Die Klybeckinsel-Initiative hat im Basler Parlament keine Unterstützung.
Der Basler Große Rat empfiehlt die Volksinitiative zur Wiederaufforstung der Klybeckinsel ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Er folgte damit am Mittwoch der Regierung und der vorberatenden Kommission mit 84 Stimmen bei sieben Enthaltungen. Somit sprach sich keine Fraktion für die Initiative aus.
Die Basta-Fraktion sowie FDP-Großrat Daniel Seiler, der zwar keine Zustimmung, doch Sympathien für das Anliegen bekundete, enthielten sich, während sich alle anderen dagegen aussprachen. Jo Vergeat (Grüne), Sprecherin der Bau- und Raumplanungskommission (BRK) verwies auf den vom Parlament bereits genehmigten Gegenvorschlag zur Hafen-Initiative, der sowohl Wohnraum wie auch Grün- und Freizeiträume für rund die Hälfte des Areals vorsieht.
Das Volksbegehren zur Wiederaufforstung würde den Mitwirkungsprozess abblocken und das Wohnraumpotenzial im Quartier erheblich reduzieren. Fina Girard (Grüne) hielt fest, dass die Idee einer Begrünung zwar verlockend klinge, doch dass die Initiative das „Rad der Zeit zurückdrehen“ wolle.
Dringend Wohnraum benötigt
Silvia Schweizer (FDP) sagte, dass die Initiative dringend benötigten Wohnraum verunmögliche, wenn sie das Areal faktische zum Wald erkläre. Maria Schäfer (SP), Pascal Messerli (SVP) und Brigitta Gerber (Basta) bedauerten, dass das Initiativkomitee auf eine Anhörung bei der BRK verzichtete und einen Gegenvorschlag ausschloss.
Die Initiative unter Federführung von Philippe Ramseyer kam vergangenes Jahr mit 3388 gültigen Unterschriften zustande. Sie verlangt, dass die Klybeckinsel zur Grünzone werden soll. Nach der Beseitigung der industriellen Altlasten 2035 soll sie als Insel wiederhergestellt und mit Bäumen und Sträuchern aufgeforstet werden.
Wohnungen für 3000 Personen
Gemäß letztjährigem Vorschlag Arealentwicklung Klybeck- und Westquai der Regierung sollen in Rheinnähe Wohnungen für 3000 Personen sowie 1500 Arbeitsplätze sowie neue Parkanlagen entstehen. Im Falle einer Annahme der Kybeckinsel-Initiative wäre diese Planung hinfällig.
Der neue Quartierpark beim Klybeckquai wird gemäß Planungsvorschlag ans bestehende Ackermätteli anschließen und zwei Hektar groß werden, wie Baudirektorin Esther Keller (GLP) bei der Vorstellung der Pläne im August 20025 sagte. Die Rheinpromenade soll um zwei Kilometer von der Dreirosenbrücke zum Dreiländereck verlängert werden.
Tramlinie geplant
Das künftige West- und Klybeckquai ist nicht für den motorisierten Verkehr bestimmt. Der künftige Stadtteil wird mit dem ÖPNV und für den Langsamverkehr erschlossen. Teil davon ist auch eine Rheinbrücke vom Klybeck ins französische Hüningen. Diese steht dann Velos, Fußgängern zur Verfügung, zudem soll das Tram den Rhein überqueren.
Der Kanton ist diesbezüglich an den Verhandlungen mit Frankreich für einen Staatsvertrag. Die neue Tramlinie soll vom Badischen Bahnhof durch das ebenfalls geplante künftige Quartier Klybeckplus zum Altrheinweg führen und auf Wunsch Frankreichs beim Bahnhof von Saint-Louis enden.