Noch ist es leer um Schulleiterin Melanie Dreher, doch schon bald wird es im Lehrerzimmer des Hechinger Gymnasiums neue Möbel geben. Foto: Martina Hoffmann

Auch während der Sommerferien ist am Gymnasium Hechingen einiges los: Im kommenden Schuljahr werden Schüler und Lehrer ein paar Neuerungen erwarten. Das sind sie.

Wer dieser Tage am Gymnasium Hechingen vorbeispaziert, kann beobachten, dass dort fleißig gewerkelt wird. Schulleiterin Melanie Dreher erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion, wozu die Sommerferien in der Schule genutzt werden und welche Neuerungen im kommenden Schuljahr auf Schüler und Lehrer warten. Die wichtigsten Themen im Überblick:

 

Warum gehen im Gymnasium während der Ferien Handwerker ein und aus?

Wie Schulleiterin Melanie Dreher berichtet, werden die Decken der Physik- und Chemie-Räume im Erweiterungsbau des Hauptgebäudes saniert. Die Baumaßnahme sei „mit viel Aufwand verbunden“ und koste über 100 000 Euro. Es sei viel Mineralwolle entfernt worden; jetzt folgt die Verlegung der Leitungen, sodass die Schüler bald unter einer farblich helleren Decke lernen können.

Welche Vorbereitungen auf das neue Schuljahr müssen aktuell getroffen werden?

Wie jedes Jahr galt es in der ersten Ferienwoche, den Stundenplan zu erstellen. Die Schulleiterin kümmere sich momentan außerdem um Statistiken, die dem Regierungspräsidium übermittelt werden müssen und um einen Infobrief an alle Eltern zum Start des neuen Schuljahres im September.

Melanie Dreher verrät außerdem, dass die Lehrer des Gymnasiums bereits vor dem eigentlichen Schuljahresbeginn in die Schule kommen müssen: Am Freitag vor Schulstart finden demnach eine Gesamtlehrerkonferenz und weitere Gespräche statt.

Was wird hinsichtlich der Sommerschule in der letzten Ferienwoche organisiert?

Da während der Sommerschule, deren Teilnahme für die Gymnasiasten freiwillig ist, nicht nur Lerninhalte wiederholt werden, sondern auch verschiedene Projekte angeboten werden, müssen die Räume dafür vorbereitet werden. Das Ziel der Sommerschule: „Dass die Schule positiv besetzt wird.“

Welche drei Neuerungen wird es im Schuljahr 2024/25 am Gymnasium geben?

Schulleiterin Dreher teilt mit, dass es fortan ein digitales Tagebuch für alle Klassenstufen geben wird. Sie merkt an: „Nicht alle Lehrer sind gleich digital affin.“ Aber: Mit dem neuen System sei es viel einfacher, einzelne Schüler zu finden oder etwas nachzuschlagen.

Für viel Gesprächsstoff unter Eltern und Lehrerkollegen habe die zweite Neuerung geführt: das Fachraumprinzip. Weil immer mehr Klassen drohten, „Wanderklassen“ ohne festes Klassenzimmer zu werden, stellt die Schule ab September auf verschiedene Fachräume um. Nur die Klassen 5 und 6 sollen weiterhin ein Klassenzimmer behalten: „Die brauchen hier noch eine Heimat. Schon in Klasse 7 ist das nicht mehr so wichtig.“

Sie erklärt weiter, dass in den Fachräumen dann entsprechendes Material zu finden sein wird – das Ziel seien Klassensätze mit Büchern und Sekundärliteratur. Daneben soll es Multifunktionsräume – womöglich mit Unterrichtsmaterial in Rollcontainern – geben.

„Wir wachsen. Wir haben jetzt bald 800 Schüler und rund 80 Lehrer“ – das jedoch bei gleichem Platz, wie Dreher berichtet. Zudem: „Die Bedürfnisse haben sich geändert.“ Deshalb soll sich mit der Umgestaltung des Lehrerzimmers im Hauptgebäude noch eine weitere Sache ändern. Noch ist der Raum leer, doch noch vor Ende der Sommerferien sollen darin neue Möbel und Co-Working-Arbeitsplätze stehen.

Wird sich etwas am achtjährigen Bildungsgang (G8) ändern?

Die Antwort lautet: vielleicht. „Wir wollten eigentlich die Rhythmisierung ändern“, so Melanie Dreher. Dabei geht es darum, ob es Einzel- oder nur noch Doppelstunden geben soll. Im kommenden Schuljahr wird sich am bisherigen Prinzip allerdings nichts ändern, so die Schulleiterin weiter. Zum einen seien die Eltern eher gegen eine konsequente Umsetzung des Doppelstunden-Prinzips gewesen und zum anderen sei ein Brief vom Kultusministerium eingegangen.

Was darin steht? Das Schreiben deutet an, dass das neunjährige Gymnasium (G9) ab dem Schuljahr 2025/26 wieder kommen soll. Allerdings, so berichtet Dreher, sei der Brief sehr offen gehalten. Sie bemängelt das, denn die Infoveranstaltungen für die Eltern der jetzigen Viertklässler finden bereits nach den Herbstferien statt. Was man ihnen sagen soll, steht noch nicht fest, erst brauche man genaue Anweisungen vom Kultusministerium, betont die Schulleiterin des Gymnasiums und sagt: „Deshalb muss die Schulentwicklung an einigen Stellen warten.“