Rund um das Beethovenhaus wird derzeit fleißig gewerkelt. Eine neue Quartierswelt soll hier entstehen. Doch was ist mit der ehemaligen Veranstaltungshalle? So ist der Stand um den geplanten Abriss.
Verlassen und leer steht das Beethovenhaus an der Ecke zwischen Beethoven- und Charlottenstraße da. Doch rings herum deutet sich bereits seit Anfang des Jahres an, dass das Wohngebiet Sauerwasen-Dickenhardt im Umbruch ist.
Peux-à-peux wird hier nämlich das Quartierskonzept Beethovenstraße realisiert. Wie berichtet, saniert die Stadt seit einigen Monaten die Kanäle, Straßenoberflächen rund um den Mühlweg, die Mozart-, Charlotten- und Beethovenstraße. Ein Minikreisel unterhalb der Friedensschule ist bereits errichtet.
Beethovenstraße im Fokus
Die Beethovenstraße steht aber zusätzlich im Fokus: Es entsteht eine Fahrradstraße, die von großen Pflasterflächen mit eingelassenen Grünflächen flankiert werden soll. Die Zahl der Parkplätze will man drastisch reduzieren. Die Maßnahme kostet rund 3,8 Millionen Euro, davon werden 1,6 Millionen Euro für die Straßenbaumaßnahmen und Grünflächen vom Land bezuschusst.
Das Augenmerk liegt natürlich auch auf dem Beethovenhaus. Einst diente es als Sängerheim und Veranstaltungshalle, hier haben ebenso unzählige Gemeinderatssitzungen stattgefunden. Zuletzt war es nur noch für Chorproben und für den Eröffnungsball der Schwenninger Narrenzunft – der allerletzte im Januar 2018 – für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit der Eröffnung der Neckarhalle als neue Veranstaltungshalle im Jahr 2019 ist das Beethovenhaus endgültig Geschichte – nur das Gebäude steht noch.
Abriss seit 2021 besiegelt
Doch hierfür gibt es bereits seit einem Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2021 Pläne: Das rund 2134 Quadratmeter große Grundstück soll dem Erdboden gleich gemacht und verkauft werden, um Wohnbebauung mit Gewerbeflächen zu ermöglichen.
Erschließung zuerst
Seither war es wieder ruhig um das altehrwürdige Beethovenhaus geworden. Und wie sieht es mittlerweile mit der Konzeptvergabe aus? Voraussetzung für die Ausschreibung der Konzeptvergabe des Grundstücks sei eine ordnungsgemäße Erschließung, wie Patrick Ganter, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Villingen-Schwenningen, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. „Diese war bis dato nicht gegeben“, fügt er hinzu.
Allmählich geht’s an die Ausschreibung
Doch mittlerweile gibt es durch den Stand aktuell laufenden Bauarbeiten Neuigkeiten aus der Beethovenstraße: Die Versorgungsleitungen um das Beethovenhaus werden bis Ende des Jahres verlegt sein, die Arbeiten sind im vollen Gange.
Auch, wenn ein Jahr später als ursprünglich geplant, heißt das für die Stadt: Es ist klar, wie und ab wann das Grundstück versorgt und erschlossen ist. So könnten laut Patrick Ganter nun die Ausschreibungsunterlagen für das Angebots- sowie Konzeptverfahren ausgearbeitet werden. Die Vorbereitung der Vergabeunterlagen liefen bereits – verwaltungsintern seien jedoch noch Details zu klären.
Tut sich 2025 etwas?
Gibt also einen neuen zeitlichen Anhaltspunkt für den Abriss des Gebäudes? „2025 ist mit einem Fortschritt beim Beethovenhaus zu rechnen“, sagt der stellvertretende Pressesprecher. Dies sei auch davon abhängig, ob sich generell interessierte Investoren gewinnen lassen. Im Bausektor ist ja bereits seit einiger Zeit eine deutliche Zurückhaltung zu spüren, lässt Ganter keinen großen Optimismus versprühen.
Sanierung schon lange ausgeschlossen
Eine bauliche Sanierung des Beethovenhauses war nach ausführlicher Prüfung des Amtes für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) übrigens schon vor Jahren ausgeschlossen worden. Bereits 2013 kalkulierte das GHO die erforderlichen Sanierungskosten für eine Weiternutzung des Bestands mit mehr als sechs Millionen Euro. Hier waren jedoch weder eine Modernisierung noch die Umsetzung der bestehenden Brandschutzauflagen eingerechnet.