Mehr Sicherheit für Fußgänger soll ein Zebrastreifen beim neuen Ärztezentrum in Gündehausen bringen. Foto: Anja Bertsch

Von Anfang an gab es Probleme mit dem Verkehr rund ums neue Quartier am Gündenhausener Kreisel. Ein Zebrastreifen soll nun für mehr Sicherheit am Schopfheimer Ortseingang sorgen.

Dialysezentrum mit massig Patientendurchlauf, Baustellenfahrzeuge, Durchgangsverkehr – und die neuen Bewohner mitsamt ihren Autos kommen erst noch: In der verfahrenen Verkehrssituation rund um den Neubau in der Gündenhausener Reibematt soll ein Zebrastreifen und eine Ausweitung der Tempo 30-Regelung für etwas mehr Sicherheit sorgen.

 

Neuer Zebrastreifen und Tempo 30 ganztags

„Dringender Handlungsbedarf, um insbesondere vulnerablen Verkehrsteilnehmern die sichere Querung der viel befahrenen Straße zu ermöglichen“, so die in der Verwaltungsvorlage zitierte Erkenntnis eines Ortstermins von Verkehrsbehörden, Polizei und Stadt, die nun in konkrete Pläne mündet.

Vorgesehen ist ein Fußgängerüberweg, um insbesondere das Ärztezentrum sowie die neuen Wohnungen besser an die S-Bahn (Haltepunkt Schopfheim West) anzubinden und sichere Querungsmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig soll eine Ausweitung der Geschwindigkeitsbegrenzung (Tempo 30) auch tagsüber die Verkehrssicherheit erhöhen.

Fahrbahnverengung hin, Radschutzstreifen weg?

Während die Gemeinderäte den Zebrastreifen befürworteten und gegen mehr Tempo 30 keinen Einspruch erhoben, stießen weitergehende Maßnahmen auf Ablehnung: Die Behörden planen, die Fahrbahn durch in die Straße hineinragende Grünflächen  zu verengen. Der „Fahrradschutzstreifen“ – eine aufgezeichnete Markierung auf der Straße – müsste dort im Gegenzug entfallen, die Radfahrer würden im Mischverkehr geführt – „bei Tempo 30 gut möglich“, hieß es in der Verwaltungsvorlage.

„Die Breite funktioniert einwandfrei“

„Die Fahrbahnverengung unterstützt Tempo 30. Gleichzeitig funktioniert die Breite von sechs bis 6,50 Meter einwandfrei: Zwei Lastwagen kommen problemlos aneinander vorbei“, betonte der Technische Beigeordnete Thomas Schmitz auch in der Sitzung nochmals.

Sogar ein regelrechter Sicherheitsgewinn wäre nach seiner Darstellung die Aufhebung des Fahrradstreifens (gewesen): Längst sei nachgewiesen, dass eine solche Markierung in der Praxis dazu führe, dass Autos den vorgeschrieben Abstand zu Fahrrädern noch weniger einhalten als ohne. „Viele Autofahrer haben den Eindruck: So lange sie den Streifen nicht überfahren, ist alles gut. Das stimmt aber nicht.“ Man müsse „die Erkenntnis zulassen, dass die Idee von Fahrschutzstreifen der Sicherheit nichts Gutes getan, sondern die Sicherheit unterminiert hat.“

Gemeinderat will Verkehrsfluss erhalten

Anderer Meinung zeigte sich die CDU und letztlich die Mehrheit der Gemeinderäte: Die Nachteile durch die Einschränkung der Fahrbahnbreite stünden in keinem Verhältnis zum Sicherheitsgewinn, begründete Fraktionssprecher Thomas Kuri seinen Änderungsantrag: keine Verengung und keine Aufhebung des Schutzstreifens.

„Wir wollen dort ja einen gewissen Verkehrsfluss erhalten“, schloss sich Kai Horschig (Freie Wähler) an – im Blick dabei die Bedeutung der Straße für Einkaufsmärkte und Industrieunternehmen im dortigen Gebiet.

„Markierung unterminiert die Sicherheit“

SPD-Fraktionschef Peter Ulrich wiederum wollte sich insbesondere von den vom Beigeordneten ins Feld geführten Erkenntnissen bezüglich Fahrradstreifen nicht in seinem Empfinden beirren lassen: Mit diesem Argument könne man ja gleich alle Regeln abschaffen: „Wer eine solche visuelle Aufforderung zum Abstandhalten nicht versteht, versteht vieles andere wohl auch nicht“, zeigte Ulrich sich erbost.

Verkehrsbehörde beim Landratsamt entscheidet

Letztlich stimmte der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für den von der CDU eingebrachten Änderungsantrag. Ob dieses Votum gegenüber der Anordnung der Verkehrsbehörde in Lörrach Bestand hat, bleibe abzuwarten. „Der Gemeinderat kann lediglich über die bauliche Umgestaltung der Straße entscheiden; über die verkehrsrechtlichen Änderungen entscheidet die Verkehrsbehörde“, wurde in der Vorlage für den Gemeinderat klargestellt. „Wir können gern abstimmen, aber das Verkehrsrecht muss eben eingehalten sein“, betonte Schmitz nochmals.