen“ am 20. November und das deutsch-französische Stück „Der kleine König Artus“ am 1. und 2. Februar.
Kunst: Los geht’s mit einer Ausstellung von Cora Korte in der Städtischen Galerie ab dem 12. Oktober. Sie malt vor allem auf Glas. Am 1. März startet die Schau von Martin Spengler, er arbeitet mit Wellpappe. Zudem gibt’s ab dem 10. Mai eine Retrospektive von Rainer Zimmermann.
Weitere Highlights: Experimentell wird’s am 22. November im Parktheater mit der Tanzperformance „Heimat“ des Arcis-Collectives, begleitet von einem Saxofon-Quartett. Dabei sollen Kammermusik und zeitgenössischer Tanz zu einer performativen Erfahrung verschmelzen. Den „Nussknacker“ zeigt am 13. Dezember das Moldawische Nationalballett. Skurril mutet „Der Fußmord und andere Liebesdramen“ vom Anne-Klinge-Fußtheater an, das am 27. März im Schlachthof zu sehen ist. Dabei werden Füße zu handelnden Figuren. Am 19. April kommt das Hamburger Hafenvarieté mit Artistik und witzigen Seemannsliedern ins Parktheater. Mit „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ wartet am 9. Mai eine multimediale Show auf die Besucher des Parktheaters. Sie ist angesiedelt wischen Theater-Kino, Live-Synchronisation und inszenierter Lesung mit Trickfilmen. Beim Kauf von zwei Tickets gibt’s hier zwei weitere Karten kostenlos.
Neuer Verein: Auf der Pressekonferenz erklärte Meinen, dass es nun einen Förderverein für Kunst und Kultur gibt. Dieser ist mit dem Freundeskreis der Musikschule zusammengeschlossen. So soll es eine Förderkulisse entstehen, um mit Spendengeldern Aspekte zu realisieren, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ansonsten schwierig umzusetzen wären.
Die Finanzen: Die Haushaltsituation habe, so Schöneboom, schon vergangenes Jahr dazu geführt, dass Einsparungen in der Kultur notwendig wurden. Das sei aber nicht zulasten von Qualität oder Quantität gegangen. So falle etwa das Heft zum Kultursommer weg, doch sei das Programm nun übersichtlich online aufbereitet. Zudem suche man bewusst kulturaffine Sponsoren. Nur so sei es etwa gelungen, die Jamm-Bar zu gestalten. Zudem verwies Schöneboom, dass man in den vergangenen Jahren im Parktheater stets steigende Besucherzahlen verzeichnet habe. Es gebe einen guten Rücklauf, man bediene auch das Umland. Es gelte, alles daran zu setzen, damit die Kultur in Lahr weiter eine starke Stimme habe – natürlich stets im Abgleich zu anderen Aufgaben. Doch dürfe man es sich nicht so einfach machen und immer „Pflicht vor Kür“ sagen. Denn die Kür sei mitunter der gesellschaftliche Kitt.
Zwei Taschenplaner
Auf der Pressekonferenz wurden zwei Taschenplaner vorgestellt – einer mit den Angeboten für Kinder und Jugendliche, der andere eine Gesamtübersicht mit illustriertem Stadtplan. Zudem gibt’s alle Veranstaltungen auf www.populahr.de. Karten sind ab dem heutigen Mittwoch , außer für Abo-Veranstaltungen, zu haben. Das Magazin liegt unter anderem im Kulturbüro aus.