Die Abteilung Tourismus der Stadt Nagold kreiert eine neue Stadtführung, in der an historischen Stätten digitale Visualisierungen live auf dem Smartphone-Bildschirm erscheinen sollen.
Eine historische Stadtführung durch Nagold, die sich in einem Bereich zwischen der digitalen und analogen Welt bewegt, soll es bald geben. Das Stichwort für eine solche Zwischenwelt heißt „Augmented Reality“.
Bei Augmented Reality sehen Benutzer durch die Kamera ihres Smartphones nicht nur das, was sich real vor der Kameralinse befindet, sondern auch digital hinzugefügte Bilder.
Im Fall des Stadtführungsprojekts in Nagold sollen Teilnehmer beispielsweise ihre Smartphone-Kamera auf den Keltenhügel im Krautbühl halten und dabei eine dreidimensionale digitale Darstellung der Grabkammer sehen, wie sie nach wissenschaftlichen Ergebnissen wohl ausgesehen habe, sagt Frank Lemmer, Sachgebietsleiter für die Touristik im Nagolder Rathaus.
Bild der Hirsch-Katastrophe
Als weitere Station geplant sei eine Visualisierung, die den Stadtführungsteilnehmern beim Richten ihrer Kameras auf den heutigen Drogeriemarkt Müller ein Bild der ehemaligen Gaststätte Hirsch vor der Hirsch-Katastrophe, als das Haus beim Versuch es anzuheben einstürzte, zeigt.
Durch die digitalen Stadtführung soll eine fiktive Keltenfürstin über eine Strecke von ungefähr vier Kilometern durch den Ort begleiten, die an jeder Station Informationen erzählt, die über das Smartphone abgespielt werden.
Reise in vergangene 2000 Jahre
Die grafische Umsetzung soll das Unternehmen Yona leisten. Über die Yona-App, die sich Teilnehmer herunterladen können, soll dann auch die Stadtführung laufen. Steinhaus, der Alte Turm, der Platanenkubus und das Altensteigerle sollen weitere Stationen darstellen. Es soll eine Reise in die vergangenen 2000 Jahre werden, sagt Lemmer.
OB Jürgen Großmann sprach von einer weiteren Ebene des Marketings, die durch das Projekt erreicht werde. Die 25 000 Euro Kosten sollen über das laufende Tourismus-Budget 2024 finanziert werden. Der Kultur-, Umwelt- und Sozialausschuss beschloss das Projekt einstimmig.