Seit vielen Jahren ist ein Radweg an der stark befahrenen Straße ein Thema. Jetzt soll er nach dem Wunsch des Stadtrats endlich gebaut werden.
Eine überraschende Wendung hat im Gemeinderat am Dienstag die Debatte zum Bebauungsplan „Recyclingflächen Niederried“ genommen. Dort soll neben einer Betonrecyclinganlage des Unternehmens Holcim ein neuer Recyclinghof des Landkreises Lörrach entstehen. Bisher befindet sich an dieser Stelle lediglich eine Grünschnittannahmestelle.
Bevor der Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit wie geplant zur Abstimmung gestellt werden konnte, brachte Matthias Dirrigl (SPD) einen interfraktionellen Ergänzungsantrag auf den Bau eines Radwegs vom Kreisel Nordwestumfahrung Haltingen in Richtung Märkt, bis zur Kreuzung Riederweg, ein. Durch die geplante Anlage werde der Lastwagenverkehr zunehmen. Die Straße würde noch mehr befahren werden als bisher.
„Wir haben keine Ahnung, was das kostet und was das genau bedeutet“, wehrte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker das Ansinnen ab, den Antrag als Ergänzung zum Bebauungsantrag einzuarbeiten. Sie regte an, einen Antrag zur Prüfung zu stellen.
Thomas Bayer (Grüne) machte deutlich: „Wir sind der Meinung, dass wir einen Radweg brauchen“. Es gehe den Stadträten darum, dass sie an dieser Stelle grundsätzlich gern einen Radweg hätten.
Simone Brobeil (CDU), Axel Schiffmann (Unabhängige Freie Wähler – UFW) und dessen Fraktionskollege Jürgen Walliser schwenkten in ihren Wortmeldungen auf diese Linie ein. Grundsätzlich befürworteten sie alle einen Radweg an dieser Stelle, plädierten aber dafür, diesen Wunsch nicht zum Teil des Bebauungsplanverfahrens zu machen.
Bebauungsplan bleibt unberührt
Dem stimmte Bürgermeister Lorenz Wehrle zu. Wenn man den Antrag ins Bebauungsplanverfahren aufnehme, müsse man dies als ganzes Bündel wieder aufschnüren und eventuell dort festgelegte Abgrenzungen noch einmal verändern. Dadurch würde sich die Umsetzung des Projekts verzögern. Ein Prüfauftrag zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens sei sinnvoll, gab er den Räten mit.
Dieser Ansatz setzte sich letztlich durch: Bei zwei Enthaltungen (OB Diana Stöcker und Andrea Ufer) wurde der Antrag gestellt, den Bau eines Radwegs von der Nordwest-Umfahrung bis zum Rieder Weg zu prüfen.
Weg für nächsten Planungsschritt ist frei
Danach stimmte der Rat einstimmig der Beschlussvorlage zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange zu und machte damit den Weg für den nächsten Planungsschritt frei.
Wie wichtig es wäre, an dieser Stelle einen Radweg zu bauen, unterstrichen in weiteren Wortmeldungen Rawan Farkouh vom Jugendparlament und der Märkter Ortsvorsteher Stefan Hofmann. Letzterer erinnerte an eine Ortsbegehung mit Kindern, bei der diese den Wunsch eines Fahrradwegs „an der Waldstraße“ und eine Beleuchtung dort gefordert hätten.
Schon wird hier Rad gefahren
Zum Hintergrund: Der Bau eines Radwegs zwischen Haltingen und Märkt sei seit 40 Jahren Thema, erläuterte Stefan Hofmann bei einem Treffen an der Verbindungsstraße zwischen den beiden Weiler Teilorten im Nachgang zur Sitzung. Sie führt durch einen Wald, wegen der Kurven ist der Streckenverlauf schlecht einzusehen. Viele Laster sind am Mittwochmorgen dort unterwegs, die Autos fahren durchweg schnell. Schon er sei als Kind auf dieser Strecke zur Schule in Weil am Rhein gefahren, dies täten Schüler auch heute noch. Auch in die Gegenrichtung seien Kinder unterwegs – von Haltingen aus zum Reitstall Lehmann. Doch: „Wer auf seine Eltern hört, der fährt hier nicht“, sagt Hofmann. Er freue sich, dass der Wunsch nach einem Radweg nun von allen Fraktionen unterstützt werde, sagt er. Um den Bogen nicht zu überspannen – hier gehe es nicht nur um Märkter Interessen – werde dieser nun nicht bis Märkt, sondern nur bis zur Einfahrt Rieder Straße gefordert. Ab dort bis zur Ortseinfahrt Märkt gebe es ja bereits ein Durchfahrtverbot für Lastwagen. Die Fahrt sei für die Radler dort weniger gefährlich.