Es tut sich was im Neckartal: Die Trendfactory geht mit einem neuen Projekt an den Start. Ein "Gewächshaus" der besonderen Art soll entstehen – darin können Ideen von Startups sprießen. Wir verraten, was hinter der Idee von Mike Wutta und Thomas Wenger steckt.
Rottweil - "Der Zukunft eine Zukunft geben" ist das Vorhaben der Trendfactory überschrieben. Bereits seit längerem gehört der Agentur das so genannte "Hochhaus", ein ehemaliges Lager der Pulverfabrik, hinter der alten Spulerei. Lange haben sich Mike Wutta und Thomas Wenger Gedanken über eine künftige Nutzung gemacht. Jetzt liegen die Pläne auf dem Tisch.
Schließlich müsse man besonders in Zeiten wie diesen, der Zukunft eine Zukunft geben, betonen die beiden. Büros und Räume für Gründer und Startups möchten Wutta und Wenger in dem ehemaligen Lagerhaus bauen. Der Altbestand soll entsprechend saniert werden, zudem soll es einen Anbau mit zusätzlichen Flächen geben, erklärt Thomas Wenger anhand der Pläne.
In den Startlöchern
"Gewächshaus" nennen sie das Vorhaben, das besser zu Gründern nicht passen könnte. Flächen und Möglichkeiten zu bieten, in denen Gründer ihre "ersten Schritte" in die Selbstständigkeit wagen können, ist ihnen ein großes Anliegen. Um ihnen rundum optimale Voraussetzungen zu bieten, haben sie die IHK als Partner mit ins Boot geholt, die ebenfalls ein eigenes Programm für Gründer hat, die "Gründer-Garage", wie Thomas Wolf, Geschäftsbereichsleiter für Unternehmensförderung bei der IHK und Ansprechpartner für die "Gründer-Garage", betont. "Wir stehen in den Startlöchern", sagt er. So liefert die Trendfactory die Infrastruktur und die IHK das notwendige Know-how.
Die Zahl der Gründer sei während der Coronapandemie nicht zurückgegangen. "Im Gegenteil", freut sich Thomas Wolf. Man habe die Zahl pro Jahrgang auf zehn begrenzen wollen. "Jetzt haben wir 17 pro Jahrgang, das ist gigantisch", so Wolf. Die IHK werde geradezu überrannt und so sei man in der gesamten Region auch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. "Um kurze Wege bieten zu können, möchten wir in Rottweil mit einem Büro und als Ansprechpartner präsent sein", informiert Wolf.
Pläne bei der Stadt
15 Partner und Experten in ihrem Fach, aus ganz verschiedenen Bereichen, sind bei der "Gründer-Garage" mit an Bord. Es geht um vier Schwerpunkte: die Information, Finanzierung, Patenschaften und Infrastruktur. Die Pläne von Mike Wutta und Thomas Wenger liegen momentan bei der Stadtverwaltung zur Genehmigung. "Sobald die durch sind, geht es los. Erste Interessenten haben wir bereits", informiert Thomas Wenger. Mit der Neuausrichtung der Agentur auf digitale Veranstaltungen "sind wir super unterwegs und können deshalb auch weitere Projekte angehen", so Wenger.
Das "Gewächshaus" stehe für die Unbegrenztheit des Denkens und des Wachstums und darüber hinaus für jegliche Art von freien Flächen, die Raum für Neues zulassen, Neues wachsen lassen. "Das "Gewächshaus" inspiriert, befähigt und ermutigt für eine neue Form der Kommunikation und Zusammenarbeit", sind sich Wutta und Wenger sicher.
Weiteres Gebäude
Und das dürfte noch nicht alles sein, denn wer dieser Tage im Neckartal unterwegs ist, der entdeckt plötzlich auf dem Berg hinter dem Kraftwerk ein weiteres altes Gebäude, das der Wald bislang im Verborgenen gehalten hatte. Sturm und Schneebruch haben jetzt den Blick auf einen weiteren "Schatz" von Mike Wutta und Thomas Wenger ermöglicht: die ehemalige Wasseraufbereitung des Kraftwerks.
Hoch droben liegt sie im Dornröschenschlaf. So wie vor vielen Jahren auch die Gebäude im Tal. Und wenn man sieht, was aus diesen geworden ist, dann darf man sich freuen auf ein weiteres Schmuckstück. Doch momentan ruht das pittoreske Anwesen. Bäume wachsen aus dem Mauerwerk, das Dach ist nahezu komplett verschwunden und die Glasscheiben geborsten. Aber auch für dieses Gebäude wird den beiden Machern mit Sicherheit etwas einfallen. Man darf also gespannt sein auf die Zukunftsmusik...